Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheit, Zuverlässigkeit und einfache Handhabung sind größte Probleme von Funk in der Industrie

06.02.2015

In einer Umfrage hat das Fraunhofer ESK zum zweiten Mal die Anforderungen der deutschen Industrie an Funktechnologien ermittelt. Rund 50 Teilnehmer aus Unternehmen verschiedener Branchen ließen seit der ersten Befragung 2011 erkennen, dass Funk im industriellen Umfeld an Bedeutung gewinnt. Hauptgründe dafür sind die Mobilität und Flexibilität, die Funk für die Gestaltung der Prozesse ermöglicht. Das betont die Relevanz der drahtlosen Technologien für einen flexiblen Fabrikbetrieb à la Industrie 4.0. Die Umfrage deckte aber auch noch großen Entwicklungsbedarf auf. Diesen sehen die Teilnehmer insbesondere bei der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme sowie ihrer einfacheren Installation.

Knapp 70 Prozent der Befragten setzen mittlerweile drahtlose Kommunikationslösungen in ihren Betrieben ein. Damit decken sie u.a. den Bedarf an einer mobilen und flexiblen Vernetzung, den ihre Anwendungen erfordern und machen Kommunikation auch da möglich, wo eine Verkabelung technisch oder baulich nicht möglich ist.


Industrie 4.0 kommt in der Praxis an und Probleme, die sich oft erst im Betrieb zeigen, müssen gelöst werden.

(c) Fraunhofer ESK

Dabei löst Funk vor allem Aufgaben im Monitoring (74%), dem Fernzugriff (66%) und der Steuerung von Anlagen und Prozessen (57%). Mit der zunehmenden Vernetzung rückt die zuverlässige und sichere Gestaltung der Systeme in den Vordergrund – erst recht beim Einsatz von Funktechnologien. Doch gerade hier herrschten bereits bei der Erhebung 2011 und auch heute die größten Vorbehalte der Teilnehmer gegen Funk im industriellen Umfeld.

Zuverlässigkeit ist mit Plug-and-Play noch nicht umsetzbar

Nicht nur hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit sehen die Teilnehmer Diskrepanzen, die bei der Nutzung von drahtlosen Technologien zwischen Bedarf und Verfügbarkeit herrschen. Auch hinsichtlich einer deutlich einfacheren Installation und Wartung der Systeme ohne Experten und in weiteren Bereichen gibt es großen Handlungsbedarf.

Dabei sei die Zuverlässigkeit der Funksysteme laut Dr. Barbara Staehle, Gruppenleiterin am Fraunhofer ESK, eigentlich relativ weit und die Qualität der Funknetze ließe sich mit Lösungen wie dem Fraunhofer ESK Tool „Awair“ sogar während des Betriebs überwachen. Allerdings stellt die Wissenschaftlerin für den zuverlässigen Einsatz der drahtlosen Technologien die von den Teilnehmern gewünschte Plug-and Play-Installation mit heutigen Technologien noch nicht in Aussicht.

Gerade bei komplexeren Systemen oder für Lokalisierungsaufgaben, welche die Befragten qualitativ am wenigsten überzeugen konnten, sei dies nicht empfehlenswert: „Im Moment gilt leider noch: Je weniger Aufmerksamkeit man der Konfiguration schenkt, desto weniger zufriedenstellend ist in der Regel nachher das Ergebnis. Weil es keine one-size-fits-all Funktechnologie gibt, sollten die Gegebenheiten vor Ort bei der Auswahl und Anpassung eines geeigneten Systems berücksichtigt werden. Wir arbeiten daran, auch komplexere Systeme einfacher beherrschbar zu machen und stellen Kunden unser Expertenwissen für den effizienten Einsatz von drahtlosen Kommunikations- und Lokalisierungslösungen in ihren Betrieben zur Verfügung.“ erläutert Dr. Staehle.

Die Umfrage erfolgte als Online-Befragung. Ermittelt hat das Münchener Forschungsinstitut, welche Funklösungen für welche Zwecke eingesetzt werden und welche Vorbehalte gegen Funk vorhanden sind. Das Fraunhofer ESK will die Vielfalt der existierenden drahtlosen Technologien und deren Vorzüge für die Industrie noch besser nutzbar machen. Ziel der Umfrage war es, einen veränderten Handlungsbedarf seit der ersten Erhebung vor vier Jahren aufzudecken, um die Forschung noch besser auf die Anforderungen der Industrie ausrichten zu können.

Die detaillierten Umfrage-Ergebnisse erhalten Sie unter: http://s.fhg.de/Funk-Umfrage

Das Fraunhofer ESK forscht anwendungsorientiert an Verfahren und Methoden der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Damit unterstützen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Industrie in den Marktsegmenten Automobil und Verkehr, Energieversorgung, Automatisierung und Telekommunikation. Der Leiter des Fraunhofer ESK, Prof. Dr.-Ing. Rudi Knorr, ist seit 2006 auch Ordinarius für Kommunikationssysteme an der Universität Augsburg.

Für seine Angebote greift das Fraunhofer ESK auf fünf Kernkompetenzen zurück, die das technologische Wissen des Instituts über die Geschäftsfelder Automotive, Industrial Communication und Telecommunication hinweg bündeln: Leitungsgebundene Übertragungstechnik, Funknetze, Zuverlässige Ethernet-/IP-Kommunikation, Adaptive Systeme und Verlässliche Software.

Ansprechparter
Christiane Weber
PR & Marketing
Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK

Hansastraße 32 | 80686 München
Telefon, Fax: +49 89 547088-339 | +49 89 547088-66-339
E-Mail: christiane.weber@esk.fraunhofer.de

Internet:
http://www.esk.fraunhofer.de
http://www.facebook.com/FraunhoferESK
http://www.twitter.com/FraunhoferESK

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: http://www.esk.fraunhofer.de/de/medien/pressemitteilungen/pm1503.html ;
Umfrageergebnisse: http://s.fhg.de/Funk-Umfrage ;
Funk für die Industrie beim Fraunhofer ESK: http://www.esk.fraunhofer.de/de/automatisierung/funk_fuer_die_industrie.html

Kommunikation | Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Körpereigener Wirkstoff stärkt das Herz
13.12.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Klein und vielseitig: Schlüsselorganismen im marinen Stickstoffkreislauf nutzen Cyanat und Harnstoff
10.12.2018 | Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Im Focus: New Foldable Drone Flies through Narrow Holes in Rescue Missions

A research team from the University of Zurich has developed a new drone that can retract its propeller arms in flight and make itself small to fit through narrow gaps and holes. This is particularly useful when searching for victims of natural disasters.

Inspecting a damaged building after an earthquake or during a fire is exactly the kind of job that human rescuers would like drones to do for them. A flying...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

Show Time für digitale Medizin-Innovationen

13.12.2018 | Veranstaltungen

ICTM Conference 2019 in Aachen: Digitalisierung als Zukunftstrend für den Turbomaschinenbau

12.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Forschungsprojekt FastCharge: Ultra-Schnellladetechnologie bereit für die Elektrofahrzeuge der Zukunft

13.12.2018 | Energie und Elektrotechnik

GFOS-Innovationsaward 2019: Anmeldung ab sofort möglich

13.12.2018 | Förderungen Preise

Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

13.12.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics