Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autoklimaanlagen fressen Emissionsminderungen auf

27.01.2003


Wuppertal Institut warnt vor Fehlentwicklung



Die Regierungskoalition wie die EU-Kommission wollen die Kfz-Steuer klimagerecht reformieren. Die Planung berücksichtigt jedoch neben CO2 keine anderen klimawirksamen Gase und produziert damit eine Lücke. Grund dafür sind die Klimaanlagen in PKW. Im März 2002 hatte das Wuppertal Institut erstmals auf die kommende Klimalast durch den PKW-Klimaanlagenboom auf Deutschlands Straßen hingewiesen.



Die Fakten sind der Bundesregierung bekannt. Ihr neuester F-Gase-Bericht (Fluorierte Gase) weist dieses Wachstum aus. Am 30. Januar findet dazu in Bonn eine Anhörung des Bundesumweltministeriums statt. Der Anlass: Die Bundesregierung stellt das Konzept ihrer so genannten "F-Gase"-Politik zur Diskussion. Das heute übliche Kältemittel, ein HFKW, ist ein F-Gas - und es ist ein Klimagas. Die Wuppertaler Wissenschaftler drängen darauf, dass die Regelungslücke geschlossen wird. Sie rechnen vor:

Bis zum Jahr 2010 sollen die CO2-Emissionen bei neu zugelassenen PKW von 185 g (in 1995) auf 120 g pro Kilometer reduziert werden - also um etwa ein Drittel. So sieht es eine Verabredung zwischen Autoindustrie und Politik auf europäischer Ebene vor. Auf Deutschland bezogen heißt das: Der durchschnittliche Norm-Verbrauch eines neu zugelassenen PKW in Deutschland sinkt von heute 8,7 l auf 5,7 Liter pro 100 Kilometer. Das ist die gute Absicht.

Noch 1995 galten Klimaanlagen in Pkw als Luxus, ihr Anteil an den Klimagas Emissionen schlug kaum zu Buche. Deren CO2-äquivalente Emissionen von H-FKW, also des Kältemittels, brachten 0,15 Mio. t, rechnet man die CO2-Emissionen wegen des Betriebs der Klimaanlagen hinzu, so kommt man auf etwa 0,5 Mio. t - also Kleinkram.

Heute jedoch werden bereits 80 Prozent der Neuwagen aus deutscher Produktion mit Klimaanlagen ausgestattet, mit stetig steigender Tendenz. Die erwartbare Wirklichkeit ist, dass die Klimalast der Klimaanlagen, so die Bundesregierung, mit einem Wachstumsfaktor in Höhe von 31 (in 15 Jahren) bzw. einer Wachstumsrate von 23% pro Jahr wachsen wird.

Die gute Absicht, die CO2-Emissionen der Neuwagen gegenüber 1995 um ein Drittel zu verringern, wird durch die Autoklimaanlagen somit fast zur Hälfte wieder aufgezehrt. Vor dieser Tendenz für die Zukunft warnen die Wuppertaler Forscher.

Ansprechpartner:

Dr. Hans-Jochen Luhmann
Tel.: (0202) 2492-133
E-mail: Jochen.Luhmann@wupperinst.org



Dorle Riechert | idw
Weitere Informationen:
http://www.wupperinst.org/download/PKW_Klimaanlagen.pdf
http://www.wupperinst.org/wuppertal-bulletin

Weitere Berichte zu: Autoklimaanlage CO2-Emission Klimaanlage Klimalast

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics