Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Standort Deutschland bietet ungenutzte Potenziale

15.04.2010
• Unternehmen können bis 30 Prozent Kosten sparen
• Verzahnung von Produktion und Logistik unzureichend

Bis zu 30 Prozent Einsparpotenziale für Unternehmen bietet eine engere Verzahnung von Produktion und Logistik. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die heute auf dem 19. Materialfluss-Kongress des VDI Wissensforum in Garching präsentiert wurde. Trotz teilweise nicht ausgeschöpfter Potenziale ist der Standort Deutschland dennoch gut aufgestellt.

Die aktuelle Studie "Standortvorteil Deutschland", die als Kooperationsprojekt zwischen dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), dem Institut für Fabrikbetriebslehre und Unternehmensforschung (IFU) der TU Braunschweig, dem Beratungsunternehmen Miebach Consulting und der Germany Trade & Invest GmbH entstanden ist, liefert ein positiveres Stimmungsbild für den Produktionsstandort Deutschland.

Ein Großteil der etwa 300 teilnehmenden Unternehmen sieht in den klassischen Standortortfaktoren wie dem hohen Grad der Mitarbeiterqualifikation, den infrastrukturellen Verhältnissen und den hohen Qualitätsstandards in Deutschland auch weiterhin große Vorteile gegenüber anderen Ländern. "Der Produktionsstandort Deutschland ist nach wie vor gut aufgestellt", bewertete Dr. Joachim Miebach, stellvertretender Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik, die Ergebnisse. "Wir müssen jetzt unsere Stärken ausbauen und die Schwächen beseitigen."

Schwachpunkte sehen die Experten noch in der engeren Verzahnung von Produktion und Logistik. Die Studie verdeutlicht, dass durch die sinnvolle Integration von Produktions- und Logistikabläufen bis zu 30 Prozent der Kosten ohne hohe Investitionen eingespart werden könnten. Tobias Rinza, Studienleiter bei Miebach Consulting: "Unternehmen müssen ihre Potenziale stärker ausnutzen. Mit effizienteren Prozessen und einer besseren Vernetzung können hier viele Euros eingespart werden. Das stärkt unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit." Gerade als Anlaufland für neue kundenindividualisierte Produkte qualifiziere sich Deutschland als ein erfolgreicher und profitabler Standort.

Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse der Analyse auf, dass generelle Trends wie der demographische Wandel und der zunehmende Mangel an Nachwuchskräften von vielen der befragten Firmen als Herausforderung verstanden würden, sich die meisten Unternehmen hierauf jedoch bereits einstellten und Migration als einen wesentlichen Lösungsansatz sähen. Die übrigen Trendentwicklungen, wie das steigende Ökologiebewusstsein, die weitere Produktindividualisierung oder die zunehmende Gleichstellung der Geschlechter wirkten eher positiv stimulierend auf die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland.

"Die Einsparpotenziale durch die Vernetzung von Produktion und Logistik sprechen eine klare Sprache, wo die Potenziale der Zukunft liegen", kommentierte Wolfgang Albrecht, Geschäftsführer der PSI Logistics GmbH, die Studienergebnisse. Sein Unternehmen schöpft bereits einige die in der Studie genannten Potenziale aus. "Wir folgen mit unserer Unternehmensstrategie dem auch durch die Studie bestätigten Trend zur Vernetzung von Prozessen und Systemen."

Befragt wurden in der Studie Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte in mittelständischen deutschen Unternehmen und Konzernen. Dabei entstammt etwa die Hälfte der Teilnehmer der Automobilindustrie und dem Anlagen- und Maschinenbau.

Auf dem VDI-Kongress diskutierten die Logistikkonzepte für die Zukunft. "Mit unseren Fachsequenzen zur Produktionslogistik und effizienten Betriebsführung zeigen wir die Notwendigkeit einer engen Verzahnung beider Bereiche auf", ergänzte Professor Willibald Günthner von Technischen Universität München. Zum Kongress kamen insgesamt knapp 500 Experten der Branche. Der 20. Materialfluss-Kongress des VDI Wissensforum wird am 14. und 15. April 2011 in Garching stattfinden.

Sven Renkel | VDI-Pressestelle
Weitere Informationen:
http://www.vdi.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Blinddarmentzündungen bei Kindern: Ultraschall als erstes Mittel zur exakten Diagnose
28.11.2019 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

nachricht Biologen der TU Dresden untersuchen Spermienqualität anhand ihres Stoffwechsels
28.11.2019 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Im Focus: Auxetische Membranen - Paradoxes Ersatzgewebe für die Medizin

Ein Material, das dicker wird, wenn man daran zieht, scheint den Gesetzen der Physik zu widersprechen. Der sogenannte auxetische Effekt, der auch in der Natur vorkommt, ist jedoch für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. Eine neue, vor kurzem im Fachblatt «Nature Communications» veröffentlichte Studie der Empa zeigt nun, wie sich das erstaunliche Materialverhalten weiter steigern lässt – und sogar für die Behandlung von Verletzungen und Gewebeschäden genutzt werden kann.

Die Natur macht es vor: Ein Kälbchen, das am Euter der Mutterkuh Milch saugt, nutzt eine faszinierende physikalische Eigenschaft der Kuhzitze: Diese besteht...

Im Focus: Meteoritengestein ist "bessere Diät"

Archaeon kann Meteoritengestein aufnehmen – und sich davon ernähren

Das Archaeon Metallosphaera sedula kann außerirdisches Material aufnehmen und verarbeiten. Das zeigt ein internationales Team um Astrobiologin Tetyana...

Im Focus: The coldest reaction

With ultracold chemistry, researchers get a first look at exactly what happens during a chemical reaction

The coldest chemical reaction in the known universe took place in what appears to be a chaotic mess of lasers. The appearance deceives: Deep within that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was gehört auf die Trendliste für 2020?

05.12.2019 | Unternehmensmeldung

Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

05.12.2019 | Energie und Elektrotechnik

Schweizer Weltraumteleskop CHEOPS: Raketenstart voraussichtlich am 17. Dezember 2019

05.12.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics