Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Telco 2020": Europäische Telekommunikationsanbieter stehen in der Smartphone-Gesellschaft stark unter Druck

06.03.2012
Bis 2020 könnten sie 20 Prozent Umsatz verlieren

- Anbieter von Online-Plattformen sowie von Services und Inhalten für Smartphones, Tablet-PCs und Internet-TV drängen traditionelle Telekommunikationsunternehmen aus dem Markt

- Bis 2020 drohen europäischen Telco-Anbietern Umsatzeinbußen bis zu 20 Prozent; ihr EBITDA könnte sogar um 40 Prozent sinken

- Größte Herausforderer sind die Top 5 der Online-Welt, Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft mit ihren drei Milliarden Kunden weltweit

- Telekommunikationsanbieter müssen ihre Netzwerk-, Vertriebs- und Servicemodelle verschlanken und Wachstumsmärkte durch M&A oder Kooperationen erschließen

Der Kampf um die Marktanteile im Telekommunikationsgeschäft spitzt sich zu. Denn mächtige Anbieter von Online-Plattformen und -diensten für Smartphone-Nutzer drängen in das Geschäftsfeld der traditionellen Telekommunikationsgesellschaften. Dies könnte langfristig dramatische Folgen haben. So erwarten Experten Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent für die Branche in Europa; ihr EBITDA könnte sogar um 40 Prozent nachgeben.

Um diesem Szenario entgegenzuwirken, müssen Telekommunikationsunternehmen ihr Kerngeschäft mit dem Netzzugang (Access) neu ausrichten, auf neue Wachstumsfelder setzen und ihre operativen Modelle verschlanken. Angesichts der erforderlichen Infrastrukturinvestitionen von bis zu 600 Milliarden Euro bis 2020 müssen die europäischen Telekommunikationskonzerne außerdem schlankere Unternehmensstrukturen schaffen, die Konsolidierung ihrer Heimatmärkte vorantreiben und neue Kooperationen eingehen. Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie "Telco 2020 - How Telcos transform for the Smartphone Society" von Roland Berger Strategy Consultants.

"Die fünf größten Internetkonzerne haben uns gezeigt, wie es geht", sagt Alexander Dahlke, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Nur wer sich auf seine Kunden fokussiert und ihr Verhalten permanent analysiert, kann in der heutigen digitalen Welt noch wachsen und seine Marktposition ausbauen."

Internetanbieter drängen europäische Telekommunikationskonzerne aus dem Markt

Die Top 5-Unternehmen des Internetgeschäfts - Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft - zählen heute weltweit schon über drei Milliarden Kunden in den Bereichen Endgeräte, Commerce, Social Media, Online-Suche und Inhalte. Tendenz steigend. Ihr erfolgreiches Geschäftsmodell basiert hauptsächlich auf starken Marken, bedienerfreundlichen Systemen und einer vorteilhaften Nutzung von Kundendaten. Dadurch setzen Internetanbieter die traditionelle Telekommunikationsbranche zunehmend unter Druck.

"Auch wenn der Breitbandzugang weiterhin der Grundpfeiler der digitalen Kommunikation bleiben wird, müssen sich die Telekommunikationsanbieter verstärkt auf die Wünsche ihrer Kunden fokussieren, um die passenden Lösungen auf den Markt zu bringen", erläutert Alexander Dahlke. "Denn das Kerngeschäft der Telco-Branche ist durch den Preisverfall im Breitbandgeschäft trotz erheblichen Volumenwachstums stark belastet. Kunden sind nicht mehr bereit, für den reinen Internetzugang zu bezahlen; sie möchten personalisierte, nutzerfreundliche Kommunikationsplattformen und -produkte", so Dahlke.

Starke Umsatzrückgänge belasten die Branche

Die europäische Telekommunikationsindustrie ist von diesem Trend besonders betroffen. So gehen die Roland Berger-Experten davon aus, dass die Branche bis 2020 einen Umsatzrückgang von bis zu 20 Prozent erleben wird, sollte sie auf dem aktuellen Geschäftsmodell beharren. Der EBITDA der europäischen Telekommunikationskonzerne würde sogar um 40 Prozent sinken.

Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein Investitionsvolumen von bis zu 600 Milliarden Euro notwendig. "Dabei geht es nicht in erster Linie um die Entwicklung innovativer Produkte", erklärt Christian Hoffmann, Co-Autor der Studie. "Der Hauptteil der Investitionen wird in neue Netztechnologien für die Hochgeschwindigkeitsübertragung wie Glasfasernetzwerke und LTE fließen, um dem starken Wettbewerb der Kabelanbieter mit ihren 100 Mbit-Angeboten entgegenzuwirken."

Die Geschäftsmodelle der Zukunft

Um auf dem hart umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Telekommunikationsanbieter ihre Geschäftsmodelle zudem insgesamt verschlanken und neu ausrichten. Dabei unterscheiden die Roland Berger-Experten zwischen drei möglichen Szenarien:

- "Access Minus": In diesem Szenario bieten Telekommunikationsunternehmen lediglich den Netzwerkbetrieb an und haben nur mit wenigen Endkunden direkten Kontakt. Dienste von Cloud- und OTT (Over-The-Top)-Anbietern werden hingegen mit starken Marken geliefert. Bei diesem Szenario konzentrieren sich Telco-Unternehmen auf ihre Kernbereiche; in den Bereichen Innovation sowie Produktentwicklung beschränken sie sich hauptsächlich auf die Netzwerktechnologie.

- "Access Plus": Hier bieten Unternehmen nicht nur den eigenen Netzwerkbetrieb an, sondern auch ausgewählte Mehrwertdienste durch Partnerschaften mit B2B2C- und OTT-Anbietern. Netzwerke an sich werden zu einer Commodity und deshalb von Telekommunikations-, Kabel- und Versorgungsbetrieben geteilt. Aus Effizienzgründen werden Vertrieb- und Dienstleistungen vom Netzwerk getrennt.

- "OTT Service Groups": Telekommunikationsunternehmen als völlig integrierte Anbieter drängen in die vernetzte Welt mit eigenem Access-zentrierten Ökosystem und eigenen B2B2C-Modellen. Durch ihre starken Marken erreichen sie gegenüber den OTT-Anbietern eine vorteilhafte Positionierung auf dem Markt. Wenige regionale Gruppen sind in der Lage, die notwendigen Skaleneffekte durch eine aktive Konsolidierung zu erlangen.

"Alle drei Szenarien sind möglich", fasst Roland Berger-Partner Dahlke zusammen. "Wichtig ist, dass sich Unternehmen in Zukunft auf ihr Kerngeschäft fokussieren, ihre Wachstumschancen realistisch einschätzen, ihre Strukturen straffen und Konsolidierungsmöglichkeiten wahrnehmen. Denn nur so können sie Investoren von ihrem Geschäftsmodell überzeugen."

Allerdings wird der Netzzugang auch in Zukunft die tragende Rolle im Geschäft der europäischen Telekommunikationsanbieter spielen. Er sorgt heute für einen Umsatz von rund 300 Milliarden Euro; davon entfallen zwei Drittel auf die mobile Kommunikation. Inwieweit sich dieser Umsatz stabilisieren lässt oder weiter schrumpfen wird, hängt nicht nur von den Entscheidungen der Telekommunikationsunternehmen, sondern auch vom zukünftigen regulatorischen Umfeld ab.

Die Studie können Sie kostenlos herunterladen unter:
www.rolandberger.com/pressreleases
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter unter:
www.rolandberger.com/press-newsletter
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 2.500 Mitarbeitern und 47 Büros in 35 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 220 Partnern.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Claudia Russo
Roland Berger Strategy Consultants
Tel.: +49 89 9230-8190
E-mail: claudia_russo@de.rolandberger.com

Claudia Russo | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics