Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schutz für Hotspots mariner Biodiversität

05.08.2003


Ein kanadisch-deutsches Forscherteam ist zum Schluss gekommen, dass mariner Umweltschutz nur dort Sinn macht, wo extrem viele verschiedene Arten leben. In Modellen hat sich gezeigt, dass diese Schutzgebiete, wenn sie nicht mehr befischt werden, eine Reihe von Tieren vor dem Aussterben bewahren kann, berichtet BBC-online. Das Wissenschaftsteam hat über das Forschungsergebnis im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichtet.

... mehr zu:
»Aussterben »Biodiversität »Hotspot

Ähnlich wie auch auf dem Festland, gibt es auch im Meer Gebiete die mit dem Artenreichtum der Savannen Ostafrikas oder des Amazonas-Regenwalds vergleichbar sind. Viele der wertvollen Ökosysteme an Land wurden unter Naturschutz gestellt oder in Nationalparks umgewandelt. Genauso sollte es nach Ansicht des Forschers Boris Worm vom Institut für Meeresforschung der Universität von Kiel sein. Erstmals in der Geschichte der Meeresbiologie hat Worm die "Hotspots" der Biodiversität gesucht, verzeichnet und beschrieben. "Diese Gebiete sind wie Wasserlöcher in der Serengeti. Dort finden sich alle möglichen Säugetiere wie Löwen, Leoparden und Gazellen auf einer relativ kleinen Fläche", so der Forscher. Jahrelange Recherchen nach Aufzeichnungen von anderen Wissenschaftlern haben Worm zu diesen "Hotspots im offenen Meer" geführt. In diesen Gebieten tummeln sich zahlreiche Großfische wie Thun, Schwertfische und Haie. "Alle diese Fischarten sind vom Aussterben mehr oder weniger stark bedroht", so der Experte. Einige der Großfische sind in den vergangen Jahrzehnten um 90 Prozent zurückgegangen, berichtet der Biologe.

Die meisten Hotspots der marinen Biodiversität finden sich dort, wo verschiedene Ozeane, meist tropische und gemäßigte Meere, aufeinandertreffen. Das Vorhandensein von Großfischen ist nämlich davon abhängig wie viel Plankton und kleinere Fische dort leben. "Ozeane sind bei weitem nicht eine uniforme Einheit, die eine einzelne Landschaft darstellen, sondern bilden eine vielfältige Struktur, die sich durch unterschiedliche Temperaturen, Salzgehalte und andere hydrografische Merkmale unterscheiden lässt", so Worm. Das Kieler Forscherteam hat anhand von Computermodellen gezeigt, dass das Ausmachen der ökologisch reichen Territorien der einzige effektive Schutz der Reichtümer des Meeres sein kann. "Wenn die falschen Gebiete unter Schutz gestellt werden, trägt das kaum zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts bei, da die Fischer dann in andere Gegenden zum Fischen fahren. Möglicherweise zerstören sie dann genau das, was eigentlich schützenswert wäre", führt Worm aus. Nur der Schutz der richtigen Gebiete führt zu effizientem Erhalt der Biodiversität der Meere.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.ifm.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: Aussterben Biodiversität Hotspot

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics