Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie des Instituts für Mittelstandsforschung: Durch Selbständigkeit zur Doppelkarriere

29.10.2012
Bereits 1,2 Millionen Paare leben erfolgreich eine Doppelkarriere-Partnerschaft. Besonders unter Selbstständigen ist das Doppelkarrieremodell verbreitet. Die Universitäten Mannheim und Hohenheim veröffentlichen dazu nun eine Studie.

Das klassische Muster „Der Mann macht Karriere, die Frau verdient hinzu oder bleibt zu Hause“ ist nach wie vor verbreitet. Doch inzwischen belegen 1,2 Millionen Paare in so genannten „Doppelkarrieren“, dass es auch anders geht. Das Konzept der „Doppelkarriere“ umfasst ein Erwerbs- und Lebensmodell, bei dem beide Partner gleichberechtigt eine eigenständige berufliche Karriere verfolgen und diese Ambitionen in Einklang mit Lebensqualität, Partnerschaft und gegebenenfalls mit der Familie bringen wollen.

Dies gelingt allerdings nur acht Prozent aller Paare in Deutschland. Wissenschaftler des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (ifm) und des Stiftungslehrstuhls für Entrepreneurship der Universität Hohenheim (SEH) haben nun untersucht durch welche Erwerbs- und Lebensmodelle eine Doppelkarriere am besten gelingt. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative „Frauen an die Spitze“ gefördert.

Die drei wichtigsten Ergebnisse der Studie

1. Selbstständigkeit beschert gutes Einkommen, Arbeitszufriedenheit und Flexibilität

Selbstständige realisieren weit häufiger eine Doppelkarriere als abhängig Beschäftigte. Im Schnitt erzielen sie auch ein höheres Nettoeinkommen. Dies gilt wenn einer der Partner selbstständig ist genauso wie wenn beide Partner unternehmerisch aktiv sind. Zudem zeigt die Studie, dass Selbstständige ihre Arbeit in vielen Fällen flexibler gestalten können als dies in einer abhängigen Beschäftigung möglich ist: Knapp drei Viertel können ihre Arbeitszeit weitgehend frei einteilen und ihren Arbeitsort frei wählen. Die befragten Selbstständigen sind zudem wesentlich häufiger mit ihrer beruflichen Laufbahn und auch ihrer Tätigkeit zufrieden als abhängig Beschäftigte.
2. Selbstständigkeit ermöglicht bessere Vereinbarkeit von Kind und Karriere

In Doppelkarriere-Partnerschaften, in denen die Frau selbstständig und dabei gleichzeitig erfolgreich ist, finden sich mehr Paare mit Kindern als wenn beide Partner abhängig beschäftigt sind. „Dies illustriert, dass eine beruflich selbstständige Erwerbsarbeit vielen Paaren zumindest die Chance bietet, zwei Karrieren und die Familie aufeinander abzustimmen“, sagt Projektleiter Dr. René Leicht vom ifm.

3. Hausarbeit bleibt tendenziell Frauensache

Trotz der aufgezeigten Chancen, welche eine berufliche Selbstständigkeit für Doppelkarrierepaare bietet, erweisen sich im Hinblick auf die Haushaltsführung die klassischen Geschlechterrollen als vergleichsweise stabil. Frauen übernehmen grundsätzlich den höheren Anteil der Hausarbeit, selbst wenn sie in gleichem Maße erwerbstätig sind wie Männer. Zwar sind drei Viertel der selbstständigen Frauen mit ihrem Familienleben sehr zufrieden, aber beinahe genauso viele klagen dennoch über Konflikte zwischen Arbeit und Familie.

Doppelkarrieren als Zukunftsmodell – Anforderungen für Paare und Politik

„Wenn wir die Karriereplanung und -verfolgung von Frauen betrachten, dann müssen auch Partnerschaften mitgedacht werden. Das Verbundprojekt „Durch Selbstständigkeit zur Doppelkarriere“ hat einen Aspekt aufgegriffen, der bislang vernachlässigt wurde: die Frau als Partnerin einer Lebensgemeinschaft, in der beide Partner eine akademische Ausbildung genossen haben und eine jeweils eigene Karriere auf Augenhöhe mit dem Partner anstreben“, erklärt Dr. Alexandra Blanke vom Referat „Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung“ des BMBF.

Im Rahmen einer Zukunftskonferenz an der Universität Mannheim wurden die Studienergebnisse zum Abschluss des Projektes diskutiert und in Dialogen die Erfolgsfaktoren für Doppelkarrieren in Unternehmen sowie im Kontext der Selbstständigkeit eruiert. Die Ergebnisse der Studie finden Sie im Detail unter: http://www.dcc-selbstaendig.de

Kontakt:
Dr. René Leicht (Projektleitung)
Institut für Mittelstandsforschung
Universität Mannheim
68131 Mannheim
Telefon: 0621 / 181-2788
E-Mail: leicht@ifm.uni-mannheim.de
Hintergrund: Verbundprojekt „Durch Selbstständigkeit zur Doppelkarriere?“

Das Verbundprojekt „Durch Selbstständigkeit zur Doppelkarriere? Berufs-, Partnerschafts- und Lebenskonzept erfolgreicher Gründerinnen“ wird getragen durch das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (ifm) und den Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurship der Universität Hohenheim (SEH). Es besteht aus zwei verzahnten Teilprojekten, bei denen das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim die Lebens- und Erwerbsbedingungen selbstständiger Frauen und deren Einfluss bei der Realisierung von Doppelkarrieren untersucht hat, während der Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurship der Universität Hohenheim (SEH) das Rollenverständnis selbstständiger Frauen vor dem Hintergrund der Doppelkarriere und Vereinbarkeitsmodelle in erfolgreichen Partnerschaften erforscht.

Das Projekt wird als Teil des Themenschwerpunkts „Frauen an die Spitze“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Über das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim

Das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) ist eine zentrale Forschungseinrichtung der Universität Mannheim und führt Forschungsvorhaben zu aktuellen und strukturellen mittelstandsbezogenen Themen durch. Seine besondere Stärke liegt in der interdisziplinären Ausrichtung und der Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Praxis. Der Forschungsbereich „Neue Selbstständigkeit“ hat sich in den letzten Jahren vor allem mit den unternehmerischen Neigungen von Frauen und auch von Migrantinnen befasst.
http://www.ifm.uni-mannheim.de

Über den Stiftungslehrstuhl Entrepreneurship der Universität Hohenheim

Der SEH ist als Lehrstuhl in der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät verankert. Er betreibt eine interdisziplinäre Forschung und Lehre im Bereich Unternehmertum und Unternehmensgründung, die Studierenden aller Fakultäten offen steht. Durch Zusammenarbeit mit Unternehmen und die Mitarbeit in Entrepreneurship fördernden Netzwerken werden Unternehmertum und Unternehmensgründungen aktiv durch den SEH gefördert.

http://www.seh.uni-hohenheim.de

Katja Bär | idw
Weitere Informationen:
http://www.dcc-selbstaendig.de
http://www.ifm.uni-mannheim.de
http://www.seh.uni-hohenheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wenn das Smartphone zur Schuldenfalle wird
15.10.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Atomare Verunreinigung ähnlich wie bei Edelsteinen dient als Quanten-Informationsspeicher
01.10.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2018

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nanodiamanten als Photokatalysatoren

18.10.2018 | Materialwissenschaften

Schichten aus Braunschweig auf dem Weg zum Merkur

18.10.2018 | Physik Astronomie

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics