Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Sonde für energieeffizientere Müllverbrennung

17.03.2008
Mit der CORRMORAN GmbH gewinnt Gründerteam der Universität Augsburg den BPWSchwaben. / Für die Industrielle Nutzung weiterentwickelte Ergebnisse eines EU-geförderten AMU-Projekts sind Basis der Ausgründung.

Den für industriellen Einsatz weiterentwickelten Prototyp einer Sonde, die es ermöglicht, den Korrosionsangriff im Kessel einer Müllverwertungsanlage online zu verfolgen, zunächst als Dienstleistung, später eventuell auch als käufliches Produkt anzubieten - mit dieser Geschäftsidee haben Dr. Barbara Waldmann, Bernhard Stöcker und Dr. David Schrupp vom Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) der Universität Augsburg den diesjährigen Business-Plan-Wettbewerb Schwaben (BPWSchwaben) gewonnen.

Den Korrosionsangriff online analysieren

Korrosion ist der Hauptgrund für den begrenzten energetischen Wirkungsgrad von Müllverbrennungsanlagen und für deren hohe Wartungskosten. Wissenschaftler am Augsburger Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) haben im Rahmen eines von der EU und vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz geförderten und mittlerweile abgeschlossenen Projekts zur Charakterisierung und Analyse der Beläge und des Korrosionsangriffs an Wärmetauschern in Müllverwertungsanlagen den Prototyp für eine stabförmige Sonde entwickelt, die bei laufendem Betrieb in die Anlage eingeführt werden kann und es möglich macht, den Korrosionsangriff online zu verfolgen. So werden wichtige Erkenntnisse über die zeitlichen Zusammenhänge zwischen Prozessparametern und diesem Korrosionsangriff gewonnen. Unter den genannten Gesichtspunkten des Wirkungsgrads und der Wartungskosten können aus diesen Erkenntnissen wertvolle Informationen an die Anlagenbauer und -betreiber weitergegeben werden.

Weiterentwicklung zur industriellen Anwendungsreife

"Unser Konzept stieß in Fachkreisen frühzeitig auf großes Interesse, nachdem die Korrosion nach wie vor eines der belastendsten Probleme ist, mit denen Müllverbrennungsanlagen sowohl unter dem Aspekt der Energieeffizienz als auch mit Blick auf den Wartungsaufwand konfrontiert sind", berichtet Projektleiter Prof. Dr. Ferdinand Haider. Die im Zuge des Projekts entwickelte Sonde sei für die Forschungszwecke voll ausgereift gewesen und habe wichtige Erkenntnisse geliefert. "Für einen industriellen Einsatz war sie jedoch auch bei Projektabschluss noch ungeeignet. An unserem auf Transfer ausgerichteten Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung", so Haider weiter, "haben wir den Prototyp der Sonde, insbesondere die zughörige Steuerelektronik so weiterentwickelt bzw. neu konzipiert, dass nun eine erste industriell anwendungsfähige Version dieser Sonde vorliegt." Sie wird bereits in einer Reihe von Anlagen in Deutschland und auch im europäischen Ausland erfolgreich eingesetzt.

Im Rahmen des EXIST-Programms und mit Unterstützung der Universität

Die Projektergebnisse und das rege Interesse von Experten haben die Augsburger AMU-Forscher schließlich dazu motiviert, das Potential einer auf der Sonde basierenden Ausgründung zu eruieren. Ein dementsprechender Antrag im EXIST-Gründerprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums, den Waldmann, Stöcker und Schrupp stellten, war erfolgreich und ermöglichte es, die wirtschaftlichen und juristischen Aspekte einer Firmengründung zu klären. Auf der Basis eines im Rahmen des EXIST-Programms erstellten fundierten Businessplans werden Waldmann und ihre beiden AMU-Kollegen Gesellschafter dieser Ausgründung - einer GmbH - sein. Haider und sein Kollege Prof. Dr. Siegfried Horn (Lehrstuhl für Experimentalphysik II) werden das Ausgründungsprojekt in Form eines Beirats ohne wirtschaftliche Beteiligung begleiten. "Wir freuen uns, dass auch die Universität insgesamt unserer Ausgründung sehr positiv gegenübersteht und sich im Rahmen des EXIST-Antrags verpflichtet hat, unser Projekt zu unterstützen", sagt Barbara Waldmann. Unterstützung kommt auch von der Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH (GKS), mit deren Geschäftsführer Dr. Ragnar Warnecke zusammen das Projekt vom Augsburger AMU abgewickelt wurde.

Zunächst als Dienstleistung, später auch als käufliches Produkt

Die neue Firma wird auf den Namen CORRMORAN (für CORRosion MOnitoring and ANalysis) hören. "Zunächst", so die künftige CORRMORAN-Gesellschafterin Waldmann, "werden wir Unternehmen aus dem Bereich der Abfallverbrennung die von uns entwickelte Sonde als Dienstleistung anbieten, später vielleicht auch als käufliches Produkt. So oder so können wir unseren Kunden helfen, den Betrieb ihrer Anlagen sicherer und energieeffizienter zu machen."

Anprechpartner:

Dr. Barbara Waldmann
Universität Augsburg
Institut für Physik/AMU
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-3587
barbara.waldmann@physik.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.amu-augsburg.de/
http://www.mbpw.de/index.php?id=200

Weitere Berichte zu: Korrosionsangriff Müllverbrennung Sonde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht „Molekulare Schere“ für den Plastikmüll möglich
12.04.2019 | Universität Greifswald

nachricht E. coli & Co.: Fäkalkeime in Landschaften und Fließgewässern
04.04.2019 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics