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Klimaschutz zerstört die Erde

10.08.2010
Maßnahmen gegen Klimawandel vernachlässigen den Artenschutz

Die menschlichen Reaktionen auf den Klimawandel haben womöglich schlimmere Auswirkungen auf die Natur als jene, die durch die Erwärmung selbst hervorgerufen werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern um Will Turner in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Conservation Letters.

Insbesondere beschäftigt sich der Artikels mit dem Erhalt der tropischen Regenwälder. Ein Fünftel der Bestände liegt nur 50 Kilometer entfernt von menschlichen Siedlungen. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter würden die Menschen diese Wälder besiedeln. Die Wälder wären Lieferanten von Brennholz, Baumaterial, Lebensmitteln und anderen Ressourcen. Sie sind jedoch auch Heimat von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, die ohnehin schon stark bedroht sind.

Wasserkraft und Biodiversität

"Auch die Nutzung von Wasserkraft beeinträchtigt durch Veränderungen der Flussdynamik und Wasserqualität Ökosysteme massiv", meint Katrin Vohland vom Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland http://www.biodiversity.de im pressetext-Interview. Auch hier müsse man genau untersuchen, welche Kraftwerke negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Eine jüngst durchgeführte Studie des deutschen Umweltbundesamts zeigte etwa, dass Kleinkraftwerke mehr Schaden als Nutzen bringen. "Allein anhand dieses Beispiels wird klar, dass eine generelle Aussage kaum zu treffen ist", erklärt Vohland, die auch am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung http://www.pik-potsdam.de tätig ist.

"Der Artikel ist in vielerlei Hinsicht zu negativ formuliert", erklärt die Expertin. "Viele der angesprochenen Thematiken - etwa jene der Probleme mit den Agrotreibstoffen - müssen von Fall zu Fall genau analysiert werden, damit man ein Urteil darüber fällen kann." Turner schreibt, dass das Falschurteil über Biotreibstoffe zur Reduktion der Treibhausgasemissionen immer noch als Legitimation zur Abholzung tropischer Wälder herangezogen wird.

Solare Energiegewinnung als Hoffnungsschimmer

"Aufgrund der bereits existierenden Dach- und Fassadenflächen bei bestehenden Gebäuden ist der Solarenergie definitiv ein Vorzug zu geben", meint Vohland. Kaum eine andere Energiegewinnung sei ressourcen- und flächenschonender. Auch Offshore-Windparks und Windkraftanlagen am freien Feld können unter Umständen negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Vohland kritisiert an Turners Artikel die zynische Haltung zum Thema Migration und Klimaanpassung - vor allem in ärmeren Staaten. "Das gesamte System ist sehr komplex. Allgemeine Aussagen sind daher kaum zu treffen, ohne sich den jeweiligen Fall genau anzusehen." Als wesentlichen Schritt sieht sie eine Verstärkung der Synergien zwischen Klimaschutz und dem Erhalt der Biodiversität. "Man darf nicht vergessen, dass die Artenvielfalt Nahrungsmittelsicherheit für die Menschheit bringt." Daher müsse alles daran gesetzt werden, diese Synergien zu erreichen, meint die Expertin abschließend im pressetext-Interview.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.conservation.org

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