Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wattenmeer süßer denn je

11.09.2002


Das Meerwasser im Wattenmeer wird immer süßer. Mehr Flusswasser erreicht das Wattenmeer über die Siele im Abschlussdeich. Das folgert Dr. Hendrik van Aken des niederländischen Instituts für Meeresforschung (NIOZ). Mit dem Süßwasser kommen auch mehr Nitrat und Phosphat ins Wattenmeer.

In den vergangenen 140 Jahren hat sich die Durchschnittsmenge an Süßwasser im Wattenmeer verdoppelt. Das wird durch eine starke Zunahme der Wasserzufuhr aus dem IJsselmeer verursacht. Vor allem der Fluss IJssel hat immer mehr Wasser befördert. In den letzten siebzig Jahren hat sich die Abfuhr der IJssel sogar verdoppelt. Die Ursache ist menschliches Eingreifen in den Lauf der Waal, des Niederrheins und der IJssel, unter anderem, um die IJssel schiffbarer zu machen.

Das NWO-Institut NIOZ misst seit den siebziger Jahren außer dem Salzgehalt und der Wassertemperatur auch die Planktonmenge und die Artenzusammensetzung des Planktons. Die Messungen werden im westlichen Wattenmeer, im Marsdiep, durchgeführt. Der niederländische Wetterdienst (KNMI) führt dort schon seit 1861 systematisch Messungen des Salzgehalts durch.

Mit dem größeren Zufluss an Flusswasser wird dem Wattenmeer auch immer mehr Nährstoffe zugeführt, vor allem Nitrat und Phosphat. Das wird noch verstärkt, weil die Flüsse selber immer mehr Nährstoffe enthalten. Außerdem hat das selbstreinigende Vermögen des IJsselmeers abgenommen. In den fünfziger Jahren wurde im IJsselmeer circa siebzig Prozent der zugeführten Stickstoffverbindungen abgebaut. Jetzt ist das kaum fünfzig Prozent. Das Plankton im IJsselmeer ist nicht mehr in der Lage, die großen Nitratmengen aufzuräumen. Das wird unter anderem dadurch verursacht, dass das Wasservolumen im IJsselmeer nach dem Abschluss des Markermeers zurückgegangen ist.

Die Messungen im Marsdiep zeigen, dass vor allem die Nitratmenge und in etwas geringerem Maße die Phosphatmenge angestiegen ist. Außerdem hat das NIOZ eine Verschiebung in der Artenzusammensetzung des Planktons wahrgenommen. Arten, die sich bei hoher Konzentration an Nährstoffe gut entwickeln, kommen immer öfter vor. Auch die Algenblüte nimmt immer mehr zu.

Der niedrige Salzgehalt an sich hat übrigens wenig Einfluss auf die Zusammensetzung des Lebens im Wattenmeer. Die Arten sind anderen Salzgehalten sehr tolerant gegenüber. Das ist nicht komisch, weil der Salzgehalt im Wattenmeer pro Saison stark variiert.

Nähere Informationen bei Dr. Hendrik van Aken, Niederländisches Institut für Meeresforschung (NIOZ), Tel +31 (0)222 369416, Fax +31 (0)222 319674, Email: aken@nioz.nl oder bei Dr. Wim van Raaphorst, Tel. +31 (0)222 399 446, Email: wimvr@nioz.nl. Anfang Oktober erscheint eine Veröffentlichung über diese Forschung in einer Sonderausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift ICES Marine Science Symposia, die ganz den langfristigen Änderungen im Meer gewidmet ist.

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Berichte zu: NIOZ Salzgehalt Wattenmeer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hitzewellen im Meer bedrohen Ökosysteme
16.08.2018 | Universität Bern

nachricht Meeresmüll in entlegensten Regionen
13.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics