Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückgang der Vollzeitbeschäftigung lässt nach

15.06.2010
Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ging im ersten Quartal 2010 um 318.000 oder 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zurück, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Im dritten und vierten Quartal 2009 war der Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit 1,7 Prozent noch stärker ausgeprägt. Erstmals seit Beginn der Wirtschaftskrise nahm die durchschnittliche Arbeitszeit wieder spürbar zu.

„Nachdem flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit im Jahr 2009 die Wucht der Wirtschaftskrise am deutschen Arbeitsmarkt abgefangen haben, wird im Zuge der wirtschaftliche Belebung wieder länger gearbeitet“, erklären die IAB-Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Susanne Wanger.

Der Abbau von Guthaben auf den Arbeitszeitkonten läuft aus, und es werden wieder etwas mehr bezahlte Überstunden geleistet. Die Arbeitnehmer leisteten im ersten Quartal 2010 wöchentlich rund 0,8 bezahlte Überstunden, knapp 0,15 Stunden mehr als im Vorjahr. Erfahrungsgemäß kommen zu den bezahlten in ungefähr der gleichen Größenordnung unbezahlte Überstunden hinzu.

Die tarifliche bzw. betriebsübliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten wurde wieder etwas länger und lag im ersten Quartal 2010 bei 38,14 Wochenstunden.

Die Zahl der Kurzarbeiter ist weiter gefallen. Sie belief sich im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals 2010 auf rund 933.000, nach 1,12 Millionen im dritten und 984.000 im vierten Quartal des Jahres 2009. Das Stundenvolumen der Kurzarbeit ist jedoch etwas gestiegen, weil je Kurzarbeiter mehr Stunden ausgefallen sind als davor. Die Krankenstandsquote nimmt seit Mitte des Jahres 2009 leicht zu und lag im ersten Quartal 2010 mit rund 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals (3,4 Prozent).

In der Industrie ist Vollzeitbeschäftigung deutlich stärker vertreten als in den bisher von der Krise weitgehend verschonten Bereichen privater, sozialer und öffentlicher Dienstleistungen. Daher ist die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stärker als die der Teilzeitbeschäftigten von der Konjunktur abhängig. Aufgrund der wirtschaftlichen Belebung lässt der Beschäftigungsrückgang in der Industrie jetzt allmählich nach. Die Teilzeitbeschäftigung nimmt weiter kräftig zu, aber nicht mehr so stark wie im Jahr 2009. Sie lag im ersten Quartal um 1,7 Prozent über dem Stand des Vorjahrs, nach 2,6 bzw. 2,1 Prozent in den beiden Vorquartalen.

Im Ganzen wurden im ersten Quartal 2010 je Erwerbstätigen 358,5 Arbeitsstunden geleistet, 4,5 Stunden oder 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Erstmals seit Beginn der großen Rezession wurde die durchschnittliche Arbeitszeit wieder spürbar länger. Im Durchschnitt des Jahres 2009 war sie um rund 10 Stunden pro Quartal niedriger gelegen.

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – das ist die Summe aller geleisteten bezahlten Arbeitsstunden – nahm im ersten Quartal um 1,0 Prozent zu. Da die gesamtwirtschaftliche Produktion um 1,7 Prozent größer war als im Vorjahr, erhöhte sich die Produktivität je Arbeitsstunde erstmals seit 18 Monaten wieder und lag um 0,7 Prozent über ihrem Vorjahreswert.

Tabelle zur Entwicklung der Arbeitszeit-Komponenten:
http://doku.iab.de/grauepap/2010/tab-az10q1.pdf

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/grauepap/2010/tab-az10q1.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen
19.07.2018 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics