Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Ursachen der Schlaflosigkeit auf der Spur

12.06.2013
Neue Forschungsprojekte der Schlafmediziner am Universitätsklinikum Freiburg gefördert

Warum schlafen manchen Menschen einfach besser als andere – oder glauben das zumindest?

Mit dieser Frage befasst sich die schlafmedizinische Arbeitsgruppe der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg in zwei neuen Studien, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie im Rahmen der Exzellenzinitiative finanziell unterstützt werden.

Dr. Dr. Kai Spiegelhalder erforscht am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) mit Hilfe von bildgebenden Methoden wie der funktionellen Kernspintomographie, ob und welche Veränderungen im Gehirn von Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit vorliegen. Dieser Ansatz gibt Aufschluss darüber, welche Hirnareale wie stark an der Regulation des Schlafes und an seiner Fehlregulation, also der Schlaflosigkeit, beteiligt sind.

Daneben untersucht ein von der DFG gefördertes Projektteam um Prof. Dr. Dieter Riemann, Leiter der Sektion Klinische Psychologie und Psychophysiologie, wie gesunde Schläfer und Menschen mit Schlaflosigkeit ihren Schlaf wahrnehmen. Denn obwohl die oberflächliche Struktur des Schlafes bei beiden Gruppen recht ähnlich ist, erlebt letztere ihren Schlaf oft als katastrophal oder extrem unerholsam. „Wir nehmen an, dass insbesondere sehr kurze Aufwachvorgänge und eine erhöhte Aktivität schneller Gehirn-Wellen während des Schlafes zu diesem subjektiven Eindruck führen“, erklärt Prof. Riemann.

Diese Hypothese überprüfen die Forscher im Schlaflabor, in dem Probanden beider Gruppen je vier Nächte verbringen. Die ersten beiden Nächte dienen der Standarddiagnostik und dem Ausschluss spezifischer Schlafstörungen wie ruhelosen Beinen oder Schlaf-Apnoe, während in der dritten und vierten Nacht untersucht wird, wie die subjektive Beurteilung des eigenen Schlafes zustande kommt. Dabei werden beide Gruppen aus verschiedenen Schlafstadien geweckt und nach ihren Erfahrungen befragt: Ob sie das Gefühl hatten wach zu sein oder zu schlafen, und was ihnen gerade durch den Kopf gegangen ist, falls sie wach waren. Die so erhobenen psychologischen Daten werden mit den physiologischen Daten insbesondere des Elektroenzephalogramms (EEG) in Bezug gesetzt.

Beide Studien gehen davon aus, dass ein sogenanntes Hyperarousal – eine sowohl im autonomen als auch im zentralen Nervensystem nachweisbare Übererregung – dazu führt, dass der Schlaf als leichter, oberflächlicher und generell unerholsamer wahrgenommen wird. „Wir hoffen, in unseren Studien so viel über dieses Phänomen zu lernen, dass wir davon ausgehend neue Therapien für Schlaflose entwickeln können. Vorstellbar sind neuartige Entspannungsmethoden oder Gleichstromapplikation während des Schlafs“, berichtet Prof. Riemann. Entsprechende Pilotprojekte führt seine Abteilung gerade durch. Dabei können die Forscher auf mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung aufbauen: So lange beschäftigt sich die schlafmedizinische Arbeitsgruppe bereits mit der Insomnie. Unter der Leitung von Prof. Riemann wurden in den vergangenen Jahren vor allem Studien zu Häufigkeit, diagnostischen Instrumenten, Ursachen und Therapien durchgeführt.

Die Studienteilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 200 – 300 Euro; Interessenten können sich unter 0761/270-65800 bzw. judit.kelbert@uniklinik-freiburg.de melden.

Benjamin Waschow | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mister Raney bekommt Konkurrenz - Ein neuer Katalysator auf Nickel-Basis nutzt Nano-Strukturen

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics