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Moskitos vererben Resistenzen an Nachkommen

05.05.2010
Forscher entdecken genetischen Hintergrund für DEET-Resistenzen

Die Resistenz gegen ein gängiges Insektenabwehrmittel - dem sogenannten DEET (Diethyltoluamid) - kann von manchen Insekten an die Nachkommen vererbt werden. Eine Studie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS kommt zu dieser Auffassung.

Die Forscher um James Logan vom britischen Rothamsted Research in Harpenden haben Aedes aegypti Stechmücken gezüchtet, bei denen die Hälfte der Weibchen resistent gegen das Insektenmittel war. Die Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass aufgrund der schnellen Insensitivität gegen die Chemikalie nur ein einzelnes dominantes Gen dafür verantwortlich ist. Dieses Gen bildet die Resistenz aus, auch wenn es nur von einem Elternteil vererbt wurde.

Suche nach dem Gen aufgenommen

Bis jetzt haben die Forscher das betreffende Gen nicht identifizieren können. Unbekannt ist zudem auch, wie dieser Mechanismus der Resistenz in Gang gebracht wird. Allerdings konnte das Forscherteam geruchsempfindliche Zellen finden, die auf DEET reagieren. Bei den resistenten Stechmücken waren diese Zellen weniger sensitiv.

Als wesentlichen Schritt in der Forschung bezeichnet der Experte Leslie Vosshall von der Rockefeller University in New York diese Entdeckungen. Alles deute darauf hin, dass ein einzelnes Gen dafür verantwortlich ist. Vosshall beschäftigt sich seit Jahren mit der neuralen und genetischen Basis von Geruchsempfindlichkeit bei Stechmücken.

Aedes aegypti als Überträger zahlreicher Erkrankungen

Aedes aegypti gehört zu den Stechmücken, die neben dem gefährlichen Gelbfieber auch Dengue-Fieber und eine Reihe anderer viraler Erkrankungen übertragen. "Dengue-Fieber ist die weltweit häufigste virale Infektion, die von Reisenden mitgebracht wird", erklärt der Tropenmediziner und Infektiologe Ernst Wallis vom Wiener Tropenzentrum http://www.tropenzentrum.at im pressetext-Interview.

"Derzeit gibt es keine kausale Behandlung gegen Dengue-Fieber", erklärt der Experte. Als Vorbeugung rät er zur Verwendung von Repellentien und Moskitonetzen. In den von Logan im Labor gezüchteten Aedis-Mücken hätten rund 13 Prozent auch jene gestochen, die sich mit DEET-Repellentien eingeschmiert hätten.

Experten warnen vor Anstieg von Dengue

Weltweit warnen Wissenschaftler vor dem Anstieg von Dengue-Fieber-Fällen. Anfang des Jahres 2010 konnten Forscher einen epidemieartigen Anstieg in Mittel- und Südamerika beobachten. Zuvor gab es Ausbrüche in asiatischen Ländern sowie auf zahlreichen pazifischen Inseln. Nach Schätzungen der WHO http://www.who.int sind 2,5 Mrd. Menschen gefährdet, an Dengue zu erkranken.

Aber auch das gefährliche Gelbfieber ist nach Angaben der WHO weltweit im Ansteigen. Geschätzte 200.000 Gelbfieber-Erkrankungen gibt es jährlich weltweit. 30.000 der Betroffenen sterben jährlich daran. Auch dieses Virus ist in Afrika und Lateinamerika endemisch. Die Zahl der Neuerkrankungen stieg in den vergangenen 20 Jahren unter anderem aufgrund verringerter Immunabwehr gegen die Infektion. Einen Anteil daran trägt jedoch auch die Rodung der Wälder, die Urbanisierung, die Veränderung der Besiedlung und der Klimawandel.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tropenzentrum.at
http://www.who.int
http://www.pnas.org

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