Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutz und Biodiversität: Synergien wirksamer nutzen

23.05.2008
Zwischen Klimaschutz und der Erhaltung der Biodiversität gibt es in vielen Bereichen Synergien, die allerdings noch nicht gut genug genutzt werden. Das zeigt das jetzt erschienene Positionspapier "Biodiversität und Klima", welches das Forum Biodiversität und ProClim- der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) zusammen mit namhaften Expertinnen und Experten erarbeitet haben.

Die Veränderung des Klimas hat zurzeit hohe Priorität auf der politischen Agenda. Im Fokus stehen mögliche Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen sowie zu den notwendigen Anpassungen an die Klimaänderung. Der Mensch verändert jedoch nicht nur das Klima langfristig, sondern auch die Biodiversität.

Klima und Biodiversität sind eng miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb sollten auch gemeinsame Massnahmen ins Auge gefasst werden. Bei diesen kann es zu Synergien zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz kommen, in einigen Fällen aber auch zu Konflikten. Das vom Forum Biodiversität Schweiz und ProClim- der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) erarbeitete Positionspapier zeigt ausgewählte Fälle und formuliert unter anderem folgende Empfehlungen:

Ökologische Direktzahlungen als Anreiz. Extensiv bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen stossen weniger Treibhausgase aus als intensiv genutzte Flächen und haben zudem eine höhere Biodiversität. Ökologische Direktzahlungen können deshalb nicht nur ein Anreiz für die Erhöhung der Biodiversität im Kulturland sein, sondern auch für die Reduktion von Treibhausgasemissionen. Sie sollten noch besser auf diese Leistungen ausgerichtet werden.

Systematischere Waldnutzung. In abgelegenen Regionen könnten die Wälder vermehrt als Kohlenstoffspeicher genutzt, d.h. als Waldreservate ausgeschieden oder nur noch minimal bewirtschaftet werden. In leichter zugänglichen Gebieten hingegen könnte das Holz stärker als bisher als Baustoff und Energieträger genutzt werden. Wenn dabei die Grundsätze des naturnahen Waldbaus berücksichtigt werden, kommt diese differenzierte Waldnutzung sowohl dem Klima wie der Biodiversität zu Gute.

Naturnahe Gestaltung von gefährdeten Flächen. Die Revitalisierung von Bächen und Flüssen und die Ausscheidung von Flächen, die überflutet werden können, sind Massnahmen, die aus Sicht sowohl des Klimaschutzes als auch der Erhaltung der Ökosysteme zu begrüssen sind. Auch beim Schutz vor Steinschlag, Rutschungen und Lawinen leisten Gebirgswälder und Wiesen einen wichtigen Beitrag. Da diese ebenfalls der Klimaänderung ausgesetzt sind, müssen sie möglichst artenreich und naturnah gestaltet werden.

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

Dr. Daniela Pauli
Forum Biodiversität Schweiz
Tel. +41 (0)31 312 02 75
biodiversity@scnat.ch
Dr. Christoph Ritz
ProClim-, Forum for Climate and Global Change
Tel. +41 (0)31 328 23 24
ritz@scnat.ch

Natascha Branscheidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.scnat.ch/downloads/Bio_Klima_deutsch_leicht.pdf

Weitere Berichte zu: Biodiversität Klimaschutz Synergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ohne Kunststoff zur Mikroplastik-Jagd: „Rocket“ verbessert Erfassung besonders kleiner Partikel
22.10.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Artenvielfalt kann Ökosysteme auch destabilisieren
18.10.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

Schwarze Löcher stossen zusammen, Gravitationswellen breiten sich durch die Raumzeit aus - und ein riesiges Messgerät ermöglicht es, die Struktur des Universums zu erkunden. Dies könnte bald Realität werden, wenn die Raumantenne LISA ihren Betrieb aufnimmt. UZH-Forschende zeigen nun, dass LISA auch Aufschluss über die schwer fassbaren Partikel der Dunklen Materie geben könnte.

Dank der Laserinterferometer-Raumantenne (LISA) können Astrophysiker Gravitationswellen beobachten, die von Schwarzen Löchern ausgesendet werden. Diese...

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemie aus der Luft: atmosphärischem Stickstoff als Alternative

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Gebirge bereiten Boden für Artenreichtum

22.10.2018 | Geowissenschaften

Neuer Wirkstoff gegen Anthrax

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics