Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im klimagerechten Verhalten steckt großes Energiesparpotenzial

06.03.2001


... mehr zu:
»ISI
Gemeinsame Presseinformation des Fraunhofer ISI mit dem Öko-Institut

Untersuchung in Haushalten, Gewerbe, Handel und Dienstleistung / Bis zu

30 Prozent der CO2-Emissionen vermeidbar / Gezielte Programme notwendig

Die Beiträge, die jeder zu Hause, in der Schule oder am Arbeitsplatz zur Entlastung der Umwelt leisten kann, sind alles andere als "Peanuts". Das ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, des Öko-Instituts, Darmstadt, und der Technischen Universität München im Auftrag des Umweltbundesamts. Die Institute untersuchten die Sektoren Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Haushalte auf Möglichkeiten zur Verminderung der Kohlendioxid-Emission durch energiesparendes Verhalten. Die Ergebnisse unterstreichen die kürzlich vom Fraunhofer ISI geäußerte Behauptung, Deutschland könne auf die Nutzung der Kernkraft verzichten.

Um insgesamt 23 Millionen Tonnen ließen sich in Deutschland die CO2-Emissionen allein in Gewerbe, Handel und Dienstleistung senken; das sind etwa 16 Prozent des Gesamtausstoßes in diesem Bereich. Bereits heute lässt sich der Stromverbrauch um ca. 14 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr durch Abschalten von Stand-by, Anpassen der Betriebszeiten von Geräten an die tatsächliche Nutzung oder manuelles Zu- und Abschalten der Beleuchtung reduzieren. Dies entspricht ungefähr dem Jahresstromverbrauch der Stadt Berlin. Hinzu kommen Einsparpotenziale bei der Raumwärme von 50 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr und beim Warmwasser von jährlich 10 Milliarden Kilowattstunden.

Einen noch höheren Stellenwert räumen die Forscher den Verhaltensmaßnahmen in Haushalten ein. Das Reduktionspotenzial liegt hier bei ca. 61 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das ist ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen der deutschen Haushalte. Besonders effizient sind Maßnahmen, die den Energieverbrauch für Raumwärme reduzieren. Sie machen 87 Prozent des Einsparpotenzials aus. Wer also aufpasst, dass die Heizkörper nicht mit Möbeln zugestellt sind, die Fenster nicht bei voll aufgedrehter Heizung aufreißt und auf angemessene Raumtemperaturen achtet, leistet einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz. Ein durchschnittlicher Haushalt spart dadurch zugleich bis zu 600 DM jährlich.

Würden alle empfohlenen Verhaltensmaßnahmen durchgeführt, wäre zusammen mit der Entwicklung immer sparsamerer Geräte das von der Bundesregierung für das Jahr 2005 gesteckte Ziel erreicht, nämlich eine um 25 Prozent verminderte Kohlendioxidemission gegenüber 1990. "Ein schöner Gedanke, aber leider weit weg von der Realität", sagt Edelgard Gruber, Projektleiterin am Fraunhofer ISI.

Haushaltsbefragungen und die Untersuchung bereits durchgeführter Programme zur Förderung des klimagerechten Verhaltens zeigen, dass nur wenige Prozente des Potenzials tatsächlich erschlossen werden können. Gewohnheiten, Unkenntnis und fehlende Motivation stehen der vollständigen Ausschöpfung der Möglichkeiten entgegen. Für 2005 kann daher nur mit einer Reduktion von 8 Millionen Tonnen Kohlendioxid gerechnet werden, für 2020 mit 19 Millionen Tonnen. Entscheidend ist jedoch, dass die Zielgruppen spezifisch angesprochen und jeweils Anreize geschaffen werden. "Mit dem erhobenen Zeigerfinger kommt man in der heutigen Zeit nicht weit", so Gruber.

Berichte und Information:
Gesamte Studie: Umweltbundesamt, Berlin
Bibliothek, Tel. 030 / 8903-0

Zusammenfassung: Fraunhofer ISI, Karlsruhe
Gerhard Samulat, Tel.: (0721) 68 09 - 100
(auch als Online-Publikation, siehe unten)

Fachliche Informationen und Teilberichte:

Teil Gewerbe, Handel Dienstleistung:
Fraunhofer ISI, Karlsruhe
Edelgard Gruber, Tel.: (0721) 68 09 - 159
Bericht und Zusammenfassung als Online-Publikation:
http://www.isi.fhg.de/e/publikation/verhalten/verhalten.htm

Teil Haushalte:

Öko-Institut, Darmstadt
Bettina Brohmann, Tel.: (06151) 8191-35
Bericht und Anhang als Online-Publikation:
http://www.oeko-institut.org/bereiche/energie/documents/klima_b1.pdf
http://www.oeko-institut.org/bereiche/energie/documents/klima_b1a.pdf


Die Presseinformationen des Fraunhofer ISI finden Sie im Internet unter: http://www.isi.fhg.de/pr/presse.htm,
die des Öko-Instituts unter:
http://www.oeko-institut.org/presse/presse.html

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Phys. Gerhard Samulat | idw

Weitere Berichte zu: ISI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hitzewellen im Meer bedrohen Ökosysteme
16.08.2018 | Universität Bern

nachricht Meeresmüll in entlegensten Regionen
13.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics