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Mitsprache der Spender bei der Spendenverwendung fördert die Großzügigkeit

26.05.2010
Spender sind tendenziell großzügiger, wenn sie den Personenkreis, oder den Zweck, dem ihre Spende zugute kommen soll, selbst bestimmen können.

Dies bestätigt ein Feldexperiment des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Universität Bonn. In das Experiment einbezogen waren 57.325 Haushalte in Deutschland. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass es sich für Spendenorganisationen auszahlt, ihren Spendern Entscheidungsspielräume bei der Spendenverwendung zu gewähren.

Für das Experiment kooperierten das ZEW und die Universität Bonn mit einer deutschen Spendenorganisation, die in fünf Entwicklungsländern den Aufbau der medizinischen Grundversorgung fördert. Im Rahmen der jährlichen Winterspendenaktion wurden zum Jahreswechsel 2007/2008 zwei Versionen von Spendenbriefen an insgesamt 57.325 Haushalte verschickt. Die eine Gruppe an potenziellen Spendern wurde wie in den Vorjahren gebeten, eine Spende an die Organisation zu überweisen. Die Haushalte der anderen Versuchsgruppe erhielten außerdem die Möglichkeit, ihre Spende konkret für eines oder auch mehrere Länder einzusetzen.

Die Rücklaufquoten beider Vergleichsgruppen lagen bei knapp zwölf Prozent. Von den Haushalten, die ihre Spende einem konkreten Empfängerkreis zuteilen konnten, nutzten 3,4 Prozent diese Selektionsmöglichkeit. Sie spendeten im Schnitt mit rund 160 Euro etwa 25 Euro mehr als diejenigen, die für ihre Spende kein Land explizit auswählten.

Die Erkenntnis, dass Menschen freigiebiger spenden, wenn sie die Adressaten der Spende selbst bestimmen können, wird durch Daten aus früheren Spendenaktionen untermauert. So zeigt die Spendenhistorie der Jahre 2005 und 2006, dass Haushalte, die im Winter 2007/2008 an ein bestimmtes Land spendeten, in den Vorjahren, als sie keinen Spendenempfänger explizit auswählen konnten, weniger Geld gaben.

"Die Ergebnisse des Experiments sind insbesondere für Spendenorganisationen interessant. Sie legen nahe, dass das Spendenaufkommen gesteigert werden kann, wenn potenzielle Spender die Möglichkeit haben, den Begünstigten zu benennen", sagt Bodo Aretz, der das Experiment am ZEW betreut und ausgewertet hat.

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de/publikation5762

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