Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderte Flockungsmittel klären Abwasser

01.07.2003


Die AiF im Jahr der Chemie:


Eine Innovation aus der industriellen Gemeinschaftsforschung -
ab Anfang Juli zu sehen auf dem Ausstellungsschiff "MS Chemie"

... mehr zu:
»Abwasser »AiF »Partikel »Stabilisierung


Die Filtration ist eine einfache und weit verbreitete Methode, um Trübstoffe aus Abwasser zu entfernen. Ein Problem bilden dabei feinteilige (Nano-)Substanzen, die auf Grund der Entwicklung immer neuer Nanomaterialien immer häufiger in industriellen Abwässern vorkommen. Partikel, die kleiner als ein Mikrometer sind (Kolloide), sind schwer zu filtern: Sie sinken nur sehr langsam auf den Boden, weil sie so klein sind und weil sie sich aufgrund ihrer negativen elektrischen Ladung "auf Abstand" halten. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) haben Wissenschaftler am Institut für Polymerforschung Dresden ein neues Verfahren zur Regulierung der Stabilität von feinverteilten Partikeln in Flüssigkeiten (Dispersionen) entwickelt.

Um Abwässer zu klären, die mit winzigen Partikeln verunreinigt sind, kommen Flockungsmittel zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe verbinden sich die Kolloide zu größeren und schwereren Flocken, die sich schneller absetzen können und leichter herauszufiltern sind. Die Größe und Struktur der Flocken ist je nach eingesetztem Mittel ebenso unterschiedlich wie die Geschwindigkeit, mit der sich die Partikel verbinden. Die Dresdner Forscher haben verschiedene organische, wasserlösliche Polymere (Polyelektrolyte) natürlicher und synthetischer Herkunft sowie Polymerkombinationen auf ihre Flockungseigenschaften untersucht. Ihre Untersuchungen ermöglichen die gezielte Auswahl und das Maßschneidern von geeigneten Polyelektrolyten für spezifische Einsatz-gebiete und die Optimierung herkömmlicher Verfahren. Dazu zählen die Freihaltung von Wasserstraßen und die Aufbereitung von Trinkwasser.

Dispersionen entstehen aber auch in zahlreichen anderen technischen Prozessen und kommen in unzähligen Varianten in der Natur vor. Daher sind effektive Verfahren zur Trennung der enthaltenen Stoffe (Flockung) ebenso wie zum Erhalt der Feinverteilung (Stabilisierung) von übergreifender wirtschaftlicher und ökologischer Bedeutung.

Die Beibehaltung der Teilchenfeinverteilung ist beispielsweise bei der Stabilisierung von Farbstoffpigmenten in der Textil- und Lackindustrie von Interesse. Moderne industrielle Einsatzgebiete von Dispersionen wie die Mikroverkapselung für die langsame Freigabe von Wirkstoffen in Medizin, Kosmetik und Landwirtschaft stellen zusätzliche Anforderungen an die gezielte Steuerung der Dispersionsstabilität. Mit Hilfe der Dresdner Wissenschaftler können sie jetzt besser gemeistert werden.

Die Forschungsergebnisse werden auch auf dem Ausstellungsschiff "MS Chemie" zum Jahr der Chemie präsentiert, das von Anfang Juli bis Ende September zahlreiche Rheinhäfen anlaufen wird. Initiiert wurden sie von der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA), einer der über 100 Forschungsvereinigun-gen der AiF. Mit Hilfe der neuen Erkenntnisse können besonders die in der DECHEMA engagierten mittelständischen Betriebe rasch auf die Erfordernisse des "Nano-Zeital-ters" reagieren.

Ansprechpartnerin: Dr. Simona Schwarz, Institut für Polymerforschung Dresden
(Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft), Tel.: 0351 4658-333

Pressearbeit: AiF, Silvia Behr, E-Mail: presse@aif.de, Tel.: 0221 37680-55


Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Berichte zu: Abwasser AiF Partikel Stabilisierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics