Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dürre in den USA von Menschen verursacht

01.02.2008
Afrika und Südasien werden 2030 unter Ernteausfällen leiden

Die Wasserrationierungen in den westlichen US-Bundesstaaten sind auf die globale Erwärmung zurückzuführen und nicht auf natürliche Klimavariationen, kommen Hydrologen zum Schluss. Der Streit um Wasservorräte wird in der Region weiter zu nehmen, wenn nicht sofort auf die Situation eingegangen wird, prognostiziert das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Die Erwärmung hat dazu geführt, dass in den Rocky Mountains mehr Regen statt Schnee fällt. Die meisten der Flüsse werden aber durch die Schneeschmelze gespeist. Ein Beispiel für die katastrophale Lage ist der 640 Quadratkilometer große Lake Mead - ein Wasserreservoir des aufgestauten Colorado-River an der Grenze von Arizona zu Nevada. Der Fluss weist den niedrigsten Wasserstand seit 40 Jahren auf. Der Lake Mead ist aber nur eines von mehreren Wasserreservoirs, die rund 30 Mio. Menschen mit Trinkwasser versorgen.

"Das was hier im Westen der USA passiert, kann man allerdings nicht mit natürlichen Schwankungen erklären", meint Studienautor Tim Barnett vom Scripps Institution of Oceanography in La Jolla. In den Studien haben die Forscher die Auswirkungen der Klimaveränderung mit einer 60-prozentigen Relevanz beurteilt. Lediglich 40 Prozent können demnach natürlichen Schwankungen zugerechnet werden. Zwei Klimamodelle wären zu diesen Ergebnissen gekommen.

... mehr zu:
»Dürre

Die Zukunftsaussichten zeichnen die Forscher um Barnett trist: Hoffnungen, dass die Dürre nur temporär sei, werden von den Analysen definitiv zerstreut. Auch der Wasser-Experte Peter Gleick vom Pacific Institute in Oakland, Kalifornien, geht davon aus, dass der Wasserverbrauch im Golden State bis 2030 um ein Fünftel gesenkt werden könne. Dazu müssten allerdings auch die Politiker und die Gesetzgeber reagieren.

Klimaforscher der Stanford University haben in einer Klimaanalyse für das südliche Afrika und Südasien ein erschreckendes Zukunftsbild gezeichnet: In 20 Jahren könnte es aufgrund der Klimaerwärmung zu Nahrungsmittelengpässen kommen. "Am schlimmsten wird es jene Milliarde Menschen treffen, die ohnehin arm ist und von der Landwirtschaft lebt", so Studienautor David Lobell. Zwei der Klima-"Hotspots" werden das südliche Afrika sowie Südasien sein. Hier wird die Temperatur zu- und der Niederschlag abnehmen.

In Afrika ist Mais die Hauptanbaupflanze. Diese wird unter den steigenden Temperaturen und den niedrigeren Niederschlägen leiden. Lobell geht davon aus, dass die Mais-Ernten um bis zu 30 Prozent niedriger ausfallen könnten. Auch bei Weizen wird es einen Rückgang um 15 Prozent geben. Die anderen Nahrungspflanzen wie etwa Reis, Sorghum und Kassava hingegegen, könnten davon profitieren. Anders gestalte sich die Lage in Südasien: Hier sagen die Wissenschaftler Ernterückgänge um fünf bis zehn Prozent für alle Nahrungspflanzen vorher, lediglich bei Soja könnte der Ertrag leicht zunehmen. Die Forscher wollen daher "fundamentale Veränderungen der landwirtschaftlichen Systeme vornehmen."

Kritiker wie etwa Ute Sprenger, Beraterin für politische Ökologie und internationale Entwicklung http://www.gen-ethisches-netzwerk.de , warnen vor den Folgen eines Abhängigmachens der Bevölkerung von der internationalen Agrobiotech-Industrie. "Ein Negativbeispiel etwa ist die Rockefeller-Stiftung, die schon seit den 1940er Jahren Programme zur Produktionssteigerung durch Hochleistungssorten, Handelsdünger und Pestizide und kontrollierte Bewässerung von Weizen und Mais in Mexiko angeschoben hatte und 20 Jahre später bei der Gründung der Internationalen Agrarforschungszentren federführend beteiligt war", so Sprenger gegenüber pressetext. Es gehe nämlich prinzipiell darum, das Saatgut in den betroffenen Ländern geschickt an den Mann zu bringen. Ein gutes Beispiel dafür sei die "Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika" (AGRA) (pressetext berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=080129003 ).

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sio.ucsd.edu
http://www.pacinst.org
http://www.stanford.edu

Weitere Berichte zu: Dürre

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ohne Kunststoff zur Mikroplastik-Jagd: „Rocket“ verbessert Erfassung besonders kleiner Partikel
22.10.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Artenvielfalt kann Ökosysteme auch destabilisieren
18.10.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

Schwarze Löcher stossen zusammen, Gravitationswellen breiten sich durch die Raumzeit aus - und ein riesiges Messgerät ermöglicht es, die Struktur des Universums zu erkunden. Dies könnte bald Realität werden, wenn die Raumantenne LISA ihren Betrieb aufnimmt. UZH-Forschende zeigen nun, dass LISA auch Aufschluss über die schwer fassbaren Partikel der Dunklen Materie geben könnte.

Dank der Laserinterferometer-Raumantenne (LISA) können Astrophysiker Gravitationswellen beobachten, die von Schwarzen Löchern ausgesendet werden. Diese...

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Innovatives Raumluftsystem reduziert Keimbelastung in Krankenhäusern

23.10.2018 | Medizin Gesundheit

Planeten und Asteroiden wiegen

23.10.2018 | Physik Astronomie

Was die Zelle entarten lässt

23.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics