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Früh Eingeschulte werden häufiger gemobbt

23.11.2009
Schlechteres Lesen und soziale Benachteiligung bei jungen Schülern

Jüngere Kinder in einer Klasse leiden oft an Gewalt und Mobbing und schneiden auch schlechter beim Lesen ab. Zu diesem Schluss kommen Forscher am Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Sie analysierten Schülerdaten von Zehnjährigen aus 17 Ländern, wobei die internationale Lesestudie IGLU, Fragekataloge zu Gewalt und Mobbing und eine Datenbank zu internationalen Einschulungsregelungen untersucht wurden.

Der Altersunterschied von bis zu einem Jahr innerhalb von Schülern derselben Klasse kommt durch die gesetzliche Regelung zustande, dass der Geburtstag vor oder nach einem bestimmten Stichtag über das Einschulungsjahr bestimmt. Andere Ursachen wie Klassenrückstellungen oder Wiederholungen wurden in der Studie nicht berücksichtigt. Es zeigte sich, dass Jüngere signifikant häufiger an körperlicher oder psychischer Gewalt durch Klassenkollegen ausgesetzt sind und gleichzeitig auch die Lesefähigkeiten sinken. Besonders häufig trat dieser Effekt bei Burschen und bei Kindern mit Migrationshintergrund auf.

Frühes Stigma durch das Alter

"Statistisch gesehen gibt es somit mehrere Nachteile einer frühen Einschulung", berichtet Studienleiterin Andrea Mühlenweg im pressetext-Interview. Es sei wichtig, diese Tatsache Eltern und Lehrer bewusst zu machen. "Das heißt jedoch nicht, dass man ein Kind bei der Einschulung bewusst zurückhalten sollte. Da die Situation sehr unterschiedlich sein kann, muss sie individuell betrachtet werden." Nur spekulieren könne man, auf welche Ursachen dieses Phänomens zurückgehe.

Eine Möglichkeit sei, dass jüngere Schüler einer Klasse schon früh geprägt seien und in eine Opferrolle gelangen, die sich mit zunehmendem Alter sogar noch verstärke. Für die kognitiven Leistungen gelte diese Entwicklung jedoch nicht. "Es gibt Hinweise dafür, dass die Jüngsten in der Grundschule zwar schlechter abschneiden, dann jedoch allmählich aufholen. Aus dieser Gruppe besuchen sehr viele später ein berufliches Gymnasium oder eine Fachoberschule, in der man die Hochschulreife noch nachholen kann", so Mühlenweg.

Jüngste haben es in England am schwersten

Im Ländervergleich wurden große Unterschiede offenkundig. "Besonders stark wirkt sich das Alter in angelsächsischen Ländern aus, allen voran in England und Schottland sowie in einigen kanadischen Provinzen." Das seien zugleich Länder, in denen der Lehrplan keinen individualisierten Unterricht vorsehe, im Unterschied zu den besser abschneidenden skandinavischen Ländern, wo es mehr Individualisierung gebe. Positive Spitzenreiter waren Südafrika, Singapur und Österreich. "In diesen Ländern spielt das Alter keine oder kaum eine Rolle. Und das, obwohl Österreich nicht gerade mit individualisiertem Unterricht glänzt", so Mühlenweg.

Kurzbeschreibung und Download der Studie unter http://www.zew.de/publikation5403

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.zew.de
http://www.zew.de/publikation5403

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