Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch Pfeifen und Zigarren führen zur Raucherlunge

17.02.2010
Lungenärztin: "Gleiche Risiken auch ohne Inhalieren"

Weder Pfeifen noch Zigarren sind gesündere Alternativen zu Zigaretten. Ärzte am New Yorker Presbyterian Hospital konnten nachweisen, dass keine der beiden Formen des Tabakkonsums vor der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) - im Volksmund "Raucherlunge" - schützen kann, wie manche irrtümlich glauben.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse ihrer Untersuchung in der Zeitschrift Annals of Internal Medicine.

Gleich gefährlich trotz weniger Cotinin

Die Forscher untersuchten 3.500 Menschen mit dem Lungenfunktionstest und befragten sie nach ihren aktuellen und früheren Rauchgewohnheiten. Diejenigen, die keine Zigaretten, dafür aber Pfeife oder Zigarren rauchten, hatten doppelt so oft Atemwegsstörungen als Nichtraucher. "Auch Rauch aus Pfeife und Zigarre geht mit einer Verschlechterung der Lungenfunktion einher, die der COPD entspricht", betont Studienautor Graham Barr.

Höher als bei Nichtrauchern, jedoch niedriger als beim Zigarettenrauch lag allein der Wert des Nikotin-Abbauprodukts Cotinin, das man in Blutplasma, Urin, Haar oder Speichel nachweisen kann. Die Forscher führen das auf die andere Form der Nikotinaufnahme zurück, während allerdings die Aussetzung an schädlichen Inhaltsstoffen gleich sein dürfte. "Sowohl Zigarre als auch Pfeife schädigen langfristig die Lunge, und Ärzte sollten beide Formen als Risikofaktoren für COPD erkennen", so Barr.

Krebs auch ohne Inhalieren

Irmgard Homeier, Generalsekretärin der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden, sieht bisherige Annahmen bestätigt. "Es war bekannt, dass auch Zigarre und Pfeife das kardio-vaskuläre System beeinträchtigen und Krebs auslösen können, weshalb keine der beiden bessere Alternativen für Zigaretten sind. Die Datenlage ist jedoch bisher noch dürftig, weshalb der Nachweis des Zusammenhangs mit COPD wichtig ist", so die Wiener Medizinerin gegenüber pressetext.

Zigarren zeigen keinen Unterschied zu Zigaretten, was den Abbau von Brandprodukten betrifft. "Der Tabak zerfällt ebenso in verschiedene giftige Substanzen, unter anderem in Kohlenmonoxid. Der einzige Unterschied ist, dass Zigarrenrauch weniger tief inhaliert wird", so Homeier.

Erkrankungen von Mundhöhle, Mundboden oder Kehlkopf könne dies jedoch nicht verhindern, ebenso wenig das Eindringen der ultrafeinen Staubpartikel in die Lungen. "Zudem produziert die Zigarre weit größere Mengen an Giftstoffen als die Zigarette, da die Tabakmenge wesentlich größer ist." Ähnliches gelte auch für die Pfeife.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://nyp.org
http://www.aerzteinitiative.at

Weitere Berichte zu: COPD Cotinin Lunge Nichtraucher Pfeife Raucherlunge Zigarette Zigarre Zigarren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Körpereigener Wirkstoff stärkt das Herz
13.12.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Klein und vielseitig: Schlüsselorganismen im marinen Stickstoffkreislauf nutzen Cyanat und Harnstoff
10.12.2018 | Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Bakterien ein Antibiotikum ausschalten

Forscher des HZI und HIPS haben entdeckt, dass resistente Bakterien den Wirkstoff Albicidin mithilfe eines massenhaft gebildeten Proteins einfangen und inaktivieren

Gegen die immer häufiger auftauchenden multiresistenten Keime verlieren gängige Antibiotika zunehmend ihre Wirkung. Viele Bakterien haben natürlicherweise...

Im Focus: How bacteria turn off an antibiotic

Researchers from the HZI and the HIPS discovered that resistant bacteria scavenge and inactivate the agent albicidin using a protein, which they produce in large amounts

Many common antibiotics are increasingly losing their effectiveness against multi-resistant pathogens, which are becoming ever more prevalent. Bacteria use...

Im Focus: Wenn sich Atome zu nahe kommen

„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ - dieses Faust’sche Streben ist durch die Rasterkraftmikroskopie möglich geworden. Bei dieser Mikroskopiemethode wird eine Oberfläche durch mechanisches Abtasten abgebildet. Der Abtastsensor besteht aus einem Federbalken mit einer atomar scharfen Spitze. Der Federbalken wird in eine Schwingung mit konstanter Amplitude versetzt und Frequenzänderungen der Schwingung erlauben es, kleinste Kräfte im Piko-Newtonbereich zu messen. Ein Newton beträgt zum Beispiel die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade, und ein Piko-Newton ist ein Millionstel eines Millionstels eines Newtons.

Da die Kräfte nicht direkt gemessen werden können, sondern durch die sogenannte Kraftspektroskopie über den Umweg einer Frequenzverschiebung bestimmt werden,...

Im Focus: Datenspeicherung mit einzelnen Molekülen

Forschende der Universität Basel berichten von einer neuen Methode, bei der sich der Aggregatzustand weniger Atome oder Moleküle innerhalb eines Netzwerks gezielt steuern lässt. Sie basiert auf der spontanen Selbstorganisation von Molekülen zu ausgedehnten Netzwerken mit Poren von etwa einem Nanometer Grösse. Im Wissenschaftsmagazin «small» berichten die Physikerinnen und Physiker von den Untersuchungen, die für die Entwicklung neuer Speichermedien von besonderer Bedeutung sein können.

Weltweit laufen Bestrebungen, Datenspeicher immer weiter zu verkleinern, um so auf kleinstem Raum eine möglichst hohe Speicherkapazität zu erreichen. Bei fast...

Im Focus: Data storage using individual molecules

Researchers from the University of Basel have reported a new method that allows the physical state of just a few atoms or molecules within a network to be controlled. It is based on the spontaneous self-organization of molecules into extensive networks with pores about one nanometer in size. In the journal ‘small’, the physicists reported on their investigations, which could be of particular importance for the development of new storage devices.

Around the world, researchers are attempting to shrink data storage devices to achieve as large a storage capacity in as small a space as possible. In almost...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ulmer Forscher beobachten Genomaktivierung "live" im Fischembryo

18.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Notsignal im Zellkern – neuartiger Mechanismus der Zellzykluskontrolle

18.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Methode für sichere Brücken

18.12.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics