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Zusammenspiel von Sicherheit und Eventerlebnis bei Großveranstaltungen

03.02.2010
Eine Studie der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) beleuchtet den Zusammenhang von Sicherheitsmaßnahmen und Eventerlebnis am Beispiel der Olympischen Winterspiele 2018.

Der darin entwickelte Ansatz zeigt, wie Investitionen in die Sicherheit positiv auf das Eventerlebnis der Zuschauer und Teilnehmer wirken. Ziel ist die Entwicklung von Sicherheitskonzepten, die Schutz ermöglichen, ohne das Erlebnis zu beeinträchtigen. Die Studienleiter erwarten zukünftig zunehmende Relevanz der Sicherheitsfrage.

Wie können das Sicherheitsbedürfnis und der Eventcharakter bei Großveranstaltungen wie den olympischen Spielen für Zuschauer und Teilnehmer in Einklang gebracht werden? Entlang dieser Frage entwickelt der Bereich Sport- und Eventmanagement an der MHMK unter Federführung von Prof. Dr. Guido Schafmeister und Prof. Dr. Guido Ellert im Auftrag der BuCET Shared Services AG (BSS AG) ein neues Forschungsgebiet, das Eventveranstaltern sowie privaten und öffentlichen Sicherheitsverantwortlichen eine bessere Planung ermöglichen soll.

Dazu wurde an der MHMK folgende Studie durchgeführt: "Zusammenspiel von Sicherheit und Eventerlebnis bei Großveranstaltungen. Eine empirische Analyse im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2018". Der darin entwickelte Ansatz zeigt, wie Investitionen in die Sicherheit positiv auf das Eventerlebnis der Zuschauer und Teilnehmer wirken. Die Forscher sehen mögliche Anwendung ihrer Ergebnisse nicht nur bei sportlichen Großveranstaltungen, sondern auch bei Großkonzerten, politischen Demonstrationen oder dem Oktoberfest. Für weitere Forschung ist eine strategische Partnerschaft zwischen der BSS AG und den Eventforschern der MHMK angestrebt.

Sicherheit erlaubt Unbeschwertheit und trägt zur Wertschöpfung bei

Aus wirtschaftlicher Sicht, so eines der Studienergebnisse, trage Sicherheit direkt zur Wertschöpfung bei. Das zeige das letzte Oktoberfest in München, wo nach Erhöhung der Sicherheitsstufe die Besucherzahlen sanken. "In der ersten Woche, also vor den Terrordrohungen, kamen rund 3,3 Mio. Besucher und in der zweiten Woche nur noch 2,4 Mio. Besucher. Dies lag auch an den stark abschreckenden Polizeimaßnahmen", meint Arne Schönbohm, Vorstand der BSS AG. Diese Abschreckung sei vermeidbar. "Natürlich erwarten die Besucher, dass sie Sicherheitskräfte sehen. Es stellt sich aber aus psychologischer Sicht die Frage, wo die Präsenz der Sicherheitskräfte positiv wahrgenommen wird und wann der Anblick von Polizeifahrzeugen und Einsatzanzügen abschreckt und den Erfolg einer Großveranstaltung gefährdet," resümiert Professor Ellert, der Ansätze der Wahrnehmungs- und Wirkungsforschung zugrunde legt und mit Eye-Tracking-Verfahren arbeitet.

Der erste Eindruck sei enorm wichtig für das Gesamterlebnis. Wo bleiben die Blicke hängen? Sicherheitskräfte sind oft die ersten Personen des Veranstalters, mit denen ein Gast in Kontakt kommt. Im Mittelpunkt der Forschung zum Sicherheitsempfinden steht daher die Kundenorientierung und das Eventerlebnis von Besuchern, Teilnehmern, Sportlern und Künstlern. Wie erleben diese die Sicherheitsvorkehrungen? Als bedrohliche Kulisse oder als beruhigende Vorsorge des Veranstalters? Als Einschränkung oder als unbeschwerte Freizeit?

Investition in Event-Qualität statt notwendiges Übel

Für entsprechende Sicherheitskonzepte sei jedoch meist die Abstimmung im Vorfeld mangelhaft und die Vorlaufzeit zu knapp. Das ergaben Interviews mit Experten aus dem Event- und Sicherheitsbereich. In der Praxis würden Sicher-heitsfachleute sehr spät hinzugezogen. Das Thema Sicherheit werde eher als notwendiges Übel, denn als Investition in die Qualität und das Erlebnis einer Veranstaltung behandelt. "Das größte Potential sehen wir daher in der Abstimmung zwischen öffentlichen und privaten Organisatoren, vor allem aber zwischen Sicherheitsdienstleistern und Eventveranstaltern", so Schafmeister, der auch auf die Möglichkeiten neuer Technologien verweist. Der Einsatz moderner Technologien, beispielsweise "Sniffer"-Techniken oder Tragschrauber, könnte Sicherheit und Besucherzahlen und somit den wirtschaftlichen Erfolg erhöhen.

Olympia 2018: Relevanz für Bewerbung Münchens

Auch im Hinblick auf die Bewerbung Münchens für die Olympischen Spiele 2018, die der vorliegenden Studie als Beispiel dient, seien die Ergebnisse aufschlussreich. Die aktuelle Diskussion über die Sicherheit der Fußball WM 2010 bestärkt die Verfasser in der Annahme, dass die Sicherheit bei der Vergabe zukünftiger Großveranstaltungen wie den olympischen Spielen eine noch größere Rolle spielen werde. Daher ist Schafmeister überzeugt, "dass ein innovatives Sicherheitskonzept, das Eventerlebnis und Sicherheit kombiniert, Pluspunkte im Bewerbungsverfahren bringt."

Studienleiter:
Prof. Dr. Guido Schafmeister
MHMK München
g.schafmeister-at-macromedia.de
Tel. 089-544151-860
Projektpartner und Auftraggeber:
Arne Schönbohm
Vorstand BSS BuCET Shared Services
info-at-bssag.de
Tel. 089-57959-108
Medienkontakt: Jessica Schallock, j.schallock-at-macromedia.de, 089.544 151-873
Über die BuCET Shared Services AG
Die BSS BuCET Shared Services AG ist ein führendes Unternehmen in der Ge-schäftsentwicklung/Marktentwicklung im Sicherheitsumfeld und versteht sich als Partner mit Systemkompetenz zur Lösung komplexer Projekte. Die Schwerpunkte der BSS AG liegen in der Technischen Dienstleistung wie beispielsweise dem Projektmanagement, dem Data Warehousing und in der Geschäftsentwicklung, insbesondere dem Schaffen von Marktzugängen. Die BSS BuCET Shared Services AG versteht sich als Unternehmen, das im Sinne von "Net Centric Operations" verschiedenste Know-how-Träger effizient und bedarfsgerecht zusammenbindet. Schwerpunkte sind unter anderem die BOS (Behörden- und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben), GOs, NGOs sowie Unternehmen der Wehrtechnik und Sicherheitsunternehmen. Weitere Informationen unter www.bssag.com

Über die MHMK

Die MHMK (Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation) ist mit ca. 1.500 Studierenden und 50 Professoren die größte private Medienfachhochschule Deutschlands. Ihr Anspruch ist es, ihre Studierenden nicht nur fachlich und methodisch auszubilden, sondern sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern. Die MHMK bietet in München, Stuttgart, Köln, Hamburg und Berlin Bachelor- und Masterstudiengänge, die das gesamte Spektrum der Konzeption, Gestaltung, Produktion und des Management von Medien abdecken. Das Bachelorstudium ist in den Fächern Digitale Medienproduktion, Film und Fernsehen, Journalistik und Medienmanagement mit insgesamt fünfzehn Studienrichtungen möglich. Zum Herbst 2009 wurde die Master School eröffnet, mit den Studiengängen Medien und Design sowie Medien- und Kommunikationsmanagement. Alle Studiengänge sind durch die Akkreditierungsagenturen FIBAA bzw. Acquin zertifiziert.

Jessica Schallock | idw
Weitere Informationen:
http://www.mhmk.de

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