Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Kleie gegen Schwermetall

09.03.2001




Abwässer mit toxischen Schwermetallen sind eine Gefahr für die Natur. Sie entstehen bei zahlreichen industriellen Prozessen, etwa beim Reinigen und Beschichten von Metalloberflächen in Galvanikbetrieben und müssen fachgerecht entsorgt werden. Andererseits besitzen diese Abwässer einen ökonomischen Wert für den Betrieb. Deshalb werden die Metallsalze zurückgewonnen. Die ATEC Dr. Mann GmbH in Obrigheim entwickelte gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart ein Verfahren, in denen Adsorber aus natürlich-biologischen Materialien - Bioadsorber - die Schwermetalle binden.

Um Schwermetalle aus Abwässern zu filtern und in den Produktionskreislauf zurückzuführen, sind sowohl thermische als auch Membranverfahren im Einsatz. Die gegenwärtig gängigste Methode sind Fällungsreaktionen und ein sich anschließender Adsorptionsprozess an Ionenaustauschern aus synthetischen Harzen. Im Ionentauscher werden die Metallionen an den Harzkörnern gebunden und gegen Wasserstoffionen ausgetauscht. Ist der Ionenaustauscher erschöpft, wird er mit einer Säure regeneriert. Das Resultat dieses Prozesses: Eine hochkonzentrierte saure Salzlösung, die weiter eingedampft werden kann und ein Ionenaustauscher, der erneut eingesetzt wird. Nachteil der Ionenaustauscher auf synthetischer Basis: Sie werden aus Erdöl hergestellt, das nur begrenzt zur Verfügung steht.

In gleicher Weise, aber mit Ionentauschern aus nachwachsenden Rohstoffen - Bioadsorbern - arbeitet das zukunftsträchtige Verfahren von ATEC und IGB. Statt synthetischer Harze werden Reststoffe aus der Getreideverarbeitung eingesetzt. »In einem patentierten Verfahren werden in Kleie Phosphatgruppen eingeführt, so dass sie Schwermetalle binden kann«, erklärt Dr. Günter Mann, der vor knapp drei Jahren die ATEC Dr. Mann GmbH gründete. Die Bioadsorber halten Zink und Chrom sowie Schwermetalle effektiv zurück. Sie können nach ihrer Regenerierung mit Säuren mehrfach wieder verwendet werden, ebenso wie das gereinigte Abwasser. Bioadsorber lassen sich für unterschiedlichste Bereiche des Umweltschutzes nutzen. Denn Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen sind auf vielfältige Art modifizierbar. Derzeit arbeiten die ATEC Dr. Mann GmbH und das IGB an Adsorbern, die chlorierte Kohlenwasserstoffe und Huminstoffe aus Abwässern entfernen, wie sie u.a. aus Mülldeponien sickern. »Und in vielen Ländern könnten Bioadsorber helfen, aus verschmutztem Wasser sauberes Trinkwasser zu machen«, bemerkt Dr. Mann.

Dr. Manfred Kühn | idw

Weitere Berichte zu: ATEC Bioadsorber Ionenaustauscher Schwermetall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wer über den Klimawandel redet, muss auch über Mikroben reden
19.06.2019 | Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

nachricht Einsparung von Treibhausgasemissionen bei Wurstverpackungen
19.06.2019 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Partielle Mondfinsternis am 16./17. Juli 2019

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Wie im letzten Jahr findet auch 2019 eine in den späten Abendstunden in einer lauen Sommernacht gut zu beobachtende Mondfinsternis statt, und zwar in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli. Die Finsternis ist zwar nur partiell - der Mond tritt also nicht vollständig in den Erdschatten ein - es ist aber für die nächsten Jahre die einzige gut sichtbare Mondfinsternis im deutschen Sprachraum.

Am Dienstagabend, den 16. Juli, wird ein kosmisches Schauspiel zu sehen sein: Der Vollmond taucht zu einem großen Teil in den Schatten der Erde ein, es findet...

Im Focus: Fraunhofer IDMT zeigt akustische Qualitätskontrolle auf der Fachmesse für Messtechnik »Sensor + Test 2019«

Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT präsentiert vom 25. bis 27. Juni 2019 am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft (Stand 5-248) seine neue Lösung zur berührungslosen, akustischen Qualitätskontrolle von Werkstücken und Bauteilen. Da die Prüfung zerstörungsfrei funktioniert, kann teurer Prüfschrott vermieden werden. Das Prüfverfahren wird derzeit gemeinsam mit verschiedenen Industriepartnern im praktischen Einsatz erfolgreich getestet und hat das Technology Readiness Level (TRL) 6 erreicht.

Maschinenausfälle, Fertigungsfehler und teuren Prüfschrott reduzieren

Im Focus: Fraunhofer IDMT demonstrates its method for acoustic quality inspection at »Sensor+Test 2019« in Nürnberg

From June 25th to 27th 2019, the Fraunhofer Institute for Digital Media Technology IDMT in Ilmenau (Germany) will be presenting a new solution for acoustic quality inspection allowing contact-free, non-destructive testing of manufactured parts and components. The method which has reached Technology Readiness Level 6 already, is currently being successfully tested in practical use together with a number of industrial partners.

Reducing machine downtime, manufacturing defects, and excessive scrap

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

17. Internationale Conference on Carbon Dioxide Utilization in Aachen

25.06.2019 | Veranstaltungen

Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“

24.06.2019 | Veranstaltungen

Plastik: Mehr Kreislauf gegen die Krise gefordert

21.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Clever Chillen mit weniger Kältemittel: Neue Blue e Chiller von 11 bis 25 kW

25.06.2019 | Energie und Elektrotechnik

Neuer Therapieansatz fördert die Reparatur von Blutgefässen nach einem Hirnschlag

25.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Neue Herangehensweise bei sich selbstmontierenden Mikromaschinen

25.06.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics