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Anhaltende Trockenheit macht Waldbrände immer wahrscheinlicher

24.07.2003


Der Mannheimer Geograph und Feuerökologe Dr. Christophe Neff prognostiziert für diesen Sommer verheerende Waldbrände, vor allem im westlichen Mittelmeerraum. Aber nicht nur in Südfrankreich, Spanien und Portugal wachse aufgrund der Trockenheit die Gefahr von Feuerkatastrophen. Auch in Süddeutschland würden angesichts der seit Wochen herrschenden Gluthitze und Trockenheit Waldbrände immer wahrscheinlicher.



Im Massiv des Maures nahe der französischen Mittelmeerküste fielen in der letzten Woche bereits mehr als 10.000 Hektar Wald und Buschland den Flammen zum Opfer. Damit wurde in der Region erstmals seit Jahren der Schwellenwert überschritten, ab welchem Brände als "large fires" definiert werden. Eines der letzten Feuer dieser Größenordnung war im August 1990 in Collobrières im Massiv des Maures ausgebrochen. Brände von solchen Dimension entwickeln sich zu unkontrollierbaren Feuerwalzen und Feuerstürmen, die praktisch nicht mehr zu löschen sind. Die Biomassenentwicklung der letzten Jahre sowie die Hitze und die lang anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate im westlichen Mittelmeerraum lassen befürchten, dass es in diesem Sommer dort wieder verstärkt zu solchen Feuerkatastrophen kommen könnte.

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In Süddeutschland sind nach Einschätzung des Mannheimer Geographen die Trockenwälder am Oberrhein und die Kiefernforste des Pfälzer Waldes besonders anfällig für Waldbrände. Rund um Mannheim hält Neff insbesondere den Dossenwald zwischen Rheinau und Friedrichsfeld für gefährdet. Ähnlich schätzt der Wissenschaftler die Lage in den Trockenwäldern bei Maxdorf zwischen Ludwigshafen und Bad Dürkheim ein. Im mittleren Schwarzwald, wo ein Expertenteam der Uni Mannheim mehrere Jahre lang die Anwendung von Feuer in der Natur- und Landschaftspflege erforscht hat, sei die Lage besonders kritisch. "Die Böden sind regelrecht ausgetrocknet, kleinere Bäche und Wasserläufe versiegen, mancherorts befindet sich durch die Stürme der Vergangenheit noch sehr viel Totholz in den Wäldern", schildert Neff die gefährliche Situation.

Ein Grillfeuer, eine unachtsam weggeworfene Zigarette, aber auch ein überhitzter Katalysator könnten in den Wäldern rund um die Schwarzwaldstadt Schramberg eine Katastrophe auslösen. Ebenso bestehe die Gefahr, dass ein Blitzschlag einen Waldbrand entfacht. "Die Vegetation im Raum Schramberg ist inzwischen so trocken, dass trotz Gewitterregen ein Blitzeinschlag im Wald verheerende Folgen hätte", so Neff. Anders als die lichten Trockenwälder rund um Mannheim beherbergen die Tannenwälder im mittleren Schwarzwald einen beachtlichen Biomassenvorrat, der im Brandfall nur sehr schwer unter Kontrolle zu bringen wäre.

Ansprechpartner:

Dr. Christophe Neff
Universität Mannheim
Lehrstuhl für Physische Geographie und Länderkunde
Telefon: 0621 - 181-1968 und 06359 - 860804
E-Mail: neff@rumms.uni-mannheim.de

Dr. Christophe Neff | idw
Weitere Informationen:
http://www.geographie.de

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