Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zellenanzahl des Immunsystems genetisch bedingt

21.10.2013
Sardinien-Studien legen Zusammenhänge offen - Hoffnung auf Therapien

Mitarbeiter des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Ricerca Genetica e Biomedica haben herausgefunden, dass die Anzahl der Zellen des Immunsystems eine genetisch bedingte Ursache hat. Mithilfe dieser Erkenntnisse öffnen sich neue Wege für eine gezielte Therapierung von Immunkrankheiten.


Analyse im Labor: Zellen geben Aufschluss
(Foto: photofreaks.ws)

Vollständige Gensequenzierung

Erforscht wurde die Rolle der Gene bei der Regulierung von rund 100 Zelltypen unter Zuhilfenahme einer Partnerstudie, bei der insgesamt 2.870 Personen aus vier sardischen Ortschaften analysiert worden waren.

Im Rahmen dieses unter dem Namen "ProgeNIA" bekannten Projektes, bei dem die Erbgrundlagen von mehr als 800 biomedizinisch relevanten Parametern unter die Lupe genommen wurden, konnten dank vollständiger Gensequenzierung mit einer bislang nie erreichten Auflösung 23 unabhängige und größtenteils bisher

unbekannte, mit Immunpathologien zusammenhängende Genvarianten identifiziert werden.

Durch den anschließenden Abgleich mit öffentlichen Datenbanken wurde festgestellt, dass in einigen Fällen bereits ein signifikanter Zusammenhang mit der als Glutenunverträglichkeit bekannten Zöliakie und einigen Immunkrankheiten wie Colitis ulcerosa, Diabetis von Typ I, multiple Slerose und rheumatische Athristis vorlag.

Frühere Untersuchungen bestätigt
"Die Ermittlung der Gene, die die Zellen des Immunsystems und das Erkrankungsrisiko an autoimmunen Pathologien beeinflussen, ist der erste Schritt bei der Untersuchung der umfangreichen dabei beteiligten Mechanismen", so Projektleiter Francesco Cucca. Vorangehende im Rahmen des Projektes "ProgeNIA/SardiNIA" duchgeführte Studien hatten bereits Gene aufgedeckt, die in direkter Korrelation mit Körpergröße, Blutzucker, Cholesterin und hämatologischen Parametern wie beispielsweise dem fötalen Hämoglobin stehen.

Früher bereits geäußerte Vermutungen sind nun erstmals durch eine breite statistische Datengrundlage bestätigt worden. "Einer der großen Vorzüge unserer Untersuchung liegt in der sardischen Bevölkerung, die sich auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung besonders für genetische Untersuchungen eignet und oft auch für die restliche Menschheit wichtige Erkenntnisse liefert", sagt der Wissenschaftler.

Studiendetails zu Sardinien (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20130913012 ) sind unter dem Titel "Genetic variants regulating immune cell levels in health and desease" in der internationalen Fachzeitschrift "Cell" veröffentlicht.

Harald Jung | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.irgb.cnr.it

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Blinddarmentzündungen bei Kindern: Ultraschall als erstes Mittel zur exakten Diagnose
28.11.2019 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

nachricht Biologen der TU Dresden untersuchen Spermienqualität anhand ihres Stoffwechsels
28.11.2019 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gene für die Biosynthese des Antidepressivums Hypericin in Johanniskraut entdeckt

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Goldmedaille: Team der TU Dresden präsentiert DipGene auf der größten Innovationsveranstaltung für Synthetische Biologie

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Der Stammbaum der Käfer steht

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics