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Island: Walfang contra Tourismus

20.08.2003


21 europäische Reiseunternehmen, darunter zahlreiche aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, beziehen klar Position gegen die Wiederaufnahme des Walfangs in Island. Sie folgen damit einem Aufruf der Artenschutzorganisationen WDCS, Whale & Dolphin Conservation Society, PRO WILDLIFE und der ASMS, Schutz der Meeressäuger Schweiz.

In der schriftlichen Stellungnahme, die heute der isländischen Regierung übermittelt wird, heißt es: "Island gilt zurecht als einer der weltweit besten Plätze, um eine Vielzahl von Wal- und Delfinarten, darunter auch Blauwale, in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Für viele unserer Gäste ist ein Walbeobachtungsausflug das absolute Highlight ihres Urlaubes".

Besorgt über die Wiederaufnahme der Walfangaktivitäten in Island befürchten die Reiseveranstalter auch Reaktionen der Urlauber. "Viele Menschen sind der Überzeugung, dass Walbeobachtung und Walfang miteinander unvereinbar sind und es könnte durchaus sein, dass diese Island als Urlaubsziel überdenken, sollten Walfangaktivitäten in isländischen Gewässern wieder aufgenommen werden...Deshalb fordern wir die isländische Regierung auf, die Walfangaktivitäten zu überdenken" heißt es in der Stellungnahme. Walfang habe nicht nur auf die Walbestände negative Auswirkungen, sondern auch auf die boomende Walbeobachtungsindustrie und auf die gesamte Wirtschaft auf der Insel.

Islands Walfänger sind entgegen scharfer internationaler Kritik am 15. August erstmals nach 14 Jahren Pause wieder in See gestochen, um 38 Nördliche Zwergwale zu töten. Die ersten Wale wurden bereits getötet. Hat Island der internationalen Staatengemeinschaft noch kürzlich versichert, nicht vor 2006 mit kommerziellen Walfangaktivitäten beginnen zu wollen, so wird die aktuelle Jagd unter dem Vorwand der "Wissenschaft" betrieben. Für PRO WILDLIFE, WDCS und ASMS eine unhaltbare Behauptung: "Die 38 Zwergwale sind nur der Auftakt, um die internationalen Reaktionen abzuschätzen. Island geht es um die großen Finn- und Seiwale, deren Fleisch sie mit Millionengewinnen nach Japan exportieren wollen", so das Fazit der drei Organisationen.

Jeder dritte Island-Reisende nimmt an Walbeobachtungstouren teil. Die Tendenz ist steigend. Walfangaktivitäten stehen jedoch im krassen Widerspruch zum Whale Watching, das auch zahlreiche Forschungs- und Schutzinitiativen ermöglicht. Zwei Konzepte, die miteinander unvereinbar sind.

Kontakt: Pro Wildlife, Dr. Sandra Altherr, Tel. 089 - 81299-507, sandra.altherr@prowildlife.de

Nicolas Entrup | WDCS
Weitere Informationen:
http://www.prowildlife.de
http://www.walfang.org

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