Magersucht: Weltweit größte Studie zur Behandlung am UKM

Patientinnen mit Magersucht können ab sofort in der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster (UKM) an einer Untersuchung zur Wirksamkeit ambulanter Psychotherapie bei Anorexia nervosa, so der medizinische Fachbegriff der Magersucht, teilnehmen.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell geförderte Untersuchung wird bundesweit an verschiedenen Universitätskliniken durchgeführt. Dabei handelt es sich um die bislang weltweit größte Studie dieser Art.

Zwei psychotherapeutische Standard-Behandlungen – psychodynamisch und verhaltenstherapeutisch – wurden nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen speziell für das Störungsbild der Anorexia nervosa weiterentwickelt. „Die jeweilige Therapie erfolgt nach strengen therapeutischen Richtlinien und wird durchgehend wissenschaftlich begleitet“, erklärt Dr. Markus Burgmer, Oberarzt an der Klinik.

Die Wirksamkeit der Behandlungen soll mit der bisher üblichen Standardbehandlung verglichen werden. Die Patientinnen erhalten bei einer Zuweisung zu den spezifischen Verfahren 40 Stunden ambulante Einzeltherapie in einem Zeitraum von zehn Monaten. Für drei zusätzliche diagnostische Termine erhalten die Teilnehmerinnen zudem eine Aufwandsentschädigung.

Noch immer werden die Gefahren einer Magersucht häufig unterschätzt, die Zahlen sprechen aber eine deutliche Sprache: Pro Jahr erkranken rund 75.000 Menschen in Deutschland an Magersucht – zumeist Frauen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. „Unter den psychischen Erkrankungen zählt die Magersucht zu den Erkrankungen mit den häufigsten Todesfällen. Wir glauben, dass durch die neuen Therapieformen eine bessere und effizientere Behandlung der Magersucht erreicht werden kann“, erklärt der UKM-Mediziner.

Die kostenlose Studienteilnahme richtet sich an magersüchtige Frauen ab 18 Jahren. Benötigt wird vorab die Diagnostik in der Ambulanz der Klinik (Terminvergabe unter Tel. 0251/ 83 – 5 29 05). Hierzu ist lediglich eine Überweisung vom Hausarzt notwendig. Für weitergehende Fragen steht der Koordinator der Studie, Oberarzt Dr. Markus Burgmer (0251/ 83 -5 29 05) zur Verfügung.

Media Contact

Stefan Dreising Universitätsklinikum Münster (UK

Weitere Informationen:

http://www.klinikum.uni-muenster.de

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