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Gartenvögel mögen keine Bio-Körner

19.05.2010
Verschieden hohe Proteingehalte für Präferenz verantwortlich

Ein britisches Forscherteam hat entdeckt, dass Gartenvögel - wenn sie die Auswahl haben - konventionelle Körner Bioprodukten vorziehen. Insgesamt haben die Biologen Ailsa McKenzie und Mark Whittingham von der Newcastle University drei Jahre lang untersucht, warum sich die Tiere für die konventionellen Körner entscheiden.

"Die Vögel bevorzugen die konventionellen Körner aufgrund ihres anderen Geschmacks", meint Whittingham im pressetext-Interview. "Analysen der einzelnen Bestandteile der Körner haben gezeigt, dass die konventionellen Körner zehn Prozent höhere Proteinwerte aufwiesen als die Bio-Körner. Und genau das brauchen die Tiere, um den Winter besser zu überleben."

Nur ein Aspekt der Bio-Produkte berücksichtigt

"Proteine sind essenzielle Nährstoffe, die alle Vögel und Säugetiere zum Überleben brauchen", so Whittingham. "Besonders während der Winterzeit ist das bei einigen Tieren ein großes Problem." Die Forscher haben in verschiedenen Versuchsreihen genau festgestellt, wie die Tiere auf die verschiedenen Körner reagieren. "Von den konventionellen Körnern fressen sie rund zehn Prozent mehr", erklärt der Biologe.

"Die Studie berücksichtigt natürlich nur einen Aspekt der Diskussion um Bio-Produkte", bestätigt auch Studienautorin McKenzie. "Wir haben nicht untersucht, welche Auswirkungen die in der konventionellen Landwirtschaft verwendeten Chemikalien wie etwa Düngemittel oder Pestizide auf die Umwelt und auf die Gesundheit haben." Andere Studien haben deutlich gezeigt, dass Pestizide die Verfügbarkeit von Körnern für Vögel deutlich reduzieren können."

Gewaltiges Marktpotenzial

Für McKenzie sind die Erkenntnisse auch für die allgemeine Bevölkerung von Interesse, da immer wieder über die Vorteile von Bio-Produkten diskutiert wird. "Unsere Resultate zeigen, dass das Dogma wonach Bio-Essen gegenüber konventionell hergestelltem Essen bevorzugt wird, nicht immer wahr ist", so McKenzie.

Weltweit steigt die Nachfrage nach Bio-Produkten jährlich um 4,7 Mrd. Euro an. Der gesamte Bereich der organischen Lebensmittel umfasst derzeit zwischen zwei und drei Prozent aller in Europa und den USA hergestellten Produkte. Eines der Schlüsselargumente für den Kauf solcher Nahrungsmittel ist der Glaube der Konsumenten, dass diese besser für die Gesundheit von Tier und Mensch sind.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ncl.ac.uk

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