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Moderne Süßwasser-Labors in historischem Ambiente

27.09.2000


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Berliner Gewässerökologen aus dem IGB beziehen ein denkmalgeschütztes Gebäude bei den benachbarten Berliner Wasserbetrieben in Berlin-Köpenick

Mit einem festlichen Kolloquium weiht das Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) heute am Müggelseedamm in Berlin-Friedrichshagen seine neuen Laborgebäude ein.

Durch Investitionen des Landes Berlin und des Bundes konnte auf dem Gelände der Berliner Wasserbetriebe ein alter Rieseler in über zweijähriger Arbeit so umgebaut werden, dass moderne Labor- und Büroräume im Umfang von 2000 Quadratmetern für die Berliner Gewässerökologen entstanden. (So genannte Rieseler bildeten den Kern des um die Jahrhundertwende in märkisch-gotischem Backstein errichteten Friedrichshagener Wasserwerkes. In den hallenartigen Gebäuden wurde das Grundwasser durch Verrieselung von Eisen und Mangan befreit.)

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Rieseler-Umbaus wurde es möglich, die bis vor kurzem über die Stadt verstreuten Arbeitsgruppen des Instituts am Nordufer des Müggelsees an einem Standort zu konzentrieren.

Der Vertrag sieht die Nutzung des nach wie vor unter technischem Denkmalschutz stehenden Rieselers I zunächst für 35 Jahre vor.

Staatssekretär Dr. Josef Lange (Berlin) und Ministerialdirektor Dr. Hermann Schunck (Bonn) beglückwünschten die IGB-Mitarbeiter zu ihrem neuen Domizil. In ihren Statements würdigten sie die Beiträge des Instituts zur Erforschung ökosystemarer Zusammenhänge und zur praktischen Lösung von Umweltproblemen. Das IGB sei zu einem Leistungsträger der deutschen gewässerökologischen Forschung geworden und leiste mit vielen seiner Forschungsarbeiten maßgebliche Beiträge zu einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser sowie zum nachhaltigen Umgang mit den Fluss- und Seenlandschaften in Deutschland. So hat das Institut neue Sanierungstechniken für die belasteten Seen im Berliner Umland entwickelt und zum Einsatz gebracht, im Projekt Elbe-Ökologie Wanderwege und Lebensraumwahl von Fischarten in der Elbe dokumentiert und, gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben, maßgeblich am Abwasserbeseitigungsplan des Landes Berlin mitgewirkt.

Institutsdirektor Prof. Dr. Christian Steinberg betonte, es sei ein einzigartiger Vorzug des 1992 gegründeten IGB, unter einem Dach eine Vielzahl von Spezialisten, wie Hydrogeologen, Chemiker, Physiker, Mathematiker, Mikrobiologen, Planktologen, Benthologen, Fischökologen und Fischereiökologen, zu vereinigen und so eine hohe Kompetenz in Projekte und Problemlösungen einzubringen. Zugleich verwies er auf die über 100-jährige Tradition der Gewässerforschung am Müggelsee. Bereits 1893 wurde am Standort des heutigen IGB eine "Biologische und Fischerei-Versuchsstation" ins Leben gerufen, in der wichtige Grundlagen der Abwasserchemie, Fischereiwissenschaft und Limnologie (Süßwasserforschung) erarbeitet wurden.

Den Festvortrag "Vom Individuum zum Ökosystem: Limnologie auf den Spuren Darwins" hielt Prof. Dr. Winfried Lampert, Direktor des Max-Planck-Insituts für Limnologie, Plön, und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des IGB. Er erläuterte "Limnologie als die Ökologie der Binnengewässer", von der Aussagen über Effekte einer sich verändernden Umwelt erwartet werden. Deshalb muss die limnologische Wissenschaft verstehen, wie und warum die Eigenschaften der Organismen und Lebensgemeinschaften entstanden sind und ständig modifiziert werden. Prof. Lampert illustrierte das unter anderem an der Art und Weise, wie Individuen (z. B. auch Wasserflöhe) ihre Fitness durch die Wahl des Lebensraums optimieren und dabei selbst den Lebensraum verändern.

Das IGB verfügt über einen Haushaltsetat (mit Investitionen) von knapp 20 Mio. DM, die je zur Hälfte vom Bund und dem Land Berlin bereitgestellt werden. Es hat derzeit 158 Mitarbeiter, wovon 47 Stellen über eingeworbene Drittmittel finanziert werden. Das Institut im Forschungsverbund Berlin gehört zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL).

Kontakt:
Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Direktor: Prof. Dr. Christian Steinberg
Müggelseedamm 310, 12587 Berlin
Telefon: 030/64181-601, Fax: 030/64181 600/ -700; e-mail: stein@igb-berlin.de
http://www.igb-berlin.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Joachim Moerke | idw

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