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Mexikos größter See vom Austrocknen bedroht

05.09.2002


Vier neue Seen Mitglieder im Living Lakes Netzwerk

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Auf der 7. Living Lakes Konferenz, die im Rahmen des heute endenden Weltgipfels in Johannesburg stattfand, wurden vier neue Seen in das weltweite Living Lakes Netzwerk aufgenommen. Das Netzwerk wird von der internationalen Stiftung Global Nature Fund mit Sitz in Deutschland koordiniert und fördert weltweit den Schutz von Seen und Feuchtgebieten.

Unter den vier neuen Seen im Netzwerk befinden sich so prominente Vertreter wie der größte See Afrikas, der Victoriasee, der an die Länder Kenya, Tansania und Uganda grenzt. Die größten Probleme am Victoriasee entstehen durch eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten, wie den räuberischen Nilhecht oder die Wasserhyazinthe, die heimische Arten verdrängen oder ausrotten und damit die Lebensgrundlage der ohnehin schon sehr armen Landbevölkerung massiv bedrohen. Ähnliche Problemstellungen gibt es auch am zweiten neuen Partnersee, dem Poyang-hu, dem größten See Chinas. Hier leidet die Bevölkerung außerdem unter den katastrophale Überschwemmungs- und Erosionsproblemen. Ziel des Living Lakes Netzwerkes ist unter anderem, gemeinsame Projekte zu starten und von voneinander zu lernen.


Massiv vom Austrocknen bedroht ist der dritte neue Partnersee, Lake Chapala, größter See Mexikos. Für landwirtschaftliche Bewässerung und die Metropolen Guadalajara und Mexiko-City wird dem See immer mehr Wasser aus den Zuläufen abgezogen. Hier ist sofortige Hilfe erforderlich, um dieses einzigartige Naturparadies in Mexiko zu erhalten. Das Living Lakes Netzwerk kann hierzu erfolgreiche Lösungen bieten, zum Beispiel Erfahrungen vom kalifornischen Mono Lake.

Der vierte neue Partnersee liegt in Estland - um genau zu sein, sind es sogar zwei Seen, die über ein Flusssystem miteinander verbunden sind, der Vörtsjärv und der Peipsi. Wie bei vielen anderen Seen Europas liegt das Problem auch hier in der Anreicherung mit Nährstoffen und den damit verbundenen Problemen für die Biologie des Gewässers und aller dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten.

Das Living Lakes Netzwerk besteht derzeit aus mehr als 30 Partnerorganisationen an 23 Seen weltweit. Das gemeinsame Ziel der Partnerorganisationen sind nachhaltige Entwicklung und Umsetzung der Agenda 21 in Seenregionen. Unterstützt wird das Netzwerk von weltweit tätigen Unternehmen wie Unilever, Daimler Chrysler und der Deutschen Lufthansa.

Udo Gattenlöhner | ots

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