Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Minimale Emissionen von CO2 und Schadstoffen

15.02.2008
Effizienter Erdgas-Hybrid-Antrieb für Fahrzeuge
Die Entwicklung von Autos, die weniger Kraftstoff verbrauchen und zudem einen geringen Schadstoffausstoß besitzen, ist angesichts des Klimawandels dringend notwendig. Einen Beitrag hierzu liefert das derzeit am Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen (IVK) bearbeitete

Verbundprojekt "Antriebskonzept mit Erdgas-Hybrid".

Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie entsteht in Kooperation mit der Adam Opel GmbH und der Robert Bosch GmbH der Prototyp eines Hybridfahrzeugs mit minimalen CO2-Emissionen auf Basis eines Opel Astra Caravan.

Der angestrebte CO2-Ausstoß von höchstens 90 Gramm pro Kilometer liegt dabei deutlich unter dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Jahr 2010 geforderten Wert von 120 g/km für die durchschnittlichen CO2-Emissionen bei Neufahrzeugen. Beide Werte beziehen sich auf den "Modifizierten Neuen Europäischen Fahrzyklus" (MNEFZ), bei dem die Bedingungen einer Fahrstrecke zur Vergleichbarkeit der Messwerte genau definiert sind.

Erreicht wird die Reduzierung der CO2-Emission durch ein innovatives Hybridkonzept, das sich von bekannten Konzepten durch die Verwendung eines kleinen, turboaufgeladenen Erdgasmotors und durch die Integration einer vorausschauenden Betriebsstrategie unterscheidet. Im Rahmen des Projekts haben die Wissenschaftler des IVK die Aufgabe übernommen, den Verbrennungsmotor zu optimieren sowie die hybridspezifische Software zu erstellen.

Die Untersuchungen des Verbrennungsmotors erfolgen auf einem hochdynamischen Motorenprüfstand des IVK, der die Darstellung verschiedener Fahrzyklen wie zum Beispiel den MNEFZ ermöglicht. Am Prüfstand untersuchen die Forscher eine Niederdruckabgasrückführung, die für die Einhaltung der Stickoxidgrenzwerte neuer Abgasnormen wie zum Beispiel Euro 5 sorgt. Zukünftige Abgasgesetzge-bungen bedingen zudem die Weiterentwicklung der erdgasspezifischen Komponenten des Motors.

Des Weiteren wollen die Wissenschaftler das mechanische wie auch softwareseitige Zusammenspiel zwischen Verbrennungsmotor, elektrischer Maschine und dazwischen liegender Kupplung am Prüfstand optimieren. Begleitend dazu erstellen sie Simulationsmodelle für den Verbrennungsmotor und den Antriebsstrang. Sie dienen als Grundlage für die Entwicklung und Überprüfung einer Software für die Betriebsstrategie, die die Koordination zwischen Verbrennungsmotor und E-Maschine, einer Batterieladestrategie und einer an den Hybridbetrieb angepassten Schaltstrategie übernimmt.

Verbrauchsreduzierend bei häufig befahrenen Strecken wirkt sich die Kenntnis über die Eigenschaften der voraus liegenden Fahrstrecke, wie Steigungen und Kurven, aus. Im Fahrzeug vorhandene Sensoren, zum Beispiel Lenkwinkelsensoren, ermitteln die jeweiligen Streckendaten. Die in einer Datenbank gespeicherten Werte stehen dann beim erneuten Befahren der Strecke der Betriebsstrategie-Software zur Verfügung. So entstehen keine Kosten für zusätzliche Hardware und die Daten werden bei jedem Befahren der Strecke aktualisiert. Damit werden zwei Hauptprobleme anderer adaptiver Systeme vermieden.

Die bisherigen Ergebnisse der Prüfstands- und Softwarearbeiten werden in einem Prototyp realisiert, der im Frühjahr getestet werden soll. Parallel dazu führen die Forscher die Versuche auf dem Motorenprüfstand weiter.

Ansprechpartner beim Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen der Universität Stuttgart zum Thema Erdgasmotor:

Dipl.-Ing. Daniel Boland, Tel. 0711/685-65716, e-mail: daniel.boland@ivk.uni-stuttgart.de;

zum Thema Software: Dipl.-Ing. Michael Böhm, Tel. 0711/685-68523,
e-mail: michael.boehm@ivk.uni-stuttgart.de
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/685-82297. -82176, -82122, -82155, Fax 0711/685-82188, e-mail: presse@uni-stuttgart.de, http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/

Text und Bilder unter http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/3/

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/
http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/3/

Weitere Berichte zu: CO2-Emission Emission IVK Verbrennungsmotor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics