Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auenzerstörung gefährdet Natur und Gesundheit - Gute Wasserqualität nur mit naturnahen Flüssen

19.07.2012
Mit Blick auf aktuelle Verunreinigungen von Trinkwasser und Fließgewässern infolge von Starkregen fordert der NABU mehr Einsatz für naturnahe Bäche und Flüsse.

"Bei starkem Regen hält unser Abwassersystem den Belastungen oft nicht Stand. Deshalb ist es umso wichtiger, naturnahe Gewässer und Auen zu erhalten. Sie schützen nicht nur vor Hochwasser, sondern filtern auch jene Schadstoffe, die für den Menschen gefährlich werden können", so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

In vielen Gemeinden wird das Regenwasser zusammen mit Haushalts- und Industrieabwässern in die Kläranlagen geleitet. Bei wolkenbruchartigen Niederschlägen halten die Anlagen den einströmenden Wassermengen nicht Stand, sodass Teile des überschüssigen Wassers ungeklärt in Flüsse und Kanäle geleitet werden müssen. Dadurch entstehende Verunreinigungen, etwa durch gesundheitsgefährdende Fäkalkeime, führen nicht nur zu einer schlechteren Badewasserqualität in Fließgewässern, sondern auch zu einer schlechten Grundlage für das Trinkwasser. Flussauen hingegen filtern einen Großteil dieser Stoffe, die bei Menschen zu gesundheitlichen Schäden führen können.

"Mit dieser natürlichen Reinigungsfunktion, die wie eine Niere in unserem Wassersystem wirkt, entlasten Flussauen Steuerzahler und Kommunen jährlich um mehrere Millionen Euro. Doch statt diese wertvollen Auen zu erhalten, wird Raubbau an ihnen betrieben. Flüsse werden begradigt und begrenzt und die Auen weichen Industriegebieten, der Landwirtschaft oder Wohnungen", so Miller. In Deutschland dient derzeit nur noch rund jede dritte der ursprünglichen Auenflächen als Überflutungsfläche, nur jede zehnte ist überhaupt noch als naturnah einzustufen.

"Unsere Flüsse und Bäche sind in einem alarmierenden Zustand. Projekte zur Renaturierung, wie sie der NABU an Rhein, Elbe und Havel durchführt, zeigen jedoch, dass sich die Gewässer und Auen erholen können und ihre wichtigen Schutzfunktionen zurückgewinnen", so Till Hopf, NABU-Experte für Naturschutz.

Insbesondere in Städten und hochversiegelten Regionen, in denen kaum Niederschlag in den Boden eindringen kann, führt der Starkregen häufig zu Problemen. Wirksame Gegenmittel, so Hopf, können begrünte Dächer und Flächen sein oder Parkplätze, die statt auf Asphalt auf natürlichem Untergrund angelegt sind. Niederschläge können so in den Erdschichten eindringen und entlasten die Abwassersysteme.

Auf www.stadtklimawandel.de bietet der NABU hilfreiche und kostengünstige Tipps zur Entlastung der Abwassersysteme in Städten, etwa durch das Begrünen von Dächern oder die Umgestaltung von Parkplätzen. Die Broschüre "Praxis an Flüssen und Seen" zeigt zudem Ansätze, um Bäche und Flüsse naturnah zu gestalten und so zum Schutz vor Verunreinigung und Hochwasser beizutragen. Die Broschüre gibt es ab dem 23. Juli zum Download unter http://www.nabu.de/themen/biologischevielfalt/vielfaltvorort/.

Pressekontakt:

Moritz Klose, NABU-Experte für Biodiversität,
Tel: 030-284984-1624
Till Hopf, NABU-Experte für Naturschutz,
Tel: 030-284984-1618

Moritz Klose / Till Hopf | NABU
Weitere Informationen:
http://www.nabu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Mangroven und Korallen gegen Tsunamis: Team unter Göttinger Leitung untersucht den Schutz von Küstengebieten
12.12.2019 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht Kein Seemannsgarn: Hochseeschifffahrt soll schadstoffärmer werden
11.12.2019 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Cheers! Maxwell's electromagnetism extended to smaller scales

More than one hundred and fifty years have passed since the publication of James Clerk Maxwell's "A Dynamical Theory of the Electromagnetic Field" (1865). What would our lives be without this publication?

It is difficult to imagine, as this treatise revolutionized our fundamental understanding of electric fields, magnetic fields, and light. The twenty original...

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Im Focus: Highly charged ion paves the way towards new physics

In a joint experimental and theoretical work performed at the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear Physics, an international team of physicists detected for the first time an orbital crossing in the highly charged ion Pr⁹⁺. Optical spectra were recorded employing an electron beam ion trap and analysed with the aid of atomic structure calculations. A proposed nHz-wide transition has been identified and its energy was determined with high precision. Theory predicts a very high sensitivity to new physics and extremely low susceptibility to external perturbations for this “clock line” making it a unique candidate for proposed precision studies.

Laser spectroscopy of neutral atoms and singly charged ions has reached astonishing precision by merit of a chain of technological advances during the past...

Im Focus: Ultrafast stimulated emission microscopy of single nanocrystals in Science

The ability to investigate the dynamics of single particle at the nano-scale and femtosecond level remained an unfathomed dream for years. It was not until the dawn of the 21st century that nanotechnology and femtoscience gradually merged together and the first ultrafast microscopy of individual quantum dots (QDs) and molecules was accomplished.

Ultrafast microscopy studies entirely rely on detecting nanoparticles or single molecules with luminescence techniques, which require efficient emitters to...

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Hefe-Spezies in Braunschweig entdeckt

12.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Humane Papillomviren programmieren ihre Wirtszellen um und begünstigen so die Hautkrebsentstehung

12.12.2019 | Medizin Gesundheit

Urbane Gärten: Wie Agrarschädlinge von Städten profitieren

12.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics