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Meerwasser verunreinigt Trinkwasser

12.05.2003


Salz leitet Giftstoffe in Bewässerungssysteme


Ein israelisches Wissenschaftsteam des Weizmann Instituts warnt vor der immer schlechter werdenden Trinkwasserqualität in küstennahen Regionen. Die Verunreinigung der Meere spiegelt sich nämlich in den Süßwasserreservoirs wider - und das wesentlich stärker, als bisher vermutet, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner jüngsten Online-Ausgabe.

Brian Berkowitz und sein Forscherteam haben mithilfe von Fischen, die in abgeschlossenen Süßwasser-Behältern lebten, die Wirkung toxischer Stoffe untersucht. In den beiden Beckenteilen, die durch eine Barriere aus Sand von einander getrennt wurden, konnten die Forscher feststellen wie chemische Stoffe langsam aber merklich durch den Sand ins andere Becken gelangen konnten. Auch giftige Stoffe wie Benzene, Toluene und Tricloroethylene konnten so von einer Hälfte des Beckens ins andere gelangen. Bei Süßwasser ging der Austausch der Chemikalien relativ langsam vor sich. Bei Wiederholungen der Versuche in Salzwasserbehältern ging dieser Austausch extrem schnell vor sich. Die Gründe dafür liegen darin, dass sich die meisten der Stoffe im Meerwasser nicht auflösen. "Dieser Effekt des Aussalzens ist den Chemikern schon lange bekannt, scheint aber im Falle von Trinkwasserreservoirs offensichtlich nie beachtet worden zu sein", so Berkowitz.


Die Forscher sind sich noch nicht sicher wie groß die Auswirkungen dieser Erkenntnisse tatsächlich auf Trinkwasserreservoirs in küstennahen Gebieten sind. "Hinzu kommen noch Effekte der Gezeiten, von Grundwasserströmungen und auch Reaktionen auf Chemikalien, die noch nicht untersucht wurden", erklärt der Forscher. Diese könnten den Effekt sogar noch verstärken. Viele Trinkwasserreservoirs wären davon betroffen, so zum Beispiel in Nord-Afrika, Spanien und in Israel. Berkowitz rät dazu, das Problem genauer zu untersuchen und größeren Wert darauf zu legen. "Gerade in Nordspanien, wo der Öltanker Prestige versunken ist, sollte ein genaues Monitoring des Trinkwassers erfolgen", meint der Experte. Möglicherweise könnten dort noch schwerwiegendere Gesundheitsfolgen für die Bevölkerung verhindert werden. Erschwerend kommt nach Angaben der Forscher noch hinzu, dass Salzwasser, das durch Sturm oder hohe Wellen in Bewegung gerät, noch mehr an Verschmutzungen halten kann. Die Absorptionsrate des Wassers steigt auf das 20-Fache an.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

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