Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multilokale prägen die Alpen stärker als Touristen

27.05.2011
Mobile Arbeitsformen, ausgebaute Verkehrsachsen, die Suche nach Ruhe und Natur – immer mehr Städter leisten sich eine zweite Wohnung im Alpenraum.

Diese Multilokalen seien ökonomisch für viele Alpenregionen mittlerweile wichtiger als der Tourismus und prägten zunehmend die lokale Wirtschaftsstruktur, schreiben Forschende in der neuesten Ausgabe des «Revue de Géographie Alpine – Journal of Alpine Research». Die Arbeiten basieren auf einer Tagung der «Swiss interacademic commission for Alpine studies» (ICAS), ein Organ der Akademien der Wissenschaften Schweiz.

Gewisse Regionen der Alpen würden immer mehr in Metropolitan-Regionen integriert und zu eigentlichen urbanen Quartieren, schreibt Manfred Perlik von der ETH Zürich. Die Multilokalen tragen damit zu einer verstärkten Umstrukturierung bei, eine Art «Alpen-Gentrifizierung».

Dieser Trend bringt zwar finanzielle Mittel in die Alpen-Regionen, stellt sie aber auch vor Probleme: der immense Land-Verbrauch, die Belastung des Wohnungsmarktes für Ortsansässige und der Transportsysteme und die schwierige lokale Einbindung der Multilokalen. Der Präsident des Gemeinderates von Zermatt, Christoph Bürgin, schilderte denn auch, wie der Druck auf den Wohnungsmarkt immer mehr Angestellte von Hotels und Restaurants in Nachbargemeinden abdränge.

Die umfangreichen statistischen Auswertungen von Bernard Debarbieux und Martin Camenisch von der Universität Genf zeigen, dass nicht die Migration in und aus den Alpen die dominante Bevölkerungsbewegung im 20. Jahrhundert war. Wer im Mittelland wohnt und umzieht, bleibt meist im Mittelland. Das Gleiche gilt für die Alpen und für Städte generell. Dies zeigen Zwischenresultate des Forschungsprogramms «Living (for a time) in the Swiss mountains», welches auch die individuellen Gründe für multilokales Wohnen untersucht.

Die multilokale Lebensweise leistet der Zersiedelung Vorschub und belastet die Transportsysteme. Diesen Trend gilt es deshalb im «Raumkonzept Schweiz» des Bundes zu berücksichtigen, welches aktuell in Vernehmlassung ist.

Weitere Auskünfte erteilt:

- Paul Messerli, Universität Bern, Präsident der «Platform Science and Policy» der SCNAT, mep@giub.unibe.ch (nur unregelmässig erreichbar)

- Manfred Perlik, ETH Zürich, perlik@nsl.ethz.ch

Marcel Falk | idw
Weitere Informationen:
http://rga.revues.org/index1335.html

Weitere Berichte zu: Alpen Alpines Steinschaf ETH Mittelland Multilokale Transportsystem Wohnungsmarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics