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Innovation mit „Risiken und Nebenwirkungen“ – Jeder vierte Manager ist vital erschöpft

02.02.2011
Das Institut für angewandte Innovationsforschung in Bochum veröffentlicht neue Studie

Innovation gilt als Lebenselixier für Unternehmen. Doch welche Auswirkungen haben Innovationen auf die Menschen, die sich für neue Produkte und Prozesse in den Unternehmen engagieren? Eine Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) Bochum e.V. an der Ruhr-Uni-Bochum in Kooperation mit den Kliniken Essen-Mitte belegt: 24% der befragten Führungskräfte zeigen Symptome von „Vitaler Erschöpfung“. Die Folgen für die Unternehmen können gravierend sein.

Innovationen werden von Menschen gemacht. Was permanenter Druck zur Veränderung und Innovation mit den Menschen „macht“, steht jedoch selten im Mittelpunkt. Risiken und Nebenwirkungen von Innovationen wurden jetzt von Innovationsforschern des IAI und Gesundheitsexperten der Kliniken Essen-Mitte untersucht. 229 Führungskräfte aus der Wirtschaft wurden dazu im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „PRÄGO“ (www.praego.net) schriftlich befragt.

Jeder vierte Manager, der in Innovationsprozesse eingebunden ist, klagt über Müdigkeit, Energiemangel und Entmutigung. Diese Führungskräfte sind Risikokandidaten für einen Burn-out. Ihre „Vitale Erschöpfung“ geht zudem mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte einher. Nur 28% der Führungskräfte liegen im „grünen Bereich“. 48% der Führungskräfte zeigen eine „mittlere Erschöpfung“. Besonders ausgeprägt sind die Konsequenzen von Innovationsarbeit bei denen, die mit permanenten organisatorischen Veränderungen umgehen müssen.

Welches sind die Ursachen für diese „Nebenwirkungen“? Innovationen werden in den Unternehmen als Projekte zusätzlich zum Tagesgeschäft organisiert. Bei der Umsetzung von Innovationen sind Abstimmungsschwierigkeiten und extensive Arbeitszeiten zu erwarten. Innovationen sind unsichere Prozesse – und genau diese Unsicherheiten zeigen sich in der Analyse des IAI Bochum als stärkste Belastungsfaktoren. Dieser „Innovationsstress“ wird durch Arbeitsverdichtung und eine immer dünner werdende Personaldecke verschärft. Die hohen Anforderungen von Innovationen sind auf zu wenige Schultern und Köpfe verteilt.

Die Studie zeigt: Innovationen bringen nicht nur Chancen, sondern auch Risiken und Nebenwirkungen. Diese zu ignorieren, gefährdet die Gesundheit der „Innovations- Arbeiter“ – und damit auch die Zukunft der Unternehmen. Problematisch ist, dass sich Führungskräfte lange selbst als fit und belastbar sehen – und häufig sind sie es auch. Jedoch liegt hier auch ein Risiko: Denn „Adrenalinsurfer“ sind für präventives Verhalten meist nur schwierig zu gewinnen – das nächste Projekt erscheint viel reizvoller als Phasen der Entspannung. Doch der Entgrenzung sind Grenzen zu setzen, denn Unternehmen brauchen Fach- und Führungskräfte, die sich auch „übermorgen“ noch für Innovationen engagieren …

Die Studie „Innovation durch Prävention“ ist über das IAI in Bochum zum Preis von EURO 49,00 erhältlich.

Prof. Dr. Markus Thomzik | idw
Weitere Informationen:
http://www.iai-bochum.de/

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