Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emissionen von Flammschutzmitteln mindern

24.11.2003


Untersuchungen an Bauprodukten und Konsumgütern bringen neue Erkenntnisse über die Quellen



Flammschutzmittel werden immer wieder in teilweise hohen Konzentrationen in Hausstäuben nachgewiesen. Die Quellen der Emissionen sind bisher wenig erforscht. Im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) untersuchte die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung bei Bauprodukten und Konsumgütern das Emissionsverhalten der Flammschutzmittel. Mit den aktuell veröffentlichten Ergebnissen liegen erstmals umfangreiche Daten vor, die es gestatten, insbesondere für phosphororganische Verbindungen die Bandbreite der emittierten Mengen schätzen zu können.



Zur Stoffgruppe der Flammschutzmittel zählen verschiedene chemische Verbindungen. Sie sollen die Entzündbarkeit brennbarer Materialien mindern. Die Kehrseite: Einige Flammschutzmittel sind toxikologisch und ökotoxikologisch bedenklich und können gefährlich für Umwelt und Gesundheit sein.

Im Forschungsprojekt wurden die Produktgruppen Montageschaum, Dämmstoffe aus Kunststoffschäumen, Polstermöbel und Matratzen sowie Computer untersucht. Besondere Beachtung fanden dabei polybromierte Flammschutzmittel, halogenierte und halogenfreie Phosphorsäureester und Chlorparaffine.

Die Untersuchung der einzelnen Produkte erfolgte in unterschiedlich großen Prüfkammern unter Standardbedingungen. Mögliche Flammschutzmittel-Emissionen wurden zur Simulation der Betriebsbedingungen im Betriebszustand oder bei erhöhter Temperatur gemessen.

Mit den eingesetzten Verfahren lässt sich die Emission phosphororganischer Verbindungen qualitativ und quantitativ gut nachweisen. So wurden zum Beispiel für einen B2 - Polyurethan - Montageschaum (Flammschutz: Tris(2chlorisopropyl)-phosphat (TCPP)) Ausgleichskonzentrationen in der Prüfkammer von 3 mg m-3 TCPP gefunden; für andere Montageschäume mit glatter oder gesägter Oberfläche lagen die Konzentrationen zwischen 10 und 15 mg m-3 TCPP. Für die bromierten Flammschutzmittel ist nach den bisherigen Ergebnissen eine gute Anwendbarkeit der Untersuchungsmethode für Verbindungen mit bis zu sechs Brom-Atomen gegeben. Mit dann zunehmender Schwerflüchtigkeit wird die Bestimmung der Emissionen schwieriger. Für eine umfassende Darstellung des Emissionsverhaltens der Flammschutzmittel und darauf aufbauender Expositionsbewertungen reichen die Ergebnisse noch nicht aus. Gleichwohl gibt die Studie viele Hinweise, wo weiterführende Untersuchungen notwendig sind.


Die Studie "Emissionen von Flammschutzmitteln aus Bauprodukten und Konsumgütern" ist in der Reihe TEXTE des Umweltbundesamtes als Nr. 55/03 erschienen und umfasst 188 Seiten. Sie ist erhältlich bei Werbung und Vertrieb, Ahornstraße 1 - 2, 10787 Berlin, Telefon 030/2 11 60 61, Fax: 2 18 13 79.

Sie ist auch - in der englischen Version - im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de als Download verfügbar.

Jana Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: Emission Flammschutzmittel Konsumgüter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht BAM-Forschungsprojekt will Mikroplastik im Wasser genauer nachweisen
21.06.2018 | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

nachricht Ausdehnung von Ackerflächen reduziert CO2-Aufnahme
20.06.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics