Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biodiversität und Praxis

21.05.2008
Mehr Durchlässigkeit für Forschungsergebnisse

Schon lange sind sich die Forscher aller Nationen einig: Biodiversität ist eins der zentralen Themen, die in das politische Handeln der Zukunft einfließen müssen, um die Lebensgrundlage der Menschen zu erhalten.

So der Tenor der Vorkonferenz "Biodiversity Research - Safeguarding the Future", die Mitte Mai 2008 in Bonn im Vorfeld der internationalen UN-Konferenz zur Biodiversität stattfand. Doch Einigkeit alleine genügt nicht. Es scheint in der Praxis eine mehr oder weniger durchlässige "Lehmschicht" zwischen Wissenschaft und Politik zu bestehen, weshalb sich wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Weg zur praktischen Umsetzung  häufig schwertun.

Über 250 Wissenschaftler aus 36 Ländern berieten deshalb darüber, wie ihre Erkenntnisse besser zur Lösung der drängenden Fragen der Zukunft nutzbar gemacht werden können.

... mehr zu:
»Biodiversität »Ökosystem

Eine zentrale Botschaft an die Regierungen der Weltgemeinschaft ist daher, den politisch-wissenschaftlichen Dialog zu stärken und die wissenschaftliche Expertise verstärkt in politische Aktionen münden zu lassen. Dazu müsse die Wissenschaft einerseits ihre Informationen besser nutzbar machen, aber auch weitere Anstrengungen unternehmen, schneller detailliertere Informationen zu liefern. Ein zentraler Ansatz dazu sei die Einrichtung eines globalen Arten-Monitoring-Systems. Mit dessen Hilfe könnte das Ausmaß der Abnahme biologischer Vielfalt an weltweit verteilten Messstationen erhoben werden.

Ein solches System könnte - möglichst in "Echtzeit" - Daten über die Zusammensetzung von Ökosystemen, die vorhandenen Arten und deren genetisches Potenzial liefern. Ein weiterer wichtiger Schritt wäre dann, den Wert von so genannten Biodiversitäts-Dienstleistungen zu messen. Gemeint sind damit Dienstleistungen, die eine Art oder ein Ökosystem erbringt. Im großen Maßstab beispielsweise Aasfresser, die Wildkadaver beseitigen und damit die Ausbreitung von Tierseuchen verhindern. Im kleinen Maßstab zum Beispiel biologische Gegenspieler gegen Pilze und Bakterien, welche die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten eindämmen.

Am deutlichsten wird es bei der Bestäubungsdienstleistung der Bienen. Ohne deren Arbeit gibt es riesige Ertragsverluste - bereits heute vielerorts durch den "krankheitsbedingten Ausfall" der Bienen zu beobachten. Es gibt unzählige Beispiele, denen eines gemein ist: Es fehlt weitgehend die ökonomische Bewertung. Und solange diese fehlt, kann die Erhaltung der Biodiversität nur schwer antreten gegen die Vielzahl kommerzieller Interessen. Der dringende Appell der Experten lautet daher: Mehr akademische Forschung, die nur davon getrieben ist, eine bestimmte Hypothese zu belegen oder zu widerlegen, im Gegensatz zu kommerzieller Forschung, die auf Profit ausgerichtet ist. Zudem müsse weiter diskutiert werden, wie Ländern mit hohem Aufkommen an Arten ein Anreiz gegeben werden könne, um diese Arten beispielsweise in Naturschutzgebieten zu erhalten.

Friederike Eversheim | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Biodiversität Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Innovationen ermöglichen fast vollständige Dekarbonisierung des Industriesektors
25.03.2019 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Forschung für weniger Plastik im Einkaufskorb
19.03.2019 | Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, gemeinnützig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neues Gen mit möglicher Rolle bei Metastasierung identifiziert

Gen nach römischer Göttin Minerva benannt, da Immunzellen im Kopf der Fruchtfliege stecken bleiben

Weisen Tumore eine bestimmte Kombination von Zuckern – das sogenannte T-Antigen – auf, breiten sie sich mit größerer Wahrscheinlichkeit im Körper aus und töten...

Im Focus: New gene potentially involved in metastasis identified

Gene named after Roman goddess Minerva as immune cells get stuck in the fruit fly’s head

Cancers that display a specific combination of sugars, called T-antigen, are more likely to spread through the body and kill a patient. However, what regulates...

Im Focus: Saxony5 und Industrie 4.0 Modellfabrik präsentieren sich auf Hannover Messe

Vom 1. bis 4. April 2019 ist die HTW Dresden mit der Industrie 4.0 Modellfabrik und dem Projekt Saxony5 auf der Hannover Messe vertreten. Am Gemeinschaftstand der sächsischen Hochschulen für angewandte Forschung (HAW) „Forschung für die Zukunft“ stellen die Dresdner Forscher aktuelle Projekte zum kollaborativen Arbeiten und deren Anwendungen in der Industrie vor.

Virtuell können die Besucher von Hannover aus auf dem Tablet ihre Züge gegen den kollaborativen Roboter YuMi, der in der Modellfabrik in Dresden steht, setzen....

Im Focus: Hochdruckwasserstrahlen zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen erprobt

Beim Fräsen hochfester Werkstoffe wie Oxidkeramik oder Sondermetalle – und besonders bei der Schruppbearbeitung – verschleißen Werkzeuge schnell. Für Unternehmen ist die Bearbeitung dieser Werkstoffe deshalb mit hohen Kosten verbunden. Im Projekt »HydroMill« hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen mit seinen Projektpartnern nun gezeigt, dass sich der Hochdruckwasserstrahl zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen eignet. War der Einsatz von Wasserstrahlen bislang auf die Schneidbearbeitung beschränkt, zeigen die Projektergebnisse, wie sich hochfeste Werkstoffe kosten- und ressourcenschonender als bisher flächig abtragen lassen.

Diese neue und zur konventionellen Schruppbearbeitung alternative Anwendung der Wasserstrahlbearbeitung untersuchten die Aachener Ingenieure gemeinsam mit...

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Industrie 4.0 - Herausforderungen & Wege in der Ingenieurausbildung

26.03.2019 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Künstliche Intelligenz forscht mit

26.03.2019 | Informationstechnologie

Neues Gen mit möglicher Rolle bei Metastasierung identifiziert

26.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Im nicht mehr ewigen Eis – Rostocker Forscher untersuchen Leben in der Antarktis

26.03.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics