Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie: Nicht alle Herzinfarkt-Patienten müssen sofort ins Katheter-Labor

09.04.2010
76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vom 8.-10. April 2010 in Mannheim

Bei Patienten mit einem Nicht-ST-Streckenhebungsinfarkt (NSTEMI) - also einem nicht im EKG erkennbaren Herzinfarkt - bietet ein sofortiges invasives Vorgehen mit Herzkatheter-Untersuchung keinen Vorteil im Vergleich zu einer Untersuchung innerhalb von Zwölf bis 48 Stunden oder einer selektiven Entscheidung für das invasive Verfahren.

Das berichteten heute Experten auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim, an der von Donnerstag bis Samstag 7.000 Experten aus 25 Ländern teilnehmen. "Für den klinischen Alltag hat das wichtige Konsequenzen, da es basierend auf diesen Daten möglich ist, Patienten mit NSTEMI während des Tages, im Rahmen der klinischen Routine, zu untersuchen", sagt Prof. Dr. Holger Thiele (Herzzentrum, Universität Leipzig).

Deutsche Studie untersucht optimalen Zeitpunkt für Herzkatheter-Untersuchung

Im Gegensatz zu Patienten mit einem ST-Streckenhebungs-Infarkt (STEMI), bei denen möglichst schnell eine Wiedereröffnung des Herzkranzgefäßes mittels Ballonaufdehnung anzustreben ist, ist der optimale Zeitpunkt für eine Herzkatheter-Untersuchung mit nachfolgender Ballonaufdehnung für Patienten mit NSTEMI, die zum Zeitpunkt der Krankenhausaufnahme keine Beschwerden mehr haben, nicht klar.

Im Rahmen einer groß angelegten Studie an sechs deutschen Kliniken (LIPSIA-NSTEMI-Studie) sollte für diese Patientengruppe der optimale Zeitpunkt für eine invasiver Herzkatheter-Untersuchung ermittelt werden. In einer Behandlungsgruppe wurden die Teilnehmer durchschnittlich innerhalb von 66 Minuten im Katheterlabor untersucht, in den beiden anderen Gruppen waren es durchschnittlich 17 Stunden 55 Minuten beziehungsweise 18 Stunden 10 Minuten. "Hinsichtlich der Häufigkeit von Todesfällen, neuerlichem Infarkt oder neuerlicher Aufnahme ins Krankenhaus gab es innerhalb von sechs Monaten keine Unterschiede zwischen den drei Behandlungsgruppen", fasst Prof. Thiele das zentrale Ergebnis zusammen.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher
Christiane Limberg, Pressestelle
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Pressezentrum am Kongress: 0621 / 4106 - 5005; mobil 0043-676-6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht „Moonwalk“ für die Wissenschaft zeigt Verzerrungen im räumlichen Gedächtnis
18.11.2019 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Mobilität im Zeichen von Umbruch und Klimawandel
13.11.2019 | Duale Hochschule Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartiges Antibiotikum gegen Problemkeime in Sicht

Internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Gießen entdeckt neuen Wirkstoff gegen gramnegative Bakterien – Darobactin attackiert die Erreger an einem bislang unbekannten Wirkort

Immer mehr bakterielle Erreger von Infektionskrankheiten entwickeln Resistenzen gegen die marktüblichen Antibiotika. Typische Krankenhauskeime wie Escherichia...

Im Focus: Machine learning microscope adapts lighting to improve diagnosis

Prototype microscope teaches itself the best illumination settings for diagnosing malaria

Engineers at Duke University have developed a microscope that adapts its lighting angles, colors and patterns while teaching itself the optimal...

Im Focus: Kleine Teilchen, große Wirkung: Wie Nanoteilchen aus Graphen die Auflösung von Mikroskopen verbessern

Konventionelle Lichtmikroskope können Strukturen nicht mehr abbilden, wenn diese einen Abstand haben, der kleiner als etwa die Lichtwellenlänge ist. Mit „Super-resolution Microscopy“, entwickelt seit den 80er Jahren, kann man diese Einschränkung jedoch umgehen, indem fluoreszierende Materialien eingesetzt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Polymerforschung haben nun entdeckt, dass aus Graphen bestehende Nano-Moleküle genutzt werden können, um diese Mikroskopie-Technik zu verbessern. Diese Nano-Moleküle bieten eine Reihe essentieller Vorteile gegenüber den bisher verwendeten Materialien, die die Mikroskopie-Technik noch vielfältiger einsetzbar machen.

Mikroskopie ist eine wichtige Untersuchungsmethode in der Physik, Biologie, Medizin und vielen anderen Wissenschaften. Sie hat jedoch einen Nachteil: Ihre...

Im Focus: Small particles, big effects: How graphene nanoparticles improve the resolution of microscopes

Conventional light microscopes cannot distinguish structures when they are separated by a distance smaller than, roughly, the wavelength of light. Superresolution microscopy, developed since the 1980s, lifts this limitation, using fluorescent moieties. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now discovered that graphene nano-molecules can be used to improve this microscopy technique. These graphene nano-molecules offer a number of substantial advantages over the materials previously used, making superresolution microscopy even more versatile.

Microscopy is an important investigation method, in physics, biology, medicine, and many other sciences. However, it has one disadvantage: its resolution is...

Im Focus: Mit künstlicher Intelligenz zum besseren Holzprodukt

Der Empa-Wissenschaftler Mark Schubert und sein Team nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des maschinellen Lernens für holztechnische Anwendungen. Zusammen mit Swiss Wood Solutions entwickelt Schubert eine digitale Holzauswahl- und Verarbeitungsstrategie unter Verwendung künstlicher Intelligenz.

Holz ist ein Naturprodukt und ein Leichtbauwerkstoff mit exzellenten physikalischen Eigenschaften und daher ein ausgezeichnetes Konstruktionsmaterial – etwa...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sichere Datenübertragung mit Ultraschall am Handy: neue Methode zur Nahfeldkommunikation

21.11.2019 | Kommunikation Medien

Rasante Entstehung von Antibiotikaresistenzen im Behandlungsalltag

21.11.2019 | Medizin Gesundheit

Gesundheits-App als Fitness-Coach für Familien

21.11.2019 | Kommunikation Medien

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics