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Gehirn kontrolliert Cholesterinmenge im Blut

07.06.2010
Hungerhormon Ghrelin spielt entscheidende Rolle

Zuviel Cholesterin führt zu gefährlichen fettigen Ablagerungen in den Arterien. Die Menge Cholesterin, die im Blutkreislauf zirkuliert, wird teilweise vom Gehirn reguliert. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Cincinnati mit Mäusen gekommen.

Diese Forschungsergebnisse widersprechen der verbreiteten Annahme, dass die Werte nur durch das kontrolliert werden, was wir essen und durch die Cholesterin-Produktion in der Leber. Es zeigte sich, dass ein Hungerhormon im Gehirn im Körper als "Fernsteuerung" für das Cholesterin fungiert. Details der Studie wurden in Nature Neuroscience veröffentlicht.

Hungerhormon erhöht Cholesterinspiegel

Zuviel Cholesterin führt zu verhärteten Arterien und erhöht das Risiko eines Herzanfalles. Das Team um Matthias Tschöp fand heraus, dass erhöhte Werte des Hungerhormons Ghrelin bei Mäusen dazu führten, dass sich auch höhere Mengen Cholesterin im Blut befanden. Die Werte im Blut steigen, da Signale des Gehirns die Leber dazu veranlassen, weniger Cholesterin zu speichern.

Es ist bekannt, dass Ghrelin einen Rezeptor im Gehirn blockiert, der eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Nahrungsaufnahme und der Nutzung der Energie spielt. Bei einem zusätzlichen Experiment, zeigte sich, dass die Blockierung dieses Rezeptors bei den Versuchstieren auch zu erhöhten Cholesterinwerten führte.

Bisherige These in Frage gestellt

Die Wissenschaftler argumentieren, dass diese Forschungsergebnisse selbstverständlich beim Menschen bestätigt werden müssen, sie eröffneten jedoch potenziell eine neue Möglichkeit zur Behandlung von hohen Cholesterinwerten.

Tschöp erklärte, dass man lange davon ausgegangen sei, dass das Cholesterin ausschließlich durch die Nahrungsaufnahme oder die Synthese und Sekretion in der Leber reguliert wird. Die aktuelle Studie weise erstmals nach, dass das Cholesterin sich unter der direkten "Fernsteuerung" durch spezifische Vorgänge im zentralen Nervensystem befinde.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uc.edu
http://www.nature.com/neuro

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