Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wende zum Guten? / Deloitte-Studie zeigt Perspektiven zur Energiewende in Deutschland auf

12.11.2012
Laut dem Deloitte-Report "Smart Grid vs. Smart Market", für den 67 relevante Unternehmen befragt wurden, spielt die Informations- und Telekommunikationsbranche (IKT) bei der Ausgestaltung der Energiewende eine Schlüsselrolle.

Als "Querschnittstechnologie" verbindet sie "Smart Grids" und "Smart Markets". Dazu bedarf es einer Verdichtung von Regulierungsvorgaben sowie gezielter Anreize für die Branche. Noch ist der Markt schwer zugänglich - jedoch nehmen Outsourcing-Aktivitäten insbesondere im Bereich Mess- und Kommunikationsdienstleistungen zu.

Bestimmten Schlüsseltechnologien wird eine immense Bedeutung für das Gelingen der Energiewende zugemessen - gerade diese sind aber noch nicht ausreichend in der Praxis getestet. Für eine erfolgreiche Energiewende sind Systemintelligenz und -architekturen in Verbindung mit einem Anreizsystem unerlässlich.

"Die deutsche Energiewirtschaft steht heute vor sechs Herausforderungen: demografischer Wandel, Strukturwandel, Verbrauch, dezentrale Erzeugung, Altersstruktur und Regulierung. Der aktuelle Status quo zu deren Bewältigung ist durchwachsen, denn dafür ist ein breiter Branchenkonsens nötig", erklärt Andreas Herzig, Partner im Bereich Energy & Resources bei Deloitte.

Technologie treibt, Politik bremst

Zwei Begriffe stehen bei der Energiewende im Zentrum: Smart Grid, das die Energiekapazitäten regulatorisch behandelt, und Smart Market, der sich v.a. auf Energiemengen bezieht. Das verbindende Element ist die IKT - ohne sie droht eine Komplexitätsfalle, die zum Scheitern der Energiewende führen würde.

Risiken sehen die Befragten beim Roll-out von Smart Grids und hier vor allem bei der IT-Sicherheit, der Netzstabilität oder auch der Finanzierung, wohingegen die Furcht vor Kundenverlusten kaum eine Rolle spielt. Stärkster Treiber ist die technologische Entwicklung - die Politik wird dagegen als Hemmnis empfunden. Ein deutliches Problem ist die Anreizregulierung, da der darin enthaltenen Erlösobergrenzen-Regulierung innovationsbremsende Wirkung zugesprochen wird.

Evolution statt Revolution

Die Bundesnetzagentur sieht wenig Handlungsbedarf bei den Übertragungsnetzen und setzt bei Verteilernetzen auf eine evolutionäre Entwicklung, deren Dynamik vom jeweiligen Veränderungsdruck abhängt. Zudem erwartet sie, dass mittels eines funktionierenden Netzkapazitäts-Managements der Netzausbau-Bedarf gemindert werden kann. Damit würde auch der Finanzierungsbedarf sinken, denn in erster Linie soll sich der Ausbau der Verteilernetze durch Kapitalrückflüsse der bestehenden Netze refinanzieren.

Mit Blick auf die Telekommunikation geht die Bundesnetzagentur davon aus, dass der künftige Bedarf in die bestehenden Branchendienstleistungen eingebunden werden kann. Insgesamt soll die verbrauchsorientierte Erzeugung zum erzeugungsorientierten Verbrauch gelangen, zum Beispiel durch Micro Grids.

Das Verbraucherverhalten wird dabei sichtbar an Bedeutung gewinnen - dazu muss der Markt jedoch deutlich transparenter werden. Nicht zuletzt hat die Integrität der im Rahmen von Smart Metering erhobenen Daten eine entscheidende Funktion.

Hin zur vernetzen Systemebene

Wie kann die Entwicklung bis 2030 aussehen? Die verschiedenen Szenarien der Studie zeigen: Bis heute liegt der Fokus auf der geschlossenen Systemebene. Bis 2020 wird er dann über die IKT-Infrastrukturebene in die langfristig orientierte vernetzte Systemebene verschoben.

Die an der Energiewende beteiligten Akteure sind in 19 Technologiefeldern aktiv, unter anderem im Asset Management für Netzkomponenten, Integrationstechniken, Smart Appliances, IKT-Konnektivität und regionale Energiemarktplätze. Es zeigt sich hierbei die Tendenz, dass Unternehmen zunehmend Aktivitäten outsourcen werden. Insgesamt sind viele Schlüsseltechnologien trotz ihrer elementaren Bedeutung noch nicht in ausreichendem Maße einsatzbereit - auch und vor allem im zentralen Bereich "Querschnittstechnologie IKT".

"'Smart Grid' und 'Smart Market' unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: Ersteres ist netzdominiert, hier liegt die Verantwortung beim Netzbetreiber. Letzterer ist hingegen ausschließlich marktgetrieben. Die neue Querschnittsebene IKT umfasst dabei alle Produkte und Dienstleistungen, die unter Berücksichtigung von energierechtlichen Anforderungen und Restriktionen am Markt angeboten werden. Eine Grundregel für einen neuen Regulierungsansatz sollte in jedem Fall sein, dass bei einem Marktversagen der Systemverantwortliche, also (derzeit) der Netzbetreiber, eine Durchgriffsmöglichkeit hat", schließt Ludwig Einhellig, Energie-Experte bei Deloitte.

Den kompletten Report erhalten Sie auf Anfrage.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und steht Kunden so bei der Bewältigung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen zur Seite. "To be the Standard of Excellence" für rund 200.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "private company limited by guarantee" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

© 2012 Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tiefe Hirnstimulation lindert schwerste Depression zuverlässig
15.03.2019 | Universitätsklinikum Freiburg

nachricht Meta-Analyse der Ertragsstabilität: biologische und konventionelle Landwirtschaft im Vergleich
13.03.2019 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochdruckwasserstrahlen zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen erprobt

Beim Fräsen hochfester Werkstoffe wie Oxidkeramik oder Sondermetalle – und besonders bei der Schruppbearbeitung – verschleißen Werkzeuge schnell. Für Unternehmen ist die Bearbeitung dieser Werkstoffe deshalb mit hohen Kosten verbunden. Im Projekt »HydroMill« hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen mit seinen Projektpartnern nun gezeigt, dass sich der Hochdruckwasserstrahl zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen eignet. War der Einsatz von Wasserstrahlen bislang auf die Schneidbearbeitung beschränkt, zeigen die Projektergebnisse, wie sich hochfeste Werkstoffe kosten- und ressourcenschonender als bisher flächig abtragen lassen.

Diese neue und zur konventionellen Schruppbearbeitung alternative Anwendung der Wasserstrahlbearbeitung untersuchten die Aachener Ingenieure gemeinsam mit...

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nieten, schrauben, kleben im Flugzeugbau: Smarte Mensch-Roboter-Teams meistern agile Produktion

25.03.2019 | HANNOVER MESSE

Auf der Suche nach der verschwundenen Antimaterie: Messungen mit Belle II erfolgreich gestartet

25.03.2019 | Physik Astronomie

HEIDENHAIN auf der CONTROL 2019: Belastbare Systeme für mehr Genauigkeit und Zuverlässigkeit

25.03.2019 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics