Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung für die Reaktorsicherheit: OECD-Projekt MASCA II mit deutscher Beteiligung

29.09.2003

Mit dem internationalen Projekt MASCA II (Material Scaling) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden wichtige Forschungsarbeiten zur Reaktorsicherheit fortgesetzt. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH ist im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) für Deutschland dem Projekt beigetreten. Unter der Schirmherrschaft der OECD wurden jetzt im Moskauer Kurchatov-Institut die Arbeiten an MASCA II aufgenommen. Neben Deutschland beteiligen sich weitere elf Länder sowie Russland als durchführendes Land.

Mit MASCA II soll untersucht werden, wie sich geschmolzenes Kernmaterial, das bei einem Unfall entstehen kann, im Bodenbereich des Reaktordruckbehälters verhält. In Experimenten wird Kernmaterial (unbestrahltes Urandioxid und Strukturmaterialien wie Zirkonium und Stahl) durch elektrisches Aufheizen zum Schmelzen gebracht. Mit den Erkenntnissen über das physikalisch-chemische Verhalten der Schmelze wird erwartet, vor allem die Wirksamkeit anlageninterner Notfallschutzmaßnahmen weiter verbessern zu können. Damit soll erreicht werden, einen Kernschmelzunfall so zu beherrschen, dass keine katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt zu erwarten sind. Zur Erforschung dieser komplexen Vorgänge müssen aufwändige Versuchstechniken entwickelt werden, um die entscheidenden Phänomene identifizieren und quantitativ bestimmen zu können. Dies ist nur stufenweise zu erreichen. Das OECD-MASCA II-Projekt ist daher das dritte einer Folge, die im Jahr 1994 mit dem OECD-Projekt RASPLAV (russisches Wort für Schmelze) begann und im Jahre 2000 mit dem Projekt MASCA fortgesetzt wurde. Auf deren Ergebnissen baut MASCA II auf.

... mehr zu:
»Kernmaterial »MASCA »OECD

Die teilnehmenden Länder tragen anteilig die Kosten. Für Deutschland ist die Teilnahme an den OECD Projekten ein wesentlicher Bestandteil der vom BMWA geförderten Reaktorsicherheitsforschung, da zurückgehende Forschungsmittel nur noch vergleichbar wenige eigene experimentelle Arbeiten erlauben.

Auch bei einem schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie müssen die geltenden hohen Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Daher ist es ein Gebot staatlicher Verantwortung und Vorsorge, dass Deutschland weiterhin eine intensive Reaktorsicherheitsforschung betreibt, sich an internationalen Vorhaben beteiligt und den wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch fördert.

| ots

Weitere Berichte zu: Kernmaterial MASCA OECD

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hitzewellen im Meer bedrohen Ökosysteme
16.08.2018 | Universität Bern

nachricht Meeresmüll in entlegensten Regionen
13.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

In Form bleiben

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weizen hat ein fünfmal umfangreicheres Erbgut als der Mensch

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wenn Schwefel spurlos verschwindet

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics