Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobbing im Internet

28.04.2010
Ein Drittel der Schüler sind betroffen

Beleidigungen, peinliche Fotos oder üble Nachrede - die neuen Medien machen es leicht, einen Menschen fertig zu machen. Diese Form des Mobbings, "Cyberbullying" genannt, haben die Psychologinnen Dr. Stephanie Pieschl und ihre Diplomandin Sina Urbasik von der Universität Münster untersucht. Rund ein Drittel der befragten Schüler gab an, in den der Befragung vorausgehenden zwei Monaten schon einmal das Opfer von Cyberbullying geworden zu sein.

Am Hochschultag der WWU Münster hatten Dr. Stephanie Pieschl und Sina Urbasik aus der Pädagogischen Psychologie 419 Schülerinnen und Schüler zu ihren Erfahrungen mit Cyberbullying befragt. Da es sich bei dieser Befragung um eine relative alte (Durchschnittsalter 18 Jahre), hochgebildete (86 Prozent Gymansiasten), und weibliche (70 Prozent Frauen) Stichprobe handelte, erwarteten die Forscher relativ geringe Vorkommnisse von Cyberbullying. Überraschenderweise zeigte sich, dass 35 Prozent der Befragten mindestens einmal in den letzten zwei Monaten Opfer von Cyberbullying waren.Meist berichteten sie von Beleidigungen und Gerüchten, die im Internet mit Instant Messengern oder in Sozialen Netzwerken wie SchülerVZ verbreitet wurden. Eine Schülerin schrieb beispielsweise: "Ein Mädchen [...] hat verbreitet dass mein Freund mich zum Sex zwingen würde und hat erzählt dass ich schwanger war und abgetrieben habe".

Außerdem berichteten 55 Prozent der Befragten, dass sie im gleichen Zeitraum mindestens einmal als Täter aktiv waren, meist haben sie Gerüchte verbreitet, sich für andere ausgegeben, oder Beleidigungen verbreitet. Auch die Täter nutzten überwiegend das Internet, hauptsächlich Instant Messenging und Chat. Beispielsweise berichtete ein Schüler: "Ich schicke vielleicht mal einer Freundin ein Bild, um ihr zu zeigen, wie dämlich dort jemand aussieht. Aber das ist eher nur ein Scherz. Ich mache das ja nicht, um jemanden bloßzustellen, sondern um Spaß zu haben".

Konfrontiert mit diversen Szenarios aus dem Kontext Cyberbullying zeigten die Befragten außerdem große emotionale Betroffenheit von Cyberbullying. Zum Beispiel berichteten sie von eigener Verletztheit und Frustration. Nur mäßig geeignete Ideen gab es über angemessene Verhaltensstrategien als Reaktion auf Cyberbullying. Beispielsweise würden die Befragten im Durchschnitt nur „vielleicht" das Cyberbullying melden oder eine Sperre beim Anbieter fordern.

Brigitte Nussbaum | Uni Münster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de
http://wwwpsy.uni-muenster.de/Psychologie.inst3/AEbromme/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Quantum bugs, meet your new swatter

20.08.2018 | Information Technology

A novel synthetic antibody enables conditional “protein knockdown” in vertebrates

20.08.2018 | Life Sciences

Metamolds: Molding a mold

20.08.2018 | Information Technology

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics