Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klärschlamm bedroht Millionen Menschen

04.10.2002


Südasiatische Küsten am stärksten gefährdet – Sanitäre Einrichtungen Mangelware

... mehr zu:
»Hygiene »Klärschlamm

Die Küsten Südasiens werden wie keine anderen auf der Welt massiv von abgeladenem unbehandeltem Klärschlamm bedroht. Das Risiko für die Küsten Ostasiens und des Nordwest-Pazifiks ist ähnlich groß. Das geht aus einem Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) hervor, der anlässlich des Umweltgipfels in Johannesburg vorbereitet wurde. Schätzungen zufolge werden durch die Verschmutzung der Küstengewässer bedingte Krankheiten und Sterbefälle die Weltwirtschaft jährlich mit 16 Mrd. Dollar belasten, schreibt die BBC.

Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung leben innerhalb von 60 Kilometern der Küste. In Südasien, so die UNEP, leiden 825 Mio. Menschen an einem Mangel an sanitären Einrichtungen. Sie besitzen ein hohes Risiko für Krankheiten, die mit unbehandeltem Klärschlamm in Verbindung stehen. Mit einer ähnlichen Bedrohung müssen 525 Mio. Menschen in Ostasien und 414 Mio. Menschen im Nordwestpazifik leben. Etwas besser sieht die Situation in West- und Zentralafrika aus. Hier sind "nur" 107 Mio. Menschen diesem Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Dies begründet sich dadurch, dass in den am schlimmsten betroffenen Gebieten große Fortschritte bei der Errichtung sanitärer Einrichtungen erzielt wurden.


Auch in Südasien wurden zwischen 1990 und 2000 bereits Erfolge verbucht. 220 Mio. Menschen profitierten von einem verbesserten Zugang zu sanitären Einrichtungen. Im gleichen Zeitraum stieg aber die Bevölkerung um 220 Mio. Menschen, was die Erfolge schnell zunichte machte. "Der Mangel an adäquater Hygiene ist gestiegen und ist eine der größten Bedrohungen der menschlichen Gesundheit", erklärte UNEP-Executive-Director Klaus Töpfer.

Einen Weg aus der Krise sieht Töpfer in realistischen aber ambitionierten Abwasser-Emissionszielen, wie sie in vielen Teilen der Welt für Emissionen von toxischen Chemikalien und giften Gasen von Kraftwerken und Fabriken bereits entwickelt wurden. In einigen Fällen könnten Abwasser-Behandlungssysteme, wie sie in Europa und den USA eingesetzt werden, notwendig sein. Aber es gebe auch viele kostengünstige Technologien, die eine deutliche Verbesserung nach sich ziehen. Gemeint sind Trockensanitation und natürliche Klärschlamm-Filtersysteme. Cees Van de Guchte vom "global programme of action for the protection of the marine environment from land-based activities" (GPA) resümierte: "Die Kosten für die Bereitstellung von sicherem Trinkwasser und Hygiene für alle bis zum Jahr 2025 liegen bei jährlich 180 Mrd. Dollar. Die Kosten erscheinen hoch, aber gleichzeitig reduzieren sich Krankheiten und Umweltschäden der Küstengebiete und des Meeres."

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/2293621.stm
http://www.gpa.unep.org/

Weitere Berichte zu: Hygiene Klärschlamm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hitzewellen im Meer bedrohen Ökosysteme
16.08.2018 | Universität Bern

nachricht Meeresmüll in entlegensten Regionen
13.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics