Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei komplexen Erkrankungen der Herzkranzgefäße: Bypass-OP der Stent-Implantation eindeutig überlegen

11.04.2013
Weltweit größte wissenschaftliche Studie belegt Langzeitvorteil der Bypassoperation für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung der Herzkranzgefäße

Bei einer komplexen Verengung der Herzkranzgefäße ist die Bypass-Operation gegenüber der Implantation eines Stents die deutlich bessere Wahl. Das ist das Ergebnis der weltweit größten vergleichenden Studie zu den beiden Eingriffsmöglichkeiten bei der sogenannten Koronaren Herzkrankheit, die von spezialisierten Ärzten vorgenommen werden können, wenn eine rein medikamentöse Behandlung allein nicht mehr ausreicht.

Ablagerungen an und in den Wänden von Blutgefäßen führen im Laufe der Jahre unweigerlich zu einer Verengung von Blutadern. Besonders bei den Gefäßen des Herzens, den Herzkranzarterien, kann dies lebensgefährlich sein. Denn kommt es durch die Verengung zu einem vollständigen Verschluss, löst dies einen Herzinfarkt aus.

Wenn das Fortschreiten der Verengung durch Medikamente nicht im ausreichenden Maße behandelt werden kann und eine Koronare Herzkrankheit nachgewiesen wird, stehen zwei Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: Bei der sogenannten `Kathetergeführten Stentimplantation´ wird von Kardiologen das verengte Herzkranzgefäß zunächst geweitet und danach ein Metallröhrchen (Stent) zur Verhinderung der Wiederverengung eingesetzt. Das andere Verfahren ist die sogenannte Bypass-Operation, die von Herzchirurgen durchgeführt wird. Dabei werden dem Patienten eigene Arterien und Venen als Gefäßbrücke angelegt, um die verengte Stelle zu umgehen und somit den Herzmuskel wieder mit genügend Blut zu versorgen.

Aus Sicht der Patienten erscheint es verständlich, dass die Stentimplantation im Vergleich zu einer Herzoperation als das schonendere Verfahren angesehen wird und daher diese Behandlungsmethode eher bevorzugt wird. Pro Jahr werden in Deutschland rund 329.000 Stentimplantationen, aber nur rund 55.000 Bypass-Operationen durchgeführt. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen wäre für viele der Patienten mit komplexer Erkrankung der Herzkranzgefäße die Bypass-Operation allerdings kurz-, mittel- und insbesondere auch langfristig die deutlich bessere Wahl.

Im Rahmen der Studie „Synergy between PCI with taxus and Cardiac Surgery“ (Syntax) wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren 1.800 Patienten mit Erkrankungen der Koronargefäße an 85 Kliniken in Europa und den USA mit einem der beiden Verfahren behandelt. Fast zehn Prozent der Patienten, denen ein Stent implantiert wurde, erlitten innerhalb von fünf Jahren nach dem Eingriff einen Herzinfarkt. Bei den Patienten, die sich einer Bypass-Operation unterzogen haben, waren es hingegen nur knapp vier Prozent.

Auch mussten sich die Patienten, denen Stents eingesetzt wurden, deutlich häufiger erneut einem Eingriff unterziehen: So wurden innerhalb von fünf Jahren nach dem jeweiligen Eingriff mehr als 25 Prozent der Stent-Patienten zur erneuten Behandlung in eine Klinik eingewiesen werden, während dies bei nur 13,7 Prozent der Bypass-Patienten notwendig war.

„Je komplexer die Herzkranzgefäße erkrankt sind, desto eher ist die Bypass-Operation die bessere Behandlungsoption. Denn mit zunehmender Komplexität der Erkrankung überleben signifikant mehr Patienten nach einer Bypass-Operation als nach einer Stentimplantation. Da der Patient die Schwere seiner Erkrankung in der Regel nicht selbst einschätzen kann, sollte die Entscheidung über die richtige Behandlung bei koronarer Mehrgefäßerkrankung ausnahmslos gemeinsam von einem Herzchirurgen und einem Kardiologen getroffen werden. Dann können die Patienten davon ausgehen, dass ihnen die für ihre individuelle Erkrankung geeignete Behandlung empfohlen wird “, fasst Jochen Cremer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), die Ergebnisse der Studie für die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen zusammen.

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vertritt als medizinische Fachgesellschaft die Interessen der über 1.000 in Deutschland tätigen Herz-, Thorax- und Kardiovaskularchirurgen im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Thomas Krieger
Pressereferent der DGTHG
Tel: 033439 18746
E-Mail: presse@dgthg.de

Thomas Krieger | DGTHG
Weitere Informationen:
http://www.dgthg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics