Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meeresspiegel wird schneller steigen als erwartet

16.04.2008
Geologen kritisieren Prognosen des UN-Klimarates

Bis zum Ende des Jahrhunderts werde der Meeresspiegel global um 0,8 bis 1,5 Meter ansteigen. So lautet das Ergebnis einer Forschungsarbeit von Geologen des Proudman Oceanographic Laboratory (POL) um Svetlana Jevrejeva, die im Rahmen der Generalversammlung der European Geosciences Union vorgestellt wurde.

Die Forscherin, die sich seit einigen Jahren mit der Erforschung historischer Veränderungen des Meeresspiegels beschäftigt, stimmte so in den Kanon derer ein, die die Vorhersage des UN-Klimarates IPCC für zu konservativ halten. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) prognostiziert einen Anstieg von nur 18 bis 79 Zentimetern bis zum Jahr 2100.

Jevrejeva ist Teil eines britisch-finnischen Forscherteams, das ein Computermodell entwickelt hat, welches die Temperaturveränderungen der vergangenen zwei Jahrtausenden in Beziehung setzt. "In den letzten 2.000 Jahren war der Meeresspiegel sehr stabil, er schwankte nur um rund 20 Zentimeter", fasst die Forscherin die Ergebnisse zusammen. Im 18. Jahrhundert sei der Meeresspiegel im Durchschnitt um zwei Zentimeter gestiegen, im 19. Jahrhundert um sechs Zentimeter und im vergangenen Jahrhundert schließlich um 19 Zentimeter. Dieser schnelle Anstieg sei als eine Folge der abschmelzenden Gletscher anzusehen.

... mehr zu:
»IPCC »Meeresspiegel

Das Forscherteam habe das beschleunigte Schmelzen der polaren Eismassen mit in ihr Modell integriert, im Gegensatz zur IPCC. Voraussetzung für das Eintreten der IPCC-Prognose - und nicht etwa höherer Werte - ist, dass sich das Abschmelzen an Nord- und Südpol nicht weiter beschleunigt. Eine Annahme, die viele Forscher, wie auch Jevrejeva und ihre Kollegen, als nicht haltbar ansehen. Satellitenaufnahme würden aber mittlerweile nahe legen, dass die Eisflächen in Grönland und der Westantarktis weitaus schneller abschmelzen, als bisher angenommen.

Vor allem für flache Küstenländer könnte ein derartig schneller Anstieg des Meeresspiegels, wie ihn die Forscher vom POL voraussagen, dramatische Folgen haben. "Wenn der Meeresspiegel um einen Meter steigt, werden 72 Millionen Chinesen und zehn Prozent der vietnamesischen Bevölkerung umgesiedelt werden müssen", führt Jevrejeva aus. "Bis zu 90 Prozent der Fläche von Bangladesh befinden sich innerhalb eines Meters über dem Meeresspiegel", fügt Simon Holgate, ebenfalls am POL tätig, hinzu.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pol.ac.uk
http://www.copernicus.org/egu
http://www.ipcc.ch

Weitere Berichte zu: IPCC Meeresspiegel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Regenrückhaltebecken bringen Artenvielfalt in den besiedelten Raum
20.02.2020 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht Folgen des Klimawandels: Viele Pflanzenarten wohl stärker gefährdet als bisher angenommen
11.02.2020 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics