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Klimafreundliche und sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien

29.09.2011
Die aktuelle Diskussion über die Gestaltung des zukünftigen Energiesystems setzt einen starken Ausbau der Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen voraus.

Einige Vorstellungen gehen sogar so weit, die gesamte elektrische Versorgung ausschließlich mit Windkraft, Sonnenkraft, Wasserkraft und Nutzung von Biomasse bewerkstelligen zu wollen. Bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien treten jedoch vermehrt zeitliche Lücken in der Strombereitstellung und Stillstandzeiten der Anlagen auf.

Mögliche technische Optionen zum klimafreundlichen Ausgleich von Stromnachfrage und -angebot sind die Nutzung von Energiespeichern, die Steuerung der Nachfrage und der Ausbau der vorhandenen Netze, so dass aus anderen Regionen Elektrizität aus erneuerbaren Quellen bezogen werden kann.

Mit diesen Optionen und Kombinationsmöglichkeiten beschäftigt sich die aktuelle Studie der Europäischen Akademie „Balancing Renewable Electricity. Energy Storage, Demand Side Management and Network Extension from an Interdisciplinary Perspective“, die nun als Beitrag für die aktuelle politische Diskussion in Auszügen veröffentlicht wurde. Die Gesamtstudie wird im Februar 2012 veröffentlicht werden und stellt die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts dar. Die Autoren geben Empfehlungen für die Entwicklung und Umsetzung möglicher klimafreundlicher Strategien zum Ausgleich von Nachfrage und Angebot im Elektrizitätssystem.

Die interdisziplinär zusammengesetzte Projektgruppe bestehend aus Wissenschaftlern aus der Energietechnik, Technikfolgenbeurteilung, Politikwissenschaft, Ökonomie und Rechtswissenschaft zeigt auf, dass sich bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien im Elektrizitätssystem voraussichtlich eine Mischung von Ausgleichsoptionen durchsetzen wird. Sie stellen auch fest, dass noch erheblicher Entwicklungsbedarf bei Energiespeichern, beim Nachfragemanagement und bei elektrischen Transport- bzw. Verteilnetzen besteht.

Zur Förderung von Innovationen in den Bereichen sollte unter anderem ein Konzept zum Abbau von Hemmnissen entwickelt werden, die durch die bereits bestehenden finanziellen Unterstützungen anderer Energietechnologien entstehen. Um politische Maßnahmen stärker zu fundieren, sollten außerdem Systemstudien und wissenschaftliche Politikberatung weiter ausgebaut werden. Im rechtlichen Bereich ergibt sich Handlungsbedarf bei der Zuordnung von Speicheranwendungen zu Erzeuger- bzw. Netzebenen, bei Planungsverfahren, beim Umgang mit großen Mengen sensibler Daten und bei der Regelung vielfach neu entstehender Geschäftsverhältnisse.

Die Studie richtet sich an Wissenschaft, Politik, Akteure in der Energiewirtschaft sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

Veröffentlichung:
B. Droste-Franke, B. P. Paal, C. Rehtanz, D. U. Sauer, J.-P. Schneider, M. Schreurs, T. Ziesemer (2012)

Balancing Renewable Electricity. Energy Storage, Demand Side Management and Network Extension from an Interdiciplinary Perspective.

Hier: Advance Publication of Summary, Conclusions and Recommendations of the Correspondent Study of the Europäische Akademie GmbH, September 2011

Mitglieder der Projektgruppe:
Dr.-Ing. Bert Droste-Franke, Dipl.-Phys., Europäische Akademie GmbH
Dr. rer. nat. Ruth Klüser, Dipl.-Chem., Europäische Akademie GmbH
Priv.-Doz. Dr. rer. pol. Dietmar Lindenberger, Universität zu Köln
Professor Dr. jur. Boris P. Paal, Universität Freiburg
Professor Dr.-Ing. Christian Rehtanz, TU Dortmund
Professor Dr. rer. nat. Dirk Uwe Sauer, RWTH Aachen
Professor Dr. jur. Jens-Peter Schneider, Universität Freiburg
Professor Dr. Miranda Schreurs, Freie Universität Berlin
Professor Dr. rer. pol. Thomas Ziesemer, Maastricht University

Friederike Wütscher | idw
Weitere Informationen:
http://www.ea-aw.de

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