Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WHO präsentiert Studie über soziale Gesundheitsfaktoren

01.09.2008
Soziale Ungerechtigkeit tötet im großen Stil

Soziale Ungerechtigkeiten sind für die allgemeine Gesundheit schlimmer als das Fehlen von medizinischen Einrichtungen. Zu diesem Schluss kommt eine dreijährige Studie der Commission on Social Determinants of Health (CSDH) - einem Beratungsgremium der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Innerhalb einer einzigen Generation kann sich das allerdings ändern, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Die Forscher der CSDH haben nachgewiesen, dass Lebensqualität, Gesundheit und Lebenserwartung dramatisch von sozioökonomischen Bedingungen abhängen. Demnach sind manchmal nur wenige Kilometer ausschlaggebend dafür, wie lange ein Menschenleben durchschnittlich dauert.

Ein Kind, das in einem Vorort von Glasgow zur Welt kommt, hat eine um 28 Jahre geringere Lebenserwartung als ein Kind, das nur wenige Kilometer davon entfernt geboren wird. Ein bolivianisches Baby einer Mutter ohne Grundschulbildung hat eine 25 Mal höhere Sterblichkeitsrate als ein Kleinkind einer Mutter mit Hauptschulabschluss.

Dabei gelte der Grundsatz, je reicher ein Land, desto gesünder sei die Bevölkerung, nicht uneingeschränkt. Nur wenn Kapital in einem Staat dazu verwendet wird, um soziale Determinanten wie Erziehung, Erwerbstätigkeit, grundsätzliche Annehmlichkeiten und Geschlechtergleichheit zu schaffen, kann die Gesundheit verbessert werden. Positive Beispiele für ärmere Länder, die trotz Armut in eine Verbesserung der Gesundheit investiert haben, sind Kuba, China sowie der indische Staat Kerala.

Michael Marmot, Vorsitzender der CSDH, gibt drei wesentliche Empfehlungen für eine Verbesserung der Situation: Erforderlich sei eine Unterstützung für alle Mitglieder einer Gesellschaft - vom Neugeborenen bis hin zu Pensionisten. Investiert werden sollte in den Schulbereich, in gesicherte Arbeitsplätze, in die Schaffung von leistbaren Wohnräumen, in die Gesundheitsvorsorge und in den öffentlichen Verkehr. Ein weiterer Punkt sei der Zugang zu gesunden Lebensmitteln sowie Reglements bei Alkohol und Tabak. Es müsse ein gut finanzierter öffentlicher Sektor geschaffen werden, um Projekte zu finanzieren. Gewährleistet werden müssen die Gleichstellung von Männern und Frauen sowie ein freier Zugang zu politischen Ämtern. Als dritten Punkt empfiehlt Marmot wesentliche Veränderungen bei der Behandlungen von Problemen. Man müsse sie messbar machen, sie untersuchen und lernen sie zu verstehen.

Vor allem im Bereich der Gesundheitsvorsorge müssten dringende Schritte gesetzt werden, kommt der Bericht zum Schluss. Natürlich stehe es jeder Regierung frei, darüber zu entscheiden, was sie mit der Information mache. Sinnvoll wäre es jedoch, Initiativen auf ihre Wirksamkeit in Bezug auf die Auswirkung der Gesundheit zu beurteilen. Als radikale Maßnahme schlägt die Kommission vor, eine Steuer auf internationale Devisentransaktionen einzuführen und den Erlös einem globalen Entwicklungsfonds zukommen zu lassen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int
http://www.who.int/social_determinants/final_report/en/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics