Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bodennetze zerstören Tiefseefauna

02.09.2003


Untersee-Gebirge werden von Fischern abgegrast



Hunderte von Tiefsee-Spezies, die den Wissenschaftlern bisher noch nicht bekannt sind, werden für immer aussterben, warnen amerikanische Ozeanographen. Grund dafür sind Schleppnetze, die nicht nur die Meere, sondern auch die Böden der unterirdischen Gebirge leer fischen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

... mehr zu:
»Bodennetz »Gebirge »Lebewesen


Erst in den vergangenen zwei Jahren hatten Forscher der verschiedenen Universitäten und Institutionen entdeckt, dass die Zahl der auf den unterseeischen Gebirgen lebenden Organismen wesentlich größer ist, als bisher angenommen. 40 Prozent der Tiere ist auf den jeweiligen Gebirgsstöcken endemisch. Insgesamt handelt es sich um 600 verschiedene Lebewesen auf nur fünf unterseeischen Gebirgen. Geschätzt wird die Zahl der Gebirge im Pazifik auf über 30.000. "Damit zählen die Lebewesen, die dort heimisch sind zu den am meisten gefährdeten Arten weltweit", meint die Ozeanographin Karen Stocks von der University of California in San Diego. Obwohl viele der Gebirge in Küstennähe seit Jahren kommerziell befischt werden, haben bisher Fische überlebt, weil sie häufig in tiefergelegene Gewässer gezogen sind.

Bessere Fischereimethoden wie der Einsatz von Sonarsystemen und der hohe Marktpreis für exotische Tiefseefische machen den wertvollen Spezies nun den Garaus. Innerhalb von nur zwei Jahren machen Bodennetze den Meeresgrund zu einer abgemähten Wiese. In Untersuchungen in der Tasman See konnten Wissenschaftler feststellen, dass Korallen und Würmer, die bis zu 90 Prozent der Böden bedecken, innerhalb kürzester Zeit auf knappe fünf Prozent fallen. "Das entspricht einer Einbuße der gesamten Biomasse um die Hälfte", so Stocks. Das Schlimme daran sei, dass eine Wiederherstellung der wertvollen Böden extrem lang dauert, so die Expertin. Nach Angaben des Meeresbiologen John Dower von der University of Victoria in British Columbia gibt es im Nord-Pazifik Gebiete, die sich seit 50 Jahren immer noch nicht von den Folgen der Fischerei erholt haben.

Bei einer Experten-Konferenz in Oregon haben die Forscher vor einer weiteren Zerstörung durch den kommerziellen Fischfang gewarnt. Insgesamt sind erst 150 dieser unterseeischen Gebirge genauer wissenschaftlich untersucht worden. Bevor die wertvollen Habitate endgültig zerstört werden, müssen die Fischereinationen etwas unternehmen, lautete der Grundtenor.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com
http://www.ucsd.edu

Weitere Berichte zu: Bodennetz Gebirge Lebewesen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Hochwasserrisiko besser abschätzen
17.09.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Pflanzensamen überstehen Maschinenwäsche - Ausbreitung invasiver Arten an Kleidung
11.09.2018 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics