Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pazifische Atoll-Inseln versinken nicht

04.06.2010
Experten: Dennoch kein Grund zur Entwarnung

Eine im Wissenschaftsmagazin New Scientist erschienene Studie kommt zum Schluss, dass die flachen Koralleninseln im Süd- und Zentralpazifik doch nicht sinken. Demnach sind einige Inseln der Staaten Tuvalu, Kiribati und der Föderierten Staaten von Mikronesien in den vergangenen 60 Jahren jährlich um zwei Millimeter gestiegen. Andere Eilande haben sich größenmäßig während dieser Zeitspanne nicht verändert.

Das Forscherteam um Paul Kench von der University of Auckland und Arthur Webb von der South Pacific Applied Geoscience Commission (SOPAC) führt diese Tatsache auf die Korallenriffe, die diese Inseln umgeben zurück. Da diese immer noch wachsen, bleiben die Eilande bestehen oder wachsen zumindest mit. Entwarnung für die dort lebende Bevölkerung gibt es allerdings nicht.

Bodenerosion und Wirbelstürme führen immer wieder dazu, dass die wenigen fruchtbaren Gebiete mit Salzwasser in Berührung kommen. Außerdem sei nicht abzuschätzen, welche Folgen die globale Erwärmung in Zukunft für die Inseln bringt. Tuvalus höchste Erhebung liegt nur 4,5 Meter über dem Meeresspiegel.

Auch in 100 Jahren noch da

Kench und Webb kommen zum Schluss, dass die meisten der Inseln auch in 100 Jahren noch vorhanden sein werden. In ihren Untersuchungen an 27 Inseln haben sie entdeckt, dass verglichen mit frühen Satellitenaufnahmen und historischen Fotos 80 Prozent der Eilande stabil geblieben sind. Ein Teil ist flächenmäßig sogar gewachsen. "Die bisher öfters gebrachten Argumente, dass die Inseln im Meer verschwinden werden, stimmen nicht", so Kench.

Die Inseln gehen deswegen nicht unter, weil es immer wieder zur Aufschüttung von abgestorbenen Korallen und Sedimenten kommt. "Daher gibt es keine unmittelbare Gefahr des Versinkens." Der Ozeanograph John Hunter von der University of Tasmania http://www.utas.edu.au attestiert die Studie als solide Arbeit und als gute Nachrichten für die Bewohner der flachen Atolle. "Möglicherweise müssen die Inseln nun doch nicht evakuiert werden", erklärt der Wissenschaftler.

Permanente Veränderung der Atolle

Dass die Korallenatolle langsam steigen, bestätigt auch die australische Forscherin und Expertin für die Evaluierung von Entwicklungsprojekten, Fiona Kotvojs, die seit Jahren in Tuvalu tätig ist, gegenüber pressetext. "Dass unter der Bevölkerung Tuvalus dennoch Aufregung herrscht, liegt auch daran, dass sich die Inseln in ihrer Form verändern. Das bedeutet, dass sich auf einer Seite des Atolls Sedimente ablagern und Land dazukommt, auf einer anderen Seite die Bodenerosion stark zunimmt." Unterspülte Strände mit entwurzelten Palmen sind keine Seltenheit.

"Ein weiteres Problem sind Wirbelstürme und Springfluten, die Salzwasser in die ohnehin spärlichen Anbauflächen bringen", meint der Filmemacher Christopher Horner gegenüber pressetext. Horner hat mit seiner Partnerin Gilliane Le Gallic vor einigen Jahren den Dokumentarfilm "The Disappearing of Tuvalu: Trouble in Paradise" http://der.org/films/the-disappearing-of-tuvalu.html gedreht. "Tuvalu ist beispielsweise gefährdet", so Horner. Daran gebe es keinen Zweifel.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.auckland.ac.nz
http://www.sopac.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Staub in Westasien gibt Hinweis auf Eisschmelze
21.07.2020 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht So verändert sich das Supply Chain Management bis 2040
15.07.2020 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics