Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kat für den Diesel

29.09.2000


Das gezeigte Bild (farbig und in hoher

Auflösung) können Sie

hier herunterladen


... mehr zu:
»Abgas »Stickoxid »Stickstoff
An den Universitäten Kaiserslautern, Karlsruhe und München soll ein Katalysator für Diesel-Pkw entwickelt werden, der die giftigen Stickoxide in ungiftigen Stickstoff umwandelt.

Unter den Verbrennungsmotoren zählen sie zu den Sparkünstlern: Moderne Dieselantriebe verbrauchen erheblich weniger Treibstoff und produzieren im Gegenzug auch weniger Kohlendioxid als die Ottomotoren-Konkurrenz. Eigentlich also eine saubere Sache - wäre da nicht ein Pferdefuß in Form zweier übler Abgasbestandteile: Die Ruß- und Stickoxid-Emissionen sind nämlich weitaus höher als bei Benzin-Motoren. An den Universitäten Kaiserslautern, Karlsruhe und München soll nun ein Katalysator für Diesel-Pkw entwickelt werden, der die giftigen Stickoxide in ungiftigen Stickstoff umwandelt. Ziel des ehrgeizigen Projekts: ein Antrieb, der in Verbindung mit einem modernen Rußfilter die für das Jahr 2005 vorgeschriebenen Grenzwerte Euro IV deutlich unterschreitet.
Als vielversprechenden Stickoxid-Killer sehen die drei Arbeitsgruppen die Harnstoff-SCR-Technik (SCR = Selective Catalytic Reduction). Dabei wird trockener Harnstoff in das Abgas eingebracht, wo er zu Ammoniak zerfällt. Der Ammoniak dient den Stickoxid-Molekülen als Reaktionspartner: Er "entreißt" ihnen den Sauerstoff, wobei Stickstoff und Wasser entstehen. Die Reaktion ist im Prinzip schon lange bekannt; bislang tendierte man jedoch zumindest bei stationären Dieselgeneratoren dazu, das Abgas direkt mit flüssigem Ammoniak zu entgiften. Da Ammoniak aber toxisch wirkt und zudem ein entsprechender Tank kaum am Pkw unterzubringen wäre, ist eine solche Lösung im Kfz-Bereich nicht praktikabel.
Harnstoff, der von der chemischen Industrie zu Kilo - Preisen von unter 50 Pfennigen angeboten wird, wäre ein adäquater Ersatz. Sechs Kilogramm des ungiftigen Pulvers würden theoretisch für ein Inspektionsintervall von 20.000 Kilometern ausreichen - und den Diesel für diese Distanz zu einem wahren Saubermann werden lassen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Werner Müller
Arbeitsgruppe Verbrennungskraftmaschinen
an der Universität Kaiserslautern
Tel.: 0631/205-2306
E-Mail: wmueller@mv.uni-kl.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Frank Luerweg | idw

Weitere Berichte zu: Abgas Stickoxid Stickstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Kohlenstoffbilanz im tropischen Regenwald des Amazonas
11.11.2019 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht Absinkende Luftpakete mitverantwortlich für Hitzewellen
08.11.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Im Focus: Göttinger Chemiker weisen kleinstmögliche Eiskristalle nach

Temperaturabhängig gefriert Wasser zu Eis und umgekehrt. Dieser Vorgang, in der Wissenschaft als Phasenübergang bezeichnet, ist im Alltag gut bekannt. Um aber ein stabiles Gitter für Eiskristalle zu erreichen, ist eine Mindestanzahl an Molekülen nötig, ansonsten ist das Konstrukt instabil. Bisher konnte dieser Wert nur grob geschätzt werden. Einem deutsch-amerikanischen Forschungsteam unter Leitung des Chemikers Prof. Dr. Thomas Zeuch vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen ist es nun gelungen, die Größe kleinstmöglicher Eiskristalle genau zu bestimmen. Die Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science erschienen.

Knapp 100 Wassermoleküle sind nötig, um einen Eiskristall in seiner kleinstmöglichen Ausprägung zu formen. Nachweisen konnten die Wissenschaftler zudem, dass...

Im Focus: Verzerrte Atome

Mit zwei Experimenten am Freie-Elektronen-Laser FLASH in Hamburg gelang es einer Forschergruppe unter Führung von Physikern des Max-Planck-Instituts für Kernphysik (MPIK) in Heidelberg, starke nichtlineare Wechselwirkungen ultrakurzer extrem-ultravioletter (XUV) Laserpulse mit Atomen und Ionen hervorzurufen. Die heftige Anregung des Elektronenpaars in einem Heliumatom konkurriert so stark mit dem ultraschnellen Zerfall des angeregten Zustands, dass vorübergehend sogar Besetzungsinversion auftreten kann. Verschiebungen der Energie elektronischer Übergänge in zweifach geladenen Neonionen beobachteten die Wissenschaftler mittels transienter Absorptionsspektroskopie (XUV-XUV Pump-Probe).

Ein internationales Team unter Leitung von Physikern des MPIK veröffentlicht seine Ergebnisse zur stark getriebenen Zwei-Elektronen-Anregung in Helium durch...

Im Focus: Distorted Atoms

In two experiments performed at the free-electron laser FLASH in Hamburg a cooperation led by physicists from the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear physics (MPIK) demonstrated strongly-driven nonlinear interaction of ultrashort extreme-ultraviolet (XUV) laser pulses with atoms and ions. The powerful excitation of an electron pair in helium was found to compete with the ultrafast decay, which temporarily may even lead to population inversion. Resonant transitions in doubly charged neon ions were shifted in energy, and observed by XUV-XUV pump-probe transient absorption spectroscopy.

An international team led by physicists from the MPIK reports on new results for efficient two-electron excitations in helium driven by strong and ultrashort...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

Automatisiertes Fahren und Recht

06.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Effizienz-Weltrekord für organische Solarmodule aufgestellt

11.11.2019 | Energie und Elektrotechnik

Antibiotika: Neuer Wirkstoff wirkt auch bei resistenten Bakterien

11.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Forschungsprojekt kombiniert Digitalisierung und Verfahrenstechnik

11.11.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics