Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Militärtechnologie soll Delfine retten

14.03.2008
Sonar-Reflektoren halten Meeressäuger von Netzen fern

Jedes Jahr sterben etwa 350.000 Delfine und Wale als Beifang in Fischernetzen. Laut Greenpeace liegt die Dunkelziffer bei einer Mio. Tieren. Ausgerechnet Technologie des britischen Militärs soll nun helfen, diese Zahlen zu reduzieren. Ein Gerät, das vom Defence Science and Technology Laboratory (DSTL)entwickelt wurde, um Schiffe sicher durch Minenfelder zu bringen, soll künftig helfen, manche Meeressäuger von Fischernetzen fernzuhalten.

"Meistens schwimmen die Tiere in das Netz, weil sie es mit ihrem eigenen Sonar nicht wahrnehmen können", so Entwickler Carl Tiltman gegenüber der BBC. Nun sollen die neuen Vorrichtungen an den Netzen angebracht werden und das Echolot der Tiere besser reflektieren. "Sie werden wissen, dass da etwas ist und nicht einfach darauf los schwimmen", erklärt Tiltman.

Das entwickelte Gerät ist etwa so groß wie ein Fussball und reflektiert Sonar-Signale. Auftreffende Geräusche werden in der Kugel zuerst geteilt und anschließend ohne große Verluste an die Tiere zurückgesandt. "Das würde hauptsächlich den Delfinen nützen", so Meeresbiologe Michael Stachowitsch von der Universität Wien auf Anfrage von pressetext. "Die meisten Wale orientieren sich nicht so gezielt durch Echolot." Umweltschützer halten die Innovation zwar für sinnvoll, sie reiche jedoch nicht aus, um das Problem zu lösen. Eine Umstellung der Fischerei müsse ebenfalls dringend diskutiert und umgesetzt werden.

... mehr zu:
»Fischerei »Meeressäuger

"Es gibt verschiedene Lösungsansätze, die allerdings nicht alle als durchwegs positiv zu bewerten sind", erklärt Stachowitsch. Sogenannte Pinger würden bereits eingesetzt, um Delfine und Wale abzuschrecken. Die Geräte senden in kurzen Abstände akustische Signale aus, welche die Meeressäuger fernhalten sollen. "Der Vorteil ist, dass die Delfine die Signale hören, der Nachteil ist Stress durch Lärmbelästigung für Tier und Umwelt", so der Wissenschaftler. Stärkere Geräte, sogenannte Acoustic Deterrent Devices, könnten Delfine sogar aus ihren Lebensräumen vertreiben.

Die neuen Sonar-Reflektoren wurden ursprünglich entwickelt um Minen zu markieren und die Durchfahrt für Schiffe sicherer zu machen. "Wenn wir in Gebiete wie den Nordarabischen Golf fahren und verminte Gebiete finden, müssen wir diese kennzeichnen", erklärt Tiltman. In Zukunft will das DSTL die neue Technik nicht nur in der Fischerei, sondern auch zur Markierung von Ölpipelines nutzen.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dstl.gov.uk
http://www.univie.ac.at/marine-biology

Weitere Berichte zu: Fischerei Meeressäuger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wind trägt Mikroplastik in die Arktis
14.07.2020 | Universität Wien

nachricht Waldwechsel in den asiatischen Tropen: Klimawandel lässt Vegetation ergrünen und sprießen
10.07.2020 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hammer-on – wie man Atome schneller schwingen lässt

Schwingungen von Atomen in einem Kristall des Halbleiters Galliumarsenid (GaAs) lassen sich durch einen optisch erzeugten Strom impulsiv zu höherer Frequenz verschieben. Die mit dem Strom verknüpfte Ladungsverschiebung zwischen Gallium- und Arsen-Atomen wirkt über elektrische Wechselwirkungen zurück auf die Schwingungen.

Hammer-on ist eine von vielen Rockmusikern benutzte Technik, um mit der Gitarre schnelle Tonfolgen zu spielen und zu verbinden. Dabei wird eine schwingende...

Im Focus: Kryoelektronenmikroskopie: Hochauflösende Bilder mit günstiger Technik

Mit einem Standard-Kryoelektronenmikroskop erzielen Biochemiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) erstaunlich gute Aufnahmen, die mit denen weit teurerer Geräte mithalten können. Es ist ihnen gelungen, die Struktur eines Eisenspeicherproteins fast bis auf Atomebene aufzuklären. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht.

Kryoelektronenmikroskopie hat in den vergangenen Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen, besonders um die Struktur von Proteinen aufzuklären. Die Entwickler...

Im Focus: Electron cryo-microscopy: Using inexpensive technology to produce high-resolution images

Biochemists at Martin Luther University Halle-Wittenberg (MLU) have used a standard electron cryo-microscope to achieve surprisingly good images that are on par with those taken by far more sophisticated equipment. They have succeeded in determining the structure of ferritin almost at the atomic level. Their results were published in the journal "PLOS ONE".

Electron cryo-microscopy has become increasingly important in recent years, especially in shedding light on protein structures. The developers of the new...

Im Focus: Neue Schlankheitstipps für Computerchips

Lange Zeit hat man in der Elektronik etwas Wichtiges vernachlässigt: Wenn man elektronische Bauteile immer kleiner machen will, braucht man dafür auch die passenden Isolator-Materialien.

Immer kleiner und immer kompakter – das ist die Richtung, in die sich Computerchips getrieben von der Industrie entwickeln. Daher gelten sogenannte...

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wind trägt Mikroplastik in die Arktis

14.07.2020 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Nanoelektronik lernt wie das Gehirn

14.07.2020 | Informationstechnologie

Anwendungslabor Industrie 4.0 der THD: Smarte Lösungen für die Unikatproduktion

14.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics