Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Körperscanner für Sicherheit im Stadion? Sicher nicht!

11.06.2012
Angewandte Innovationsforschung: In einem laufenden Lehrprojekt untersuchen Studierende der MHMK mit dem „Fan2.0 IdeaContest“, wie sich Stimmung und Sicherheit in Fußballstadien verbessern lassen.
Aktuell binden sie Fans, Zuschauer und Interessierte in die Ideenfindung mit einer wöchentlichen Reichweite von 36.500 Usern. Eine begleitende Netnographie-Studie zeigt: Körperscanner werden abgelehnt, vielversprechender erscheinen partizipative Ansätze. Mehrere Fußballbundesligisten unterstützen den Contest.

Acht Studierende der MHMK in München widmen sich derzeit der Frage, wie sich ausgelassene Stadionstimmung mit Gewaltfreiheit verbinden lässt und befragten in diesem Kontext direkt die Fans. Dazu setzen sie auf Methoden ihres Kooperationspartners HYVE, der mit Co-Creation, Netnography oder IdeaContest Unternehmen bei der kundenzentrierten Entwicklung von Innovationen unterstützt, und wenden diese unter Anleitung von Prof. Dr. Guido Schafmeister, Prof. Dr. Guido Ellert und Simon Dallwig auf das Forschungsfeld „Sport“ an. Sicherheit bei Großveranstaltungen ist ein Forschungsschwerpunkt der Studienrichtung Sport- und Eventmanagement im Studiengang Medienmanagement an der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation.

Bei der Recherche mithilfe der Netnography Methode wurden binnen einer Woche ca. 7.000 Einträge in über 20 Foren bzw. Communities gesichtet. Im Rahmen der Netnography werden verschiedene Communities und Foren anonym beobachtet, Einträge von Usern gelesen und in ein eigens angefertigtes Register einsortiert. Die Studierenden untersuchten die Foren nach ca. 25 zuvor festgelegten Begriffen.

Das Hauptaugenmerk lag dabei auf „Stimmung“, „Sicherheit“ und „Zufriedenheit“. Anhand der Einträge wurde deutlich, dass der Einsatz von Körperscannern oder personalisierten Karten eher abgelehnt wird.

Für den Fan2.0 IdeaContest auf http://www.facebook.com/fan2.0.ideacontest gibt es bewusst keine inhaltlichen Vorgaben. Der IdeaContest ist eine Plattform für Fans und Interessierte, die ihre Ideen zur Verbesserung der Stimmung im und rund um das Stadion veröffentlichen wollen. „Grundsätzlich startet die HYVE AG einen IdeaContest in Form einer neu erschaffenen Community, bei der sich die User anmelden und ihre Wünsche zu einem bestimmten Themengebiet frei äußern können. Unseren Contest haben wir auf das soziale Netzwerk Facebook beschränkt“, erläutert Student Florian Thum das Vorgehen.

Dr. Johann Füller, CEO der HYVE AG, bestätigt den studentischen Innovationsforschern einen beeindruckenden Start: „Die Seite erreichte binnen weniger Tage eine sehr ansprechende Reichweite von über 36.500 Usern, das ist wirklich enorm.“ Bei den Fanbeauftragten der Vereine holten sich die Studierenden jedoch Absagen für ihren innovativen Ansatz, dazu sagt Florian Thum: „Wir hätten wohl noch stärker vermitteln müssen, dass es bei Co-Creation nicht um die Einführung neuer Vorschriften für das Verhalten im Stadion geht, sondern darum, gemeinsam mit den Menschen, die das Erlebnis Fußballspiel lieben, Lösungen zu finden, die für viele Menschen die Stimmung im Stadion verbessern können.“

Bei den Vereinen scheint die Vermittlung des Projektes zu gelingen. Mehrere Fußballbundesligisten unterstützen und verbreiten den Fan2.0 IdeaContest, darunter Hannover 96, Karlsruher SC, VfL Osnabrück, Chemnitzer FC, 1. FC Saarbrücken und Rot-Weiß Erfurt. Florian Thum hofft auf einen noch größeren Bekanntheitsgrad: „Die Idee ist, dass aus der Menge unterschiedlicher Ideen einige sehr gute Ansätze geschaffen werden können. Wir hoffen, dass der Fan2.0 Contest noch weiter erfolgreich läuft.“

Aktuelle Zahlen (Stand: 25. Mai 2012):
Personen, denen Fan 2.0 gefällt: 163 Personen
Personen, die über Fan 2.0 sprechen: 118 Personen
Wöchentliche Reichweite insgesamt: 36.551 Personen

Dr. Inga Heins | idw
Weitere Informationen:
http://www.hyve.de/
http://www.macromedia-fachhochschule.de/studium/studiengaenge/medienmanagement/sport-und-event.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilität im Zeichen von Umbruch und Klimawandel
13.11.2019 | Duale Hochschule Baden-Württemberg

nachricht Ernährung kann innere Uhr und hormonelle Reaktionen beeinflussen
07.11.2019 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Im Focus: Neue Möglichkeiten des Additive Manufacturing erschlossen

Fraunhofer IFAM Dresden demonstriert Fertigung von Kupferbau

Am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden ist es gelungen, mittels Selektivem Elektronenstrahlschmelzen...

Im Focus: New opportunities in additive manufacturing presented

Fraunhofer IFAM Dresden demonstrates manufacturing of copper components

The Fraunhofer Institute for Manufacturing Technology and Advanced Materials IFAM in Dresden has succeeded in using Selective Electron Beam Melting (SEBM) to...

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hitzesommer, Überschwemmungen und Co. – Vor welchen Herausforderungen steht die Pflanzenzüchtung der Zukunft?

14.11.2019 | Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

14.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Eisfreie Gletscherbecken als Wasserspeicher

14.11.2019 | Geowissenschaften

Lichtimpulse mit wenigen optischen Zyklen durchbrechen die 300 W-Barriere

14.11.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics